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| 17:48 Uhr

Übung für den Ernstfall
Einsatzübung: Verpuffung löst Waldbrand aus

Die Einsatzübung auf der Deponie in Lübben war ein Teil des Ausbildungstags der Freiwilligen Feuerwehren in der Kreisstadt am Wochenende. Etwa 40 Kameraden waren daran beteiligt.
Die Einsatzübung auf der Deponie in Lübben war ein Teil des Ausbildungstags der Freiwilligen Feuerwehren in der Kreisstadt am Wochenende. Etwa 40 Kameraden waren daran beteiligt. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Feuerwehren von Lübben üben für den Ernstfall auf der Mülldeponie des KAEV. Von Andreas Staindl

Auf die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Lübben ist Verlass. Und nicht nur das. Sie arbeiten harmonisch miteinander, lösen die an sie gestellten Aufgaben gemeinsam, und das so schnell wie möglich. Das hat die Einsatzübung am Samstag gezeigt. Um 13:45 Uhr wurde Alarm ausgelöst.

Das Szenario: In einer Halle auf der Deponie des Kommunalen Abfallentsorgungsverbands (KAEV) „Niederlausitz“ in Lübben-Ratsvorwerk gab es eine Verpuffung. Zwei Arbeiter werden vermisst. Einer muss sich noch in der Halle befinden. Die Einsatzkräfte entdecken ihn auf einer Rüstung. Sie nutzen die Hubarbeitsbühne „Bronto Skylift“, um den verletzten Mitarbeiter aus der Höhe zu retten.

Andere Feuerwehrleute haben inzwischen den zweiten Vermissten entdeckt. Er liegt unter einem Container vor der Halle, ist eingeklemmt, offenbar schwer verletzt. Die Retter heben den schweren Behälter mit Hilfe von Luftkissen an. Sie gehen sehr umsichtig vor, achten darauf, dem Arbeiter weitere Schädigungen zu ersparen.

Erfahrene und weniger erfahrene Feuerwehrleute lösen die Herausforderung gemeinsam. Diejenigen, die selten vor solchen Aufgaben stehen, sind dankbar für Hinweise und Tipps. Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Das wissen die Kameraden. Sie üben deshalb regelmäßig verschiedene Szenarien.

Neben der Rettung von Verletzten aus der Höhe und unter dem Container hatten die Feuerwehrleute noch eine weitere Herausforderung zu meistern. Durch die Verpuffung kam es zu einem Waldbrand auf dem Betriebsgelände in unmittelbarer Nachbarschaft zur Halle. Das Feuer ist eine Gefahr auch für die Retter. Eine Ausbreitung muss unbedingt verhindert werden.

Schläuche werden ausgerollt, das Wasser über Pumpen zum Einsatzort befördert und das Feuer schließlich bekämpft. Mehrere Trupps arbeiten parallel. Frank Böhme hat die Arbeit der einzelnen Gruppen koordiniert, den gesamten Einsatz auf dem Gelände des KAEV geleitet. „Die gesamte Übung ist gut gelaufen“, wird Hagen Mooser später sagen. Der Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Lübben/Stadt dankte den Kameraden dafür, aber auch „für ihren Einsatz während des gesamten Ausbildungstags. Er hat mir viel Spaß gemacht.“

Schon am Vormittag wurde den Feuerwehrleuten theoretisches und praktisches Rüstzeug an verschiedenen Stationen im und rund um das Feuerwehrgerätehaus in Lubolz vermittelt. Der Ausbildungstag fand erstmals dort statt. Diesmal – auch das war eine Premiere – haben sich Feuerwehrleute aus allen aktiven Ortswehren der Stadt Lübben beteiligt – insgesamt etwa 40 Kameraden.

Lubolz´ Ortswehrführer Maik Köllnick und Benjamin Müller, Vorsitzender des Feuerwehrvereins im Ortsteil, sorgten gemeinsam mit anderen Helfern für einen reibungslosen Ablauf des Ausbildungstags. Hagen Mooser dankte ihnen dafür, aber auch dem KAEV, der die Einsatzübung möglich machte. Der Verbandsvorsteher Bernhard Schindler gab die symbolischen Blumen an die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren zurück: „Danke dafür, dass sie ihre Freizeit für eine wichtige Aufgabe opfern. Wenn wir mit unseren Mitteln an Grenzen stoßen, kommen sie als Profis dazu. Das hat bisher super funktioniert. Auch wenn es nur Fehlalarme waren, haben wir gesehen und dankbar zur Kenntnis genommen, wie schnell die Einsatzkräfte vor Ort sind. Das ist ein sehr beruhigendes Gefühl.“ Dank gab es von ihm mit Worten, aber auch Kaffee und Kuchen. Er war aber nicht der Einzige, der die Einsatzübung verfolgte. Auch Lübbens Bürgermeister Lars Kolan (SPD) war vor Ort. Er war froh, dass es nur eine Übung war. Der Verwaltungschef konnte sich aber auch erneut davon überzeugen, welche hohen Kompetenzen die aktiven Einsatzkräfte der einzelnen Ortswehren der Kreisstadt haben: „Was die Kameradinnen und Kameraden ehrenamtlich für unsere Stadt leisten, ist aller Ehren wert.“