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| 02:48 Uhr

Förderanträge jetzt für INA möglich

Ein Moor am Großen Luch auf den Stiftungsflächen Lieberose. Intakte Moore als Lebensraum für eine Vielzahl speziell angepasster Arten – das kann nur fachkundiges Personal Besuchern näher bringen.
Ein Moor am Großen Luch auf den Stiftungsflächen Lieberose. Intakte Moore als Lebensraum für eine Vielzahl speziell angepasster Arten – das kann nur fachkundiges Personal Besuchern näher bringen. FOTO: Niebrügge
Lübben/Amt Lieberose. Das Bekenntnis des Landes Brandenburg zur Internationalen Naturausstellung Lieberoser Heide (INA) liegt jetzt vor. Die Ko-Finanzierung von Bundesmittel ist zugesagt worden. Das sorgt für Erleichterung bei den Akteuren vor Ort. Nun können die Anträge zur Förderung des Vorhabens gestellt werden. Ingrid Hoberg

"Jetzt haben wir Klarheit zur Unterstützung durch das Land", sagt Stephan Loge (SPD), Landrat im Landkreis Dahme-Spreewald. Er verweist auf ein Schreiben, in dem Minister Jörg Vogelsänger (SPD) auf eine Anfrage des Kreistags LDS mitteilt, dass sich das Land im Sinne einer angemessenen Unterstützung an INA-Projekten beteiligen werde und so die Bitte des Bundes erfüllt sei. Vonseiten des Bundes wird nicht mehr die Vorlage eines Kabinettsbeschlusses verlangt, wie einem Schreiben des Bundesamts für Naturschutz (BfN) zu entnehmen ist. Für das Hauptvorhaben, das ehemalige militärische Sperrgebiet in einen multifunktionalen Projektraum zu verwandeln, sollen von 2015 bis voraussichtlich 2019 rund 4,7 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt werden. Rund 800 000 Euro werden Landesmittel sein. "Bis Ende des Jahres muss der Förderantrag gestellt werden", so Loge. Die Stiftung Naturlandschaften kann jetzt damit beginnen, den Antrag für das Vorhaben und die wissenschaftliche Begleitung zu erarbeiten.

Noch vor Kurzem waren die Akteure in der Region verunsichert, ob es mit der INA weitergeht. Nach einem Gespräch mit Vogelsänger im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, an dem auch SPD-Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann und Amtsdirektor Bernd Boschan teilnahmen, waren die Hoffnungen gedämpft. "Wir mussten feststellen, dass das zentrale Anliegen der INA bei den Verantwortlichen letztlich nicht angekommen ist", schätzte Boschan damals ein. "Es war eine Phase des Zweifels nach sieben, acht Jahren begeisterter Arbeit", sagt er jetzt. Schließlich handle es sich bei der INA Lieberoser Heide um ein Projekt im Sinne des Landes Brandenburg. Es sei über die Jahre aktiv mit dem Landesumweltamt zusammengearbeitet worden. Dazu gehörten auch die Herangehensweise und die Abstimmungen zu Konzepten. Doch es habe eine Wahl gegeben und die neuen Entscheider seien verhaltener mit dem Projekt umgegangen, so Boschan. Es setzt weiter auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe INA, mit der inhaltliche Betrachtungen abgestimmt werden. "Diesen Prozess wollen wir in die nächste Etappe hineinführen", betont er.

Dazu sollen auch personelle Voraussetzungen über die Stiftung geschaffen werden. Der Amtsdirektor schätzt ein, dass die INA die Entwicklung im ländlichen Raum fördern kann. Durch einzelne Projekte könnten bis zu 100 Arbeitsplätze entstehen. Er sieht da als Beispiel den Natur- und Erlebnispark Schwielochsee, in dem zwei Ranger tätig werden. So könne Nachhaltigkeit erreicht werden. Zwei neue Stellen braucht aus seiner Sicht die Stiftung, um die Projekte weiterzuentwickeln. Auch im Landesforst werden durch zusätzliche Aufgaben Arbeitsplätze gesichert, erklärt Boschan.

Zum Thema:
Der Kreistag des Landkreises Dahme-Spreewald hatte sich im Frühjahr mit einem einstimmigen Beschluss für die Weiterführung des Wildnisprojekts mit naturnaher Erholung und Umweltbildung in der Lieberoser Heide ausgesprochen.Von November 2012 bis April 2014 wurden sechs wissenschaftliche Studien als Voruntersuchungen vorgenommen. Dafür standen vom Bund 200 000 Euro zur Verfügung.