Draußen wird es merklich kühler. Aber sollte man wirklich schon die Heizung hochdrehen? Vor allem im Hinblick auf die noch ungewissen Kosten sucht mancher nach wärmenden Alternativen.
Teelichtöfen werden dazu gerade auf verschiedenen Seiten im Internet angepriesen. Wohlig soll diese Wärme sein und auch noch anhalten, wenn die Kerzen aus sind, weil die Tontöpfe die Hitze der Kerzen für eine gewisse Zeit speichern. Außerdem sei so ein Teelichtofen mit handelsüblichen Baumarktutensilien schnell selbst gebaut, und Teelichter gibt es sowieso überall zu kaufen.

Lübbens Stadtwehrführer warnt

Sollte es so leicht sein, Gas zu sparen oder auf elektrische Zusatzheizungen verzichten zu können? Lübbens Stadtwehrführer Oliver Nopper warnt vor den Teelichtöfen und erklärt, wo die Gefahr liegt.
Stadtwehrführer Oliver Nopper hält einen Pulverlöscher in den Händen.
Stadtwehrführer Oliver Nopper hält einen Pulverlöscher in den Händen.
© Foto: Katrin Kunipatz
Eine Kerze brennt, weil das Wachs so heiß wird, dass es am Ende des Dochtes verdampft. Und genau dort brennt die Flamme, während flüssiges Wachs durch den Docht nach oben gezogen wird. „Aber bei einem Teelichtofen staut sich die Hitze und es kann passieren, dass Wachs verdampft und sich dieser Wachsdampf entzündet“, so Nopper. Wie das aussieht, zeigt die Freiwillige Feuerwehr Braunschweig in einem kurzen Video. „Auspusten ist dann nicht mehr möglich. Allein wird man diesem Feuer zu Hause nicht mehr Herr.“ Durch die große Hitze bestehe zudem auch die Gefahr, dass die Tongefäße zerspringen.

Lübben

Den Teelichtofen jetzt mit Wasser löschen zu wollen, sei in jedem Fall der falsche Weg, so Nopper. Das Wasser würde sofort verdampfen und das heiße und brennende Wachs ähnlich einer Fettexplosion großflächig verteilen. Der Stadtwehrführer rät, lieber die Finger vom Teelichtofen zu lassen.

Sorgfalt und Umsicht bei Kerzen im Haus

Dabei sind Teelichter per se nicht gefährlich, wenn man bestimmte Regeln einhält, sorgfältig und mit Bedacht agiere. Es handle sich um offenes Feuer, so Nopper, und deshalb ist eine feuerfeste Unterlage unabdingbar. Ansonsten sollte man Teelichter in größerer Zahl nicht enger beieinander aufstellen, als es in der Adventszeit üblich ist. Außerdem rät er dazu, die Kerzen auszumachen, wenn man den Raum verlässt.
Eine Regel, die er selbst zu Hause beherzigt. „Sehr zum Leidwesen meiner Partnerin“, ergänzt er schmunzelnd. Aber als Berufsfeuermann in Cottbus und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Lübben wisse er, was passieren kann. Oliver Nopper empfiehlt deshalb, einen Feuerlöscher leicht zugänglich in der Küche oder in der Nähe der Stube zu haben. Auch eine Löschdecke kann hilfreich sein, denn Wasser ist im Haus oft das ungünstigste Löschmittel.
Wer einen Feuerlöscher kauft, sollte sich mit dessen Handhabung auseinandersetzen und das Einsatzspektrum kennen.
Wer einen Feuerlöscher kauft, sollte sich mit dessen Handhabung auseinandersetzen und das Einsatzspektrum kennen.
© Foto: Katrin Kunipatz
Ob Pulver- oder Schaumlöscher die richtige Wahl sind, hängt letztlich vom Einsatzzweck ab. Auf jeden Fall sollte man sich mit dem Gerät beschäftigen und die Handhabung kennen.

Kohlenmonoxid ist nach Flammen eine weitere Gefahr

Keine Angst muss man dagegen haben, durch die Teelichter zu viel Sauerstoff zu verbrauchen. Nopper rechnet vor, dass Luft 21 Prozent Sauerstoff enthält. In der ausgeatmeten Luft sind noch 17 Prozent enthalten, was immer noch ausreicht, um einen Menschen im Notfall zu beatmen.
Gefährlich ist das bei einer unvollständigen Verbrennung entstehende Kohlenstoffmonoxid oder kurz Kohlenmonoxid. Mit Einweggrills oder Holzkohle in geschlossenen Räumen heizen, ist deshalb nie eine Option. Das geruchlose Gas ist genauso leicht und vermischt sich mit der Luft. Eingeatmet verhindert Kohlenmonoxid die Sauerstoffaufnahme im Blut, erklärt Nopper. Erste Symptome sind Übelkeit und Kopfschmerzen, später folgt die Ohnmacht.
Kohlenmonoxid selbst ist geruchlos und diffundiert sogar durch Wände hindurch, so der Stadtwehrführer. Rettungsdienst und Feuerwehr führen deshalb immer CO-Warner mit. Die Geräte schlagen Alarm, wenn Kohlenmonoxid vorhanden ist. Oliver Nopper empfiehlt Besitzern von Kaminöfen oder Gasthermen, solche CO-Warner in der Wohnung zu installieren. Sie funktionieren so ähnlich wie ein Rauchmelder.
Wer jetzt überlegt, statt mit Kerzen oder Kamin lieber einen elektrischen Heizlüfter zu nehmen, muss ebenfalls aufpassen. Erstens dürfen Gardinen oder Möbelstücke ähnlich wie beim Kamin nicht in der Nähe stehen. Zweitens sollten nicht zu viele Geräte an einer Steckdose hängen oder an Mehrfachverteiler angeschlossen werden. Und drittens besteht die grundsätzliche Gefahr, wenn zu viele Menschen elektrisch heizen, dass das Stromnetz zusammenbricht. Ein Blackout wäre die Folge.

So handeln Sie richtig, wenn es brennt

Wenn aber trotz aller Sorgfalt der Weihnachtsbaum brennt oder die Flammen vom Adventskranz auf die Tischdecke übergreifen, rät Oliver Nopper zum Selbstschutz. Nicht nur das Feuer, auch die Rauchgase sind gefährlich. Seine Empfehlung: Den Notruf wählen, Fenster und Tür zumachen, aber nicht verschließen, und den Nachbarn Bescheid geben. Die Feuerwehren in Lübben sind jedenfalls so organisiert, dass sie binnen 13 bis 14 Minuten am Einsatzort sein können. Und mit den das ganze Jahr über stattfindenden Ausbildungen und Trainings sieht Nopper seine Feuerwehrleute gut vorbereitet.