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| 15:15 Uhr

Lübben/Luckau/Dahme
20 Jahre Parkinson-Gruppe

Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Lübben feiert kommende Woche ihr 20-jähriges Bestehen.
Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Lübben feiert kommende Woche ihr 20-jähriges Bestehen. FOTO: Hans-Dieter Piehl
Lübben/Luckau/Dahme. Festveranstaltung mit Beisammensein und Fachvorträgen am 25. April in Lübben. Von Ingvil Schirling

Parkinson? Das ist doch, wenn die Hände zittern, oder? Sehr viel mehr weiß kaum jemand, der nicht betroffen ist und nicht im medizinischen Bereich arbeitet, über die Krankheit. Die regionale Selbsthilfegruppe Parkinson für Lübben, Luckau, Dahme und Umland will das ändern – und gleichzeitig auch den Erkrankten auf vielfältige Weise Hilfe und Unterstützung anbieten. Gegründet am 22. April 1998, feiert sie kommenden Mittwoch ihr 20-jähriges Bestehen. Viel hat sich seit den Anfängen getan. Einen breiten Wirkungskreis hat die Gruppe auch deshalb, weil zu den regelmäßigen Treffen stets Interessierte eingeladen sind, die nicht Mitglied der Gruppe sind. Immer wieder wird diese Möglichkeit gerne genutzt.

Leiter der Gruppe ist – zum zweiten Mal – Dr. Hans-Dieter Piehl. Nach der Gründung wurde sie zunächst von Christiane Fröchtenigt aus Dahme geführt, Piehl übernahm im Oktober 2002. In seine erste Zeit fällt die Zusammenlegung mit der Lübbener Gruppe, bis dato unter Leitung von Fachärztin Gisela Dammaschke, und die Aufwertung der ursprünglichen Kontaktstelle zu einer Regionalgruppe. Nach dem Tod von Hans-Dieter Piehls Frau, die schon zu DDR-Zeiten an Parkinson erkrankt war, übernahm zunächst noch einmal Christiane Fröchtenigt, ab Anfang 2007 dann Frank Lahfeld die Gruppe, die damit auch einen Standortwechsel von Dahme nach Lübben vollzog. Als sich Anfang vergangenen Jahres der Gesundheitszustand von Frank Lahfeld verschlechterte, bat er um Ablösung. Seit Sommer 2017 stellt sich Hans-Dieter Piehl nun noch einmal dieser Aufgabe – obwohl ist „etwas sehr seltenes passiert ist“, wie er sagt. Auch er selbst ist an Parkinson erkrankt. Weit häufiger ist es, dass bei einem Paar nur einer von beiden an der Krankheit leiden muss.

In der Selbsthilfegruppe sind neben 21 Betroffenen auch sechs Angehörige. Jeden zweiten Montag im Monat treffen sie sich im Asklepios-Fachklinikum und laden sich dazu häufig Fachleute ein, die über Angebote und Neuigkeiten rund um die Parkinson-Erkrankung berichten. Gleichberechtigt stehen aber auch Ausflüge auf dem Programm.

Ob zum Kegeln in die Majoransheide, zur Waldschule nach Börnichen, zum gemeinsamen Urlaub nach Rheinsberg oder zum Hoffest nach Schöna-Kolpien – das Programm ist vielfältig. Die Mitglieder aus Lübben, Lübbenau, Luckau, Golßen, Märkisch-Buchholz und Lieberose hören aber auch Vorträge wie zum Beispiel am 10. September 2018, wenn ab 14 Uhr Notarin Rita Knieschke über Vorsorge- und Betreuungsrecht informiert.

Die Regionalgruppe ist Teil der Deutschen Parkinson Vereinigung, die 1981 von Betroffenen gegründet wurde und inzwischen 23 000 Mitglieder in 450 Regionalgruppen und Kontaktstellen hat. In Brandenburg gibt es 20 Selbsthilfegruppen. Wie der Lübbener Regionalgruppe geht es allen darum, die Betroffenen mit Informationen zu versorgen und ihr Selbstbewusstsein so zu stärken, dass sie „die therapeutischen Bemühungen der Ärzte in kritischer Partnerschaft anerkennen und befolgen“, sagt die Vereinigung. „Aus der Erfahrung wissen wir, wie groß die Gefahr ist, dass die Patienten sich nur noch aus der Krankheit heraus definieren – besonders dann, wenn die Beweglichkeit abnimmt.“

Forschung, Arzneimittelerprobung, Öffentlichkeitsarbeit und vor allem eine psychologische Stärkung der Patienten werden unterstützt. Denn neben dem Ruhezittern als bekanntestem Symptom der Parkinson-Erkrankung schränken auch Bewegungsverarmung und Muskelsteifheit die Möglichkeiten ein. Ein großes Ziel ist es daher, im Beisammensein und mit Ausflügen die Lebensfreude zu erhalten.

Interessierte sind zur Festveranstaltung eingeladen und haben auch dort die Gelegenheit, sich zu informieren und die Gruppe kennenzulernen.