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| 18:08 Uhr

Zum Tod von „Hotte“ Fiedler
„Vor allem seine Menschlichkeit“

 Gesellschaftliches Engagement, vor allem im Sport, aber auch im sozialen Bereich und mit dem Ziel, Lübben schöner zu machen, zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Horst Fiedler. In schwarzer Lederweste und kurzer Hose war er viel in der Spreewaldstadt unterwegs.
Gesellschaftliches Engagement, vor allem im Sport, aber auch im sozialen Bereich und mit dem Ziel, Lübben schöner zu machen, zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Horst Fiedler. In schwarzer Lederweste und kurzer Hose war er viel in der Spreewaldstadt unterwegs. FOTO: LR
Lübben. Der engagierte Lübbener Horst Fiedler ist gestorben. Freunde und Weggefährten erinnern sich. Von Ingvil Schirling

Das Bundesverdienstkreuz hat er schon 1999 bekommen, außerdem zwei Goldene Meisterbriefe und die Goldene Ehrennadel des Handwerks – die Auszeichnungen für den Lübbener Horst „Hotte“ Fiedler sind beachtlich. Am 20. Februar ist er gestorben, vergangene Woche wurde er unter viel Anteilnahme beigesetzt. Mit Dankbarkeit und großer Wertschätzung erinnern sich Freunde und Weggefährten an ihn.

Am 15. September 1999 heftete der damalige Landrat Martin Wille (SPD) eine der höchsten Auszeichnungen an Horst Fiedlers breite Brust, die Deutschland zu vergeben hat: das Bundesverdienstkreuz. „Es war ein Highlight, sowohl für ihn als auch für mich“, erinnert er sich. „Horst Fiedler war sehr berührt“, sagt Wille, der seinerseits bis heute sehr beeindruckt ist vom Engagement dieser Persönlichkeit.

„Horst Fiedler durfte ich als gutherzigen und hilfsbereiten Menschen kennenlernen, der sich unermüdlich für seine Mitmenschen und für die Entwicklung seiner Heimatstadt eingesetzt hat“, ergänzt Bürgermeister Lars Kolan (SPD). „Auch mir persönlich stand er mit seinen Erfahrungen und seinem Wissensschatz mit Rat und Tat oft zur Seite.“

Als Vorsitzender und Mitglied des Lübbener Freundeskreises habe Horst Fiedler tatkräftig viele gemeinnützige Projekte ins Leben gerufen und realisiert. Bekannt ist er ebenso für seine Aktivität im Boxring Lübben 08, über den sehr viel Integrationsarbeit geleistet wurde. In den vergangenen Jahren schlug sein Herz für kleine „Seepferdchen“: Mehr als 400 Kindern brachte er das Schwimmen bei.

Bürgermeister Lars Kolan betont darüber hinaus: „Aufgrund seiner Zivilcourage, die er häufig unter Beweis gestellt hat, war und ist Horst Fiedler ein Vorbild, das seinesgleichen sucht, und auf das die Bürger unserer Stadt stolz sein können. Er wird vielen Menschen, die als Jugendliche mit ihm im Boxring trainiert, als Kinder von ihm das Schwimmen beigebracht bekommen, als Flüchtlinge Hilfe bei der Integration erfahren oder anderweitig wegen ihrer Hilfsbedürftigkeit Unterstützung erhalten haben, als liebenswürdiger, wohltätiger Mensch in Erinnerung bleiben.“

Das vielfältige ehrenamtliche Engagement trug und trägt seine Frau Erika voll mit. „Es war ja sein Leben. Ich hatte da nichts dagegen. Überall wollte er mitmischen, und wenn er etwas nicht in Ordnung fand, hat er sich beim Bürgermeister auch mal Luft gemacht.“ Kennengelernt haben sie sich 1958. Die beiden Kinder Andreas und Karola leben ebenfalls in Lübben, dazu kommen drei Enkel und eine Urenkeltochter.

Dr. Wolfgang Kurz, einer seiner engsten Freunde, kennt Fiedler seit den Zeiten des Lübbener Kegelklubs „Die Nudelschieber“, in dem „Hotte“ ab 1963 Mitglied war. Warum der Klub so hieß, ist unbekannt – und auch die Herkunft von Horst Fiedlers Spitznamen „Hotte“ wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Ein paar Lebensdaten aber dürfen hier Revue passieren: Geboren am 11. März 1938 in einem Berliner Krankenhaus, wuchs er in Lübben auf. Die Lieblingsfächer in der Schule waren Sport, besonders Boxen und Fußball. Er stieg in die Glaserei des Vaters ein, leitete die Glaserinnung des Kammerbezirkes Cottbus, gründete 1976 die PGH Glas, wurde später Obermeister und stellvertretender Landesinnungsmeister.

In Dankbarkeit sind Horst Fielder viele Menschen verbunden. Wolfgang Kurz nennt Gutmütigkeit, Offenheit, Unvoreingenommenheit und Überzeugungskraft als Eigenschaften, Lars Kolan „vor allem aber seine Menschlichkeit“.