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| 17:00 Uhr

500 Jahre Schulenburgs
Lieberoser Schätze aus 500 Jahren

 Führungen durch das Schloss Lieberose wird es in kompakter Form am 29. Juni geben. Zu den ehrenamtlichen Gästeführern gehört unter anderem Stefanie Reinke (Mitte).
Führungen durch das Schloss Lieberose wird es in kompakter Form am 29. Juni geben. Zu den ehrenamtlichen Gästeführern gehört unter anderem Stefanie Reinke (Mitte). FOTO: Ingrid Hoberg
Lieberose. Der Förderverein bereitet anlässlich eines halben Jahrtausends der Schulenburgschen Herrschaft einen Kulturtag vor. Von Ingrid Hoberg

„1519 am Martinstag, 11. November, kaufen Werners 2 Söhne, Jakob und Richard v. d. Sch., Schloß, Stadt und Herrschaft Lieberose von den v. Köckeritz“, schreibt Oberpfarrer Karl Krüger 1892/1904 in seinem Buch „Alt-Lieberose. Mitteilungen aus der Geschichte der Stadt Lieberose und der Gegend“. Zur 500-jährigen Wiederkehr der Übernahme der Herrschaft durch die Familie von der Schulenburg wird am 29. Juni in der Darre ein besonderer Kulturtag stattfinden. Die Vorbereitungen für die Ausstellung, zu dem, was im Museum, in der Galerie und im Saal präsentiert werden soll, kommen in ihre Endphase.

Konzeption und Realisierung hat Dieter Klaue, Vorsitzender des Fördervereins Lieberose, übernommen. „Exponate und hochwertige Reproduktionen aus dem Brandenburgischen Hauptarchiv und aus der Branitzer Ausstellung  ,Herrschaftszeiten. Adel in der Niederlausitz‘ werden wir neben eigenen Exponaten zeigen können“, sagt er und trifft die Auswahl für die Präsentation.  Eine umfangreiche Sammlung historischer Fotos vom Schloss, Park und vom Erbbegräbnis hatte Dieter Malaszkiewicz aus Cottbus vor einigen Jahren dem Förderverein übergeben. Die Kirchengemeinde stellt Leihgaben zur Verfügung, beispielsweise Teile des Epitaphs. „Es soll eine sehenswerte Ausstellung werden, auch für Touristen, die die Region besuchen“, sagt Dieter Klaue.

Fortgesetzt werde die Arbeit des Fördervereins zu 500 Jahre Herrschaft der Schulenburgs durch eine Kirchenausstellung, die der Historiker Dr. Andreas Weigelt betreut und die als Freiluftschau konzipiert sei.

Historische Postkarten

Auch der Saal der Darre soll neu ausgestaltet werden. Statt der Tafel über die Sanierungsgeschichte des Gebäudes ist vorgesehen, zwölf Motive von historischen Postkarten im Format 70 mal 40 Zentimeter zu zeigen. „Besucher können viele Details entdecken und erfahren, wie Lieberose vor 100 Jahren ausgesehen hat“, sagt Dieter Klaue.  Wie viele Postkarten es von Lieberose gegeben hat, offenbarte sich Anfang des Jahres mit unerwarteter Post. Ein Paket mit mehr als 200 Postkarten sowie alten Postsachen, Landkarten, Büchern und Dokumenten zu Lieberose, die die beiden Sammler Iris und Wolfgang Schneider aus Morscheid (bei Trier) zusammengetragen hatten,  war angekommen. Eine Freude für die Mitglieder des Fördervereins, die nun die Öffentlichkeit daran teilhaben lassen.

Nach der Ausstellungseröffnung werden am 29. Juni zwei Schlossführungen angeboten. Und um 16 Uhr präsentiert das Theater 89 im Schlosshof das Stück „Die deutschen Kleinstädter“ von August von Kotzebue (1761 – 1819). Das Lustspiel in vier Akten wurde 1802 in Wien uraufgeführt und soll durchaus Bezüge zur Gegenwart haben, wie die Theaterleute verraten.

Das Theater 89 arbeitet seit einigen Jahren mit der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen zusammen. „Von unserer Kulisse waren die Theaterleute begeistert. Das Stück ist etwa zweieinhalb Stunden lang. Es gibt eine Pause mit Verpflegung“, so Dieter Klaue. Für die Gastronomie wollen Goschener sorgen, die  auf diesem Weg Spenden für den Erhalt der alten Schule sammeln werden.

Der Förderverein hat neben der Vorbereitung der Schulenburg-Ausstellung weitere „Baustellen“. „Ins rechte Licht rücken wollen wir den Pavillon auf dem Gelände der Schlossgärtnerei und die Kapelle im Park“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins.  Die Bänke auf der Bismarckhöhe sollen von Wildwuchs befreit werden, und auf dem Gedenkstein soll ein Relief neu angebracht werden.

Viele Aktivitäten in der Stadt

So wie der Förderverein Unterstützung bekommt, so werden im Gegenzug andere Aktivitäten in der Stadt begleitet – beispielsweise eine Ausstellung zur Schulgeschichte. Die Comenius-Grundschule veranstaltet am 14. Juni einen Festtag zu „110 Jahre Schule in Lieberose“. Das große Fest, zu dem auch ehemalige Schüler, Lehrer, technische Kräfte und Neugierige aus nah und fern eingeladen sind, findet von 15 bis 18 Uhr auf dem Schulgelände statt.

Und die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen trägt Früchte. So war die Ausstellung der Schützengilde zu ihrem 30-jährigen Bestehen, die im März/April zu sehen war, ein Besuchermagnet. Das Schützenfest findet nun auch am 29. Juni ab 9 Uhr in der Waldstraße statt. Zwischen Darre und Schloss ist zwischen 9 und 15 Uhr ein Trödelmarkt geplant. Anmeldungen für Stände nimmt Marie-Luise Dauß unter Tel. 0179 2482756 entgegen.