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| 02:50 Uhr

Frauen in Geschichte und Gegenwart

Gleichstellungsbeauftragte Elke Voigt begrüßte zur Festveranstaltung zum Frauentag unter den Gästen aus Politik und Verwaltung besonders Landesgleichstellungsbeauftragte Sabine Hübner.
Gleichstellungsbeauftragte Elke Voigt begrüßte zur Festveranstaltung zum Frauentag unter den Gästen aus Politik und Verwaltung besonders Landesgleichstellungsbeauftragte Sabine Hübner. FOTO: Uta Schmidt/usch1
Königs Wusterhausen. Unverwechselbare Spuren haben Frauen in der Geschichte Brandenburgs und Preußens hinterlassen. Daran erinnert die diesjährige Brandenburgischen Frauenwoche unter dem Motto "Gemeinsam-Lebendig-Widerständig-Frauengeschichte(n) 1914 bis 2014". usch1

Zahlreiche Veranstaltungen erinnern an die Verdienste von Frauen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Zum Internationalen Frauentag begaben sich in Königs Wusterhausen rund 30 Gäste mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Dahme-Spreewald, Elke Voigt, auf eine informative, biografische Lesereise. Im Buch "Anne, Lily und Regine" porträtiert die Autorin Antje Leschonski 29 Frauen des Landes aus mehreren Jahrhunderten. Drei von ihnen standen im Mittelpunkt der Lesungin "Hoenckes Altem Wirtshaus": die Pilotin und Flugpionierin Melli Beese (1886-1925), die Adlige Renate Gräfin von Hardenberg-Neuhardenberg (1888 - 1959), die nach den Ereignissen des missglückten Hitlerattentats das "Hilfswerk 20. Juli 1944" gründete, sowie die unvergessene, erste Sozial- und Frauenministerin im Land Brandenburg, Regine Hildebrandts (1941 - 2001). Elke Voigt, Antje Pretky und Katrin Schwarz lasen die Lebensgeschichten, die illustriert durch historische Fotos lebendige, widersprüchliche und vielschichtige Frauenpersönlichkeiten nachzeichneten. Sie stehen als Beispiele für den gleichberechtigten Umgang von Männern und Frauen.

Dass es auf dem Weg zurwirklichen Chancengleichheit für Frauen in der Gegenwart noch viel zu tun gibt, daran erinnerte die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg, Sabine Hübner: "Es geht umdie gleiche Bezahlung ebenso wie um die faire Teilhabe an Macht. Nur 22 Prozent der Kommunalpolitiker in Brandenburg sind Frauen. Das hat auch etwas mit der Sitzungskultur, mangelnder Ergebnisorientierung, von fehlender Zeit und Netzwerkarbeit zu tun". Das müsse sich ändern, wenn Frauen ihre großen Potenziale in die Gesellschaft einbringen sollen, so Hübner.

Auch Landrat Stephan Loge räumte ein, dass es 95 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts noch immer Defizite bei der Teilhabe von Frauen in Beruf und Politik gebe. "Zwar sind Zweidrittel der Beschäftigten in unserer Kreisverwaltung Frauen, aber die Führungsspitze wird durch Männer geprägt". Unter den vier Dezernenten sei nur eine Frau. Frauen würden außerdem noch immer schwer eine Arbeit finden, bei der sie Familie und Kinderbetreuungunter einen Hut bringen könnten. Unternehmerin Katrin Schwarz wünscht sich eine faire Gleichstellung von Männern und Frauen in der Wirtschaft. "Als ich im Arbeitskreis Innovativer Berufsbildung des Kuratoriums der deutschen Wirtschafttätig wurde, bezeichnete man mich als Quotenfrau". Sie habe bewiesen, dasssie einen eigenständigen Beitrag zur Arbeit des Gremiums leisten könne.

Bis Ende März können Frauen einen Spannungsbogen an Veranstaltungen mit Modenschauen, Ausstelllungen und Diskussionen erleben. Akteure sind rund 50 Vereine, Kommunen, Kirchen Mehrgenerationshäuser, soziale Einrichtungen und Parteien.

In Programmen wird daran erinnert, dass das vergangene Jahrhundert eine Zeit der Umbrüche, von Gewalt, Krieg, Vertreibung, Diktaturenund Reformen war.

Am 14. März um 18.30 Uhr findet ein Chanson-Abend in der Stadtbibliothek Königs Wusterhausen statt. "Frauen und Gewalt" ist Thema der Galerie im Landratsamt.