Von Ingvil Schirling

Ein Wasserbauwerk für die Ewigkeit, könnte man meinen. Von Weitem sichtbar ist das spreeüberspannende Bauwerk in verschiedenen Schattierungen von Grau. Über die Forststraße von Hartmannsdorf nähern sich dieser Tage Lkws mit Beton und fädeln sich millimetergenau rückwärts in die Zuwegung ein. Dahinter ist gut sichbar, wie das neue Wehr einmal aussehen soll. Kahnschleuse, zwei Wehrpfeiler mit zwei neuneinhalb Meter breiten Feldern dazwischen, Tore und Betriebsstege sind fertig und wurden vor einiger Zeit auch schon präsentiert. Im Sommer vergangenen Jahres wurde die Kahnschleuse eingeweiht. Damit steht der 12-Millionen-Euro Bau zur Hälfte, nämlich ziemlich genau bis zur Mitte der Spree.

Nun ist die Baufirma Strabag auf der anderen Seite tätig und arbeitet quasi von Petkampsberg aus. Mit unter Vertrag ist die Firma Stahlwasserbau Beeskow. Zwei weitere Wehrpfeiler sind gegossen und ragen als hellgraue Betonklötze aus der leeren Baugrube in die Höhe. Dazwischen schaut man auf Schalungswände und Steine, den Wehrrahmen und die -nischen. Das Wasser fließt, sicher abgehalten von den Spundwänden, um die Baustelle herum.

Am Ufer steht ein Kran; die Länge des künftigen Fischpasses ist gut zu erkennen. Er ist dafür ausgerichtet, auch größere Fische durchlassen zu können. Während die jetzt bereits häufig genutzte Kahnschleuse hergestellt wurde, war an dieser Stelle die temporäre Schleuse zu finden, damit die Spree weiter befahren werden konnte.

Im Kostenrahmen von rund zwölf Millionen Euro wird der Wasser- und Bodenverband voraussichtlich bleiben, sagt Jörg Wiesner als Geschäftsführer. Der geplante Fertigstellungstermin wird nicht ganz gehalten werden können – ursprünglich war von Frühjahr 2019 die Rede. Dass das Jahrhundertbauwerk im Sommer abgeschlossen werden wird, gilt aber als sicher.

Den Auftrag für den Abriss des in die Jahre gekommenen Wehrs aus den 1930er-Jahren hatte der Verband vom Land erhalten. In dem Zuge wird auch der Überweg für Fuß- und Radfahrer erneuert. Die Stadt Lübben finanziert diesen und hatte erfolgreich dafür gekämpft, dass auch künftig wieder eine Verbindung für Spaziergänger und Radfahrer zwischen Hartmannsdorf und Petkampfberg/Schlepzig existiert.

Bis sie darüber fahren dürfen, wird eine der Besonderheiten des Wehrs allerdings von Wasser bedeckt sein. Es verfügt über eine geschwungene Sohle, um den Wasserwiderstand zu brechen. Das erhöht die Haltbarkeit des darunter liegenden Betons. Ein Bauwerk für die Ewigkeit wird es damit nicht. Aber nach seiner Einweihung im Sommer dürfte es für viele Jahre als graue Eminenz in der Spree stehen.