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| 02:59 Uhr

Familienhebammen helfen Eltern in Dahme-Spreewald

Lübben. Hilfe im Alltag für junge Familien mit Kind – der Landkreis Dahme-Spreewald ist Vorreiter. Seit 2008 unterstützen Freiberufler Eltern, die Krisen ausgesetzt sind. Andreas Staindl

Familienhebammen helfen Eltern, die sich besonderen psychosozialen oder gesundheitlichen Belastungen, Schwierigkeiten oder Krisen ausgesetzt sehen, den Familienalltag auf das Leben mit dem Baby umzustellen. Ihr Einsatz ist ein Förderschwerpunkt der Bundesinitiative "Frühe Hilfen".

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist Vorreiter, hält das Angebot von Familienhebammen seit 2008 bereit. Es ging als eine Maßnahme aus dem Netzwerk Kinderschutz hervor.

Das Amt für Jugend, Familie und Sport informierte über die Tätigkeit der Familienhebammen im Landkreis Dahme-Spreewald während der Sitzung des Jugendhilfeausschusses kürzlich in Lübben. Demnach engagieren sich Jana Bielagk, Grit Hecker und Christiane Perlitt als freiberufliche Familienhebammen auf Vertragsbasis mit dem Landkreis Dahme-Spreewald. Sie sind staatlich examinierte Hebammen mit einer Zusatzqualifikation als Familienhebammen.

Die drei Frauen beraten die Eltern zu gesundheitsrelevanten Themen, informieren über die Inanspruchnahme von gesundheitlichen Präventions- und Versorgungsleistungen und vermitteln sie zu weiterführenden Hilfen im sozialen Bereich.

Damit übernehmen die Familienhebammen eine Lotsenfunktion. Sie leiten die Eltern zudem praktisch in der Pflege und Versorgung des Säuglings an und unterstützen sie in der Entwicklung einer tragfähigen Eltern-Kind-Beziehung.

Der Kontakt zwischen Eltern und Familienhebammen wird etwa durch Gynäkologen, Krankenhäuser oder eine Institution der Jugendhilfe hergestellt. Wie das zuständige Fachamt der Kreisverwaltung jetzt informierte, ist momentan ein rückläufiger Bedarf erkennbar. Der Bedarf ist allerdings Schwankungen ausgesetzt. Die meisten Fälle - nämlich 14 - gab es 2010.

Im vergangenen Jahr hatten die Hebammen acht Familien betreut. In diesem Jahr sind es bisher drei Fälle. Familienhebammen können Eltern bis zum ersten Geburtstag des Kindes begleiten.

Birgit Uhlworm (UBL - Grüne/B90) möchte wissen, wie es mit den Familien anschließend weitergeht und wer sie nach den Hebammen betreut: "Mich interessiert, ob eine Hilfe von der anderen weiß, wo genau die Schnittstellen im Kreis sind."

Auch die Ausschussvorsitzende Sylvia Lehmann (SPD) hält "diese Information für nötig".

Zum Thema:
Für die Bundesinitiative "Netzwerke Frühe Hilfe und Familienhebammen" stehen in Brandenburg bis 2015 rund 3,5 Millionen Euro zur Verfügung, darunter 840 000 Euro für dieses Jahr. Die "Bundesinitiative ist Teil des neuen Bundeskinderschutzgesetzes und soll bereits bestehende Angebote in den Ländern und Kommunen ergänzen. Sie nimmt vorrangig den Schutz von Säuglingen und Kleinkindern in den Blick und will insbesondere Eltern in belasteten Lebenslagen spezifische Hilfestellungen anbieten. Um neue Zugänge zu Familien und weitere niedrigschwellige Angebote an Eltern mit Neugeborenen zu entwickeln, setzt die Bundesinitiative auf den Ausbau präventiver Angebote und früher Hilfen und dabei auch auf eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsbereich, beispielsweise mit Familienhebammen