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| 18:58 Uhr

Erweiterter Unterricht
Frieden im Großen und Kleinen

Viert- bis Sechstklässler der Liuba-Grundschule verfolgen das Theaterstück zum Thema Frieden gestern im Blauen Wunder.
Viert- bis Sechstklässler der Liuba-Grundschule verfolgen das Theaterstück zum Thema Frieden gestern im Blauen Wunder. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Präventionstheater „Eukitea“ begeistert Mädchen und Jungen der Liuba-Grundschule Lübben. Von Andreas Staindl

Theater ist nicht nur unterhaltsam. Es kann auch sehr hilfreich sein, über das eigene Verhalten nachzudenken. Genau das ist am Donnerstagvormittag passiert. Das Präventionstheater „Eukitea“ aus Berlin war in der Liuba-Grundschule in Lübben zu Gast.

Homa Faghiri und Ludwig Drengk führten das Theaterstück „Five Little Pieces for Peace“ auf. Viert- bis Sechstklässler haben den beiden Schauspielern zugeschaut. Sie waren begeistert. „Das Stück war richtig gut“, sagt Hanna. „Ich habe gelernt, wie man Streit aus dem Weg geht und mit Stress umgeht. Oft sind es ja Kleinigkeiten, über die man sich streitet. Wenn mir wieder mal alles zu viel wird, dann male ich oder streichele ein Haustier, das beruhigt mich.“ Das Theaterstück hat sie in ihrem Verhalten bestätigt und Wege aufgezeigt, mit anderen Menschen friedlich umzugehen.

„Five Little Pieces für Peace“ erzählt vom Abenteuer des Friedens. Das Stück ist für Mädchen und Jungen zwischen zehn und 13 Jahren gedacht. Es soll bei ihnen Mut und Freude auslösen, Frieden zu verwirklichen, sie für wichtige Themen sensibilisieren. Bei Oliver kam diese Botschaft an. „Ich habe gelernt, dass man etwas erreichen kann, wenn man die richtigen Mittel und Wege dafür wählt“, sagt der Schüler. „Das Stück gibt mir ein gutes Gefühl, dass mir das auch gelingt, etwa, wenn es mal wieder Stress zu Hause gibt.“

Der Inhalt des Theaterstücks ist schnell erzählt. Zwei Friedensforscher aus dem Universum machen sich auf den Weg zur Erde. Sie wollen sich ein Bild von den Fortschritten zum Frieden zu machen. Eine Mission mit Tücken. Doch die Forscher erfahren während der Begegnung mit der zwölfjährigen Viola, dass Frieden trotz aller Widerstände auf der Erde weiter wächst. Das Mädchen hat nämlich den Friedenskreis entdeckt, der ihr hilft, einen geborgenen Raum herzustellen, zu ihrer Kraft und ihrem Frieden zu finden. Die Idee mit dem Friedenskreis teilt sie mit ihrem Schulfreund Philipp. Der Junge entdeckt, wie er mit der neuen Möglichkeit ausgeglichener und stabiler, zudem selbstbewusster wird. Begeistert vom Friedensraum wollen sie ihr Erlebnis mit ihrer Klasse teilen. Die Friedens-Idee wächst so weiter. Auch die Natur wird in das Stück einbezogen, später auch noch der Alltag, die ganze Welt. Die Botschaft ist klar: Friedenskreise sind immer und überall vorstellbar. Vom Frieden im Kleinen quasi zum Frieden im Großen. Ob das gelingt, das wurde auch deutlich, liegt an den Menschen. Doch was ist eigentlich Frieden? Und was hat er mit jedem Einzelnen zu tun?

Die Viert- bis Sechstklässler der Liuba-Grundschule hatten sich damit schon im Vorfeld der Theateraufführung beschäftigt. „Dass Frieden in der Welt wichtig ist, das verstehen die Kinder“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Karin Peisker. „Doch mit dem Frieden für sich selbst und andere Menschen tun sie sich noch etwas schwer. Das Stück wird helfen, den Begriff auf das tägliche Leben der Kinder zu übertragen.“ Sofia hat schon erste Ideen. „Wenn es Ärger gibt, dann streichele ich den Hund oder die Katze, um zur Ruhe zu kommen“, sagt die Schülerin. „Und vielleicht gehe ich künftig mehr raus ins Freie, statt immer nur vor dem Computer zu sitzen. Denn auch die Natur beruhigt und sorgt damit für Frieden.“

60 Minuten haben die Grundschüler den Schauspielern zugeschaut. „Ihr habt es uns sehr leicht gemacht“, wird Ludwig Drengk später sagen. Und in der Tat. Die Mädchen und Jungen waren sehr aufmerksam, haben das Stück sichtlich „aufgesogen“, an besonderen Stellen emotional reagiert. „Kinder sind das ehrlichste Publikum“, sagt Homa Faghiri. Das Theaterstück wird mit den Schülern im Unterricht nachbereitet. „Ich bin sehr gespannt darauf“, sagt Karin Peisker.