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| 02:58 Uhr

Fernwärme ist in Lübben Streitpunkt

Lübben. Die Diskussion zur Fernwärmeversorgung oder zu alternativen Angeboten wird in Lübben kontrovers geführt. Der Betriebsratsvorsitzende der SÜW hat nun in der Stadtverordnetenversammlung Abgeordnete als Aufsichtsratsmitglieder der LWG in die Pflicht genommen. Ingrid Hoberg

Was in anderen Städten funktioniert, sollte auch in Lübben machbar sein - Fernwärme für Wohnungen, städtische Gebäude und andere Einrichtungen. Diese Einschätzung legte Thomas Adam von den Stadt- und Überlandwerken Lübben (SÜW) in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag dar. Der Energietechniker und Vorsitzende des Betriebsrats hatte in der Einwohnerfragestunde Rederecht erhalten. Er sei seit drei Jahren Mitarbeiter der SÜW und habe das Thema Fernwärme verfolgt. Er konnte nicht verstehen, welche Probleme es gibt.

Seine Nachforschungen hätten nun ergeben, dass für die Stadtverordneten die Erweiterung und Modernisierung der Fernwärmeversorgung immer mit einer über 40-prozentigen Erhöhung der Heizkosten für Mieter verbunden war. Er geht davon aus, dass diese Zahl im Raum steht, weil "Äpfel mit Birnen" verglichen wurden: Fernwärmepreise mit Brennstoffpreisen Erdgas. In der Folge wurden Angebote der SÜW von der Lübbener Wohnungsbau GmbH (LWG), der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, abgelehnt, so Adam.

Die Vereinbarungen zur Fernwärme laufen am 31. August 2013 aus. Mit der Stadt sei die SÜW im Gespräch und habe eine Verlängerung der bestehenden Verträge um ein Jahr vereinbart, die LWG habe dies abgelehnt. "Warum ist es nicht möglich, den Altvertrag mit der LWG aufleben zu lassen und die Fernwärmeversorgung bis 2014 festzulegen?", fragte Thomas Adam die Abgeordneten, die im Aufsichtsrat der LWG sitzen. "Warum ist es nicht möglich, sich ein Jahr zu gönnen für eine neue Diskussion?" Weder Abgeordnete noch Stadtverwaltung gaben in der Sitzung dazu ein Statement ab.

Für den Energietechniker Adam steht fest, dass in Lübben ohne Fernwärme kein Klimaschutzkonzept funktionieren kann und er sieht den Status "Staatlich anerkannter Erholungsort" langfristig gefährdet.

Rolf Quasdorf (CDU), Vorsitzender des Aufsichtsrats der LWG, sieht den Hauptgrund, warum das Angebot der SÜW nicht angenommen wurde, in der Forderung nach einer sogenannten großen Lösung, "die wir uns nicht leisten können". Demnach sollen alle Wohnblöcke der LWG und der GWG im Norden von Lübben angeschlossen werden. Die Ablehnung dieser Variante sei der SÜW bereits vor einer Woche schriftlich mitgeteilt worden.

"Wir haben klare Vereinbarungen zur Fernwärmelieferung bis 31. August. In der nächsten Woche geht unsere Antwort an die Stadtwerke raus", sagt Jürgen Busch, Vorstand der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Lübben (GWG), auf Rundschau-Nachfrage. Rund 340 Wohnungen der GWG sind zurzeit im Lübbener Norden an die Fernwärme angeschlossen. Das sind sogar mehr als von der LWG.