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Flammen auf explosivem Terrain

Die Löschkräfte haben das Feuer an der Ausbreitung in Richtung B 169 gehindert. Am Dienstagvormittag hatte der Wind das Feuer, das am Montagnachmittag ausgebrochen war, immer wieder entfacht.
Die Löschkräfte haben das Feuer an der Ausbreitung in Richtung B 169 gehindert. Am Dienstagvormittag hatte der Wind das Feuer, das am Montagnachmittag ausgebrochen war, immer wieder entfacht. FOTO: Christian Köhler
Lieberose/Turnow. Bereits von Weitem sind am Dienstagmorgen die Rauchschwaden über dem Wald zwischen Turnow und Lieberose direkt an der B 169 zu sehen. Revierförster Romeo Buder aus Straupitz ist seit Montag im Einsatz. Christian Köhler

"Am Anfang haben nur ein paar Hektar gebrannt", erzählt er, "aber über die Nacht und am Morgen hat der Wind das Feuer immer wieder entfacht."

Dienstag, kurz vor 9 Uhr: Der Waldbrand hat sich bereits auf etwa 180 Hektar ausgebreitet. Das Einsatzleitfahrzeug des Landkreises Dahme-Spreewald, wie Kreisbrandmeister Ronald Judis erklärt, musste aufgrund eines technischen Defektes ersetzt werden. Die Cottbuser Wehr half aus. Einsatzleiter Frank Schuster, Amtsbrandmeister des Amtes Lieberose-Oberspreewald, ist seit Montagabend vor Ort. Er fordert einen Hubschrauber an.

9.30 Uhr: Die Bilder aus dem Helikopter zeigen das Ausmaß des Brandes. Der Großteil der inzwischen gut 200 Hektar großen Brandfläche gehört zum Forstbestand der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. "Für uns gehört ein Waldbrand dazu", sagt die Gebietsleiterin der Stiftung Jenny Eisenschmidt. Auch nach dem Brand wolle man den Wald sich selbst überlassen.

10 Uhr: Im Krisenstab wird durch die Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer (Spree-Neiße) und Ronald Judis (Dahme-Spreewald) ein Löschpanzer geordert. Das Problem: Der Brandherd des Feuers liegt in einem Gebiet des ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatzes, wo sich noch Munition befindet. "Die Löschfahrzeuge können dort nicht hingelangen", sagt Ronald Judis.

10.30 Uhr: Ein Gewitter zieht heran. Der Wind, so erklärt Einsatzleiter Frank Schulz, entfacht das Feuer immer wieder neu. Es hat, so berichtet Förster Romeo Buder, inzwischen auch Landeswald erreicht. Vorsorglich tränken die etwa 70 Feuerwehrleute am Rande des Feuers mit mehr als 30 Löschfahrzeugen die Zufahrtswege. "Wir befürchten, dass sich das Feuer in Richtung Bundesstraße ausweitet", so Judis. Inzwischen waren abwechselnd etwa 150 Einsatzkräfte vom Technischen Hilfswerk, der Polizei und der Feuerwehr aus drei Landkreisen vor Ort.

11.10 Uhr: Das Gewitter ist direkt über dem Waldbrand. Der Stark regen, der über den Flammen niedergeht, "ist Gold wert und wie ein Sechser im Lotto", freut sich Förster Buder.

11.50 Uhr: "Das Feuer ist gelöscht", dröhnt es aus dem Funkwagen der Einsatzleitung. Die hatte inzwischen - dank des Regens - den Löschpanzer abbestellt. Ein Helikopter steigt noch einmal auf und überprüft mit einer Wärmebildkamera, ob noch Glutnester bestehen. "Wir gehen davon aus, dass der Brand überstanden ist", sagt Bernd Boschan, Amtsleiter von Lieberose-Oberspreewald.

12.15 Uhr: "Der Brand, bei dem zwischen 200 und 250 Hektar Wald gebrannt haben, ist schon außergewöhnlich gewesen", konstatiert Ronald Judis. Er lobt darüber hinaus die Einsatzkräfte und das gut funktionierende Frühwarnsystem für Brandenburgs Wälder. "Ohne die Gefahr durch die Munition wäre das Feuer nie so groß geworden", unterstrich Judis.