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| 13:48 Uhr

Streetfood-Festival in Lübben
Festtage für den Gaumen

Heimische und außergewöhnliche Snacks wurden am Wochenende auf dem Lübbener Marktplatz zubereitet und angeboten. Das erste „Spreewälder Streetfood-Festival“ lockte zahlreiche Besucher, die zufrieden wieder nach Hause gingen.
Heimische und außergewöhnliche Snacks wurden am Wochenende auf dem Lübbener Marktplatz zubereitet und angeboten. Das erste „Spreewälder Streetfood-Festival“ lockte zahlreiche Besucher, die zufrieden wieder nach Hause gingen. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. „Spreewälder Streetfood-Festival“überzeugt die Gäste mit Leckereien aus der ganzen Welt. Von Andreas Staindl

Drei Tage lang war der Lübbener Marktplatz eingezäunt. Die blickdichten Planen machten neugierig. Immer wieder versuchten Leute durch kleine Lücken im Zaun einen Blick in den Festbereich zu erhaschen. Wer das „Spreewälder Streetfood-Festival“ jedoch aus nächster Nähe erleben wollte, musste schon durch den offiziellen Eingang.

Der Eintrittspreis, charmant auch Kulturbeitrag genannt, war überschaubar. Das, und die Vorfreude auf raffinierte, unbekannte Speisen, lockte das Publikum recht zahlreich. „Ich bin mit der Resonanz zufrieden“, sagt Juliane Wunderling, Cheforganisatorin der Veranstaltung. „Das Interesse ist groß, die Atmosphäre sehr angenehm.“

Und in der Tat. Gleich die Premiere eines solchen Festivals in Lübben hat gezündet. An allen drei Veranstaltungstagen schlenderten zahlreiche Gäste über den Festbereich. Der erwies sich als Schlemmermeile einzigartiger, zumindest ungewöhnlicher Gerichte. Japanische Pfannkuchen, holländische Mini-Pfannkuchen, Teigbällchen aus Kamerun, Spezialitäten aus Mexico, Gegrilltes und Burger mit Pfiff, dazu Getränke in ungewöhnlichen Variationen und Geschmacksrichtungen. Die Kreativität der Streetfood-Köche ist verblüffend, die Möglichkeiten, Zutaten zu kombinieren, die eigentlich nicht zusammenpassen wollen, scheinen grenzenlos. Alles wurde direkt vor den Augen der Besucher frisch zubereitet. Festtage für den Gaumen und Aha-Erlebnisse für die Geschmacksnerven. Wer wollte, konnte sich von Stand zu Stand essen, quasi einen kulinarischen Spaziergang durch die Welt unternehmen. Die kleinen Snacks machten es möglich. Nichts anderes ist Streetfood. Die Speisen und Getränke werden von einem meist fahrbaren Verkaufsstand auf öffentlicher Verkehrsfläche angeboten und direkt vor Ort verzehrt.

„Eine gute Idee“, sagt die Lübbenerin Annette Friedrich. „Ich finde es super, dass man hier mal neue Speisen ausprobieren kann. Unsere Stadt braucht solche tollen Events.“ Sie und ihre Familie haben von verschiedenen Snacks probiert. „An die Heuschrecken traue ich mich jedoch nicht ran.“

Gegrillte Insekten, Würmer und Larven gehörten zu den ganz besonderen Snacks des Festivals. Frank Ochmann hat diese angeboten. Der Insektenkoch versteht es, Mehlwürmer, Schwarzkäferlarven und Heuschrecken beispielsweise so zuzubereiten, dass sie lecker schmecken. Für die Zubereitung verwendet er Kräuter und Gewürze. Die Insekten selbst werden in heißem Öl gebraten. Reicht das, um den Ekel zu überwinden? Offenbar schon. Auch in Lübben wagten sich Besucher an gegrillte Insekten und Würmer. „Die Reaktion der Leute ist fast ausschließlich positiv“, erzählt Frank Ochmann. „Fast alle sind überrascht, wie gut Snacks aus der Insekten-Küche schmecken. Und wo gibt es denn heute noch die Möglichkeit, Grenzen zu überwinden?“

Stefan Wildau wollte das. „Ich bin nur wegen der gegrillten Insekten zum Streetfood-Festival gekommen“, sagt der junge Luckauer. „So etwas Außergewöhnliches gibt es schließlich nicht auf jedem Fest.“ Er bestellte sich eine Heuschrecke sowie eine Portion Mehlwürmer. „Hm, schmeckt echt lecker, irgendwie nussig. Ich bin froh, es mal probiert zu haben und würde es wieder tun.“

Das Streetfood-Festival hat ganze Familien auf den Markplatz gelockt. Der Nachwuchs durfte unter Anleitung des Kinderkochs Carsten Müller neue Erfahrungen sammeln. Die achtjährige Sarah war dabei, als leckere Speisen auf der Bühne zubereitet wurden. „Sie hilft auch zu Hause beim Kochen und hat Spaß daran“, erzählt Annette Friedrich. Anregungen für raffinierte Snacks gab es von den Streetfood-Köchen reichlich am Wochenende in Lübben. Zudem wurde das Festival musikalisch und mit Beiträgen rund ums Kochen bereichert.

Das „Spreewälder Streetfood-Festival“ war der versprochene kulinarische Spaziergang, der durchaus Lust auf mehr macht.