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| 20:30 Uhr

Finanzielle Unterstützung
Fenia macht kleine, spürbare Fortschritte

 Mit einer herzlichen Umarmung hat Christian Dressel als Vorsitzender des HC Spreewald den symbolischen Scheck  aus der Benefizveranstaltung „Wir für Fenia“ an ihre Eltern  übergeben. Die TSG Lübbenau im Hintergrund hatte beim Lokalderby zwar das Nachsehen, sich aber dennoch einen extra großen Applaus verdient. Denn mit der großzügigen Schenkung eines von den Berliner Handball-Füchsen unterschriebenen Trikots an den HC zum Zweck der Versteigerung   trug der Nachbarverein einen beachtlichen Teil zur Spendensumme für die Neunjährige bei.
Mit einer herzlichen Umarmung hat Christian Dressel als Vorsitzender des HC Spreewald den symbolischen Scheck aus der Benefizveranstaltung „Wir für Fenia“ an ihre Eltern übergeben. Die TSG Lübbenau im Hintergrund hatte beim Lokalderby zwar das Nachsehen, sich aber dennoch einen extra großen Applaus verdient. Denn mit der großzügigen Schenkung eines von den Berliner Handball-Füchsen unterschriebenen Trikots an den HC zum Zweck der Versteigerung trug der Nachbarverein einen beachtlichen Teil zur Spendensumme für die Neunjährige bei. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben/Neu Lübbenau. Unendlich dankbar sind die Eltern der kleinen Fenia. 6000 Euro brachte ein Handball-Benefizspiel ein. Inzwischen hat die neunjährige Neu Lübbenauerin im Wachkoma eine neue Therapie begonnen. Erste Fortschritte sind bereits erkennbar. Von Ingvil Schirling

Es ist eine stolze Summe, die vor dem Lokalderby des HC Spreewald gegen die TSG Lübbenau am Sonntagnachmittag an die Eltern von Fenia Becker übergeben werden konnte. Mit 6000 Euro unterstützen Menschen aus dem Spreewald die Familie, deren neunjährige Tochter noch immer im Durchgangsstadium des Wachkomas liegt, in dem sie seit Komplikationen mit großem Blutverlust nach einer Routine-OP ist. Christin Becker und Mario Blumenberg nahmen den Scheck im ausverkauften Blauen Wunder mit großer Dankbarkeit entgegen. Und während der HC den Spreewälder Nachbar-Handballern mit einem Endstand von 34:26 eine doch recht deutliche Ansage machte, berichteten sie von Fortschritten bei Fenia – klein, aber spürbar.

Fenia wird mit neuer Therapie behandelt

Nach wie vor ist sie in einem Reha-Zentrum bei Brandenburg an der Havel. Neu ist seit rund zwei Wochen, dass sie mit der „konduktiven Therapie nach Petö“ behandelt wird. Petö ist der Name des ungarischen Arztes, der sie entwickelte. Spielerisch, aber sehr umfassend werden betroffene Kinder dabei in all ihren Sinnen und Wahrnehmungen angeregt und gefördert.

„Die Mutti muss mitmachen“, beschreiben Mario Blumenberg und Christin Becker den Ansatz, der auch auf Gemeinsamkeit in der Gruppe abstellt. Für Fenia sei der Ansatz „sehr anstrengend“, sagt ihre Mutter, bringe aber „einen Riesenfortschritt“. Dennoch bleibt ein großer Unterschied zwischen dem Zustand, wie man Fenia kenne „und wie wir sie uns auch wieder wünschen“; sagt Mario Blumenberg, und dem Zustand, in dem sie weiterhin ist. Manchmal seien Mundbewegungen zu beobachten, die scheinen, als wolle sie wieder zu sprechen beginnen – doch bislang ohne hörbares Ergebnis. Einzelne „Mama“- oder „Oma“-Äußerungen hat es aber gegeben.

Fenia macht Fortschritte

Der Ansatz setzt auch auf Routine in den Abläufen, sodass das Gehirn eingeladen wird, ihnen zu folgen und aktiver zu werden. Die beiden kennen natürlich ihre Tochter und sehen, wie sie kämpft. „Ich kenne nichts, was härter ist zu trainieren“, schätzt Mario Blumenberg ein.

Für ihn schloss sich auch ein Kreis, als er den Scheck entgegennehmen durfte. Denn an der benachbarten Bildungseinrichtung, der heutigen Liuba-Grundschule, spielte er zu seiner Schulzeit selbst Handball, und zwar „leidenschaftlich gerne“, wie er sagt. Dass 6000 Euro beim Benefiznachmittag zusammenkommen, der neben dem Spiel der Spreewald-Legenden gegen den HC auch einen Flohmarkt für Kindersachen, Tombola, Spendenbox, der Versteigerung von Füchse-Utensilien umfasste, hätte er in dem Umfang nicht erwartet. Beide sind unwahrscheinlich dankbar für die große Anteilnahme an ihrem und Fenias Schicksal in der Region. Das umfasse neben dem Benefiznachmittag der Handball-Familie auch die Spendenläufe und andere Aktionen, betont Christin Becker.

Spendengeld wird überlegt eingesetzt

Wie sie das Geld für Fenia einsetzen wollen, ist noch nicht entschieden. Möglichkeiten gibt es viele. „Wir sind sehr sparsam“, sagen beide. Zunächst soll weiter ausgelotet werden, was über die Kasse und andere Leistungsträger finanziert werden kann. Erst dann wird geprüft, was Fenia wirklich braucht, und ob es sie gut unterstützt. „Wir überlegen ganz genau, was wir mit dem Geld machen“, unterstreicht Mario Blumenberg. Weitere therapeutische Ansätze sind ebenso in der Überlegung wie Vorrichtungen für das sichere und gesunde Lagern für und von Fenia.

Die Anteilnahme in der Region gibt beiden Mut, ebenso das Miteinander in der Reha-Einrichtung. „Es ist eine Lebensprüfung“, sind sich die Eltern einig. „Manche Tage möchte man nicht haben“, sagt Mario Blumenberg zur immer wieder auch sehr schwierigen Situation. Doch auch andere Kinder zu erleben mit ebenfalls schwerem Schicksal und doch großem Lebenswillen und Energie, beeindruckt beide sehr. Und wer weiß, vielleicht ist der klare Sieg des HC, der an dem Tag übrigens auch den Sponsoring-Vertrag mit der MBS Potsdam verlängern durfte, ja auch ein gutes Omen für weitere Fortschritte.