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| 17:04 Uhr

Dahme-Spreewald
Schülerbeförderung soll auf den Prüfstand

Lübben/Luckau. Fahrzeiten werden in Fachausschuss diskutiert. Die Linke sieht Belastungsgrenze für Schüler bei 45 bis 60 Minuten plus Wartezeit erreicht.

Wenn ab übernächster Woche die Fachausschüsse des Kreistags beraten, wird voraussichtlich auch das Thema Schülerbeförderung wieder auf der Tagesordnung stehen. Die Linke hatte im Kreistag gefordert, die maximalen Fahrzeiten deutlich zu reduzieren – am liebsten direkt per Beschluss und ohne fachlich-detaillierte Diskussion im entsprechenden Gremium. Doch dem war die Mehrheit trotz intensiver Fürsprache vor allem von Linke-Abgeordneter Karin Weber aus Schönwalde nicht gefolgt. Das Hauptargument war, dass erst nach der Kreistagssitzung ein weiteres Treffen der im Sommer extra eingerichteten Arbeitsgruppe zum Thema Schülerbeförderung geplant war. Und dort sollte es zunächst darum gehen, wo und wie viele Schüler genau von den langen Fahrzeiten betroffen sind.

Kern der nun schon lange schwelenden Debatte ist die Zeit, die die Schüler maximal unterwegs sein sollen. Der Kreistag hatte sie im Rahmen der Nahverkehrsplanung 2015 beschlossen – doch seitdem gibt es immer wieder Stimmen, die diese zu lang finden. Festgelegt wurde damals, dass für Grundschüler maximal 90 Minuten Fahr-, Warte- und Umsteigezeit gelten und für ältere Kinder 115 Minuten, also knapp unter zwei Stunden. Das gilt je Richtung. Dabei sollen alle Schüler vor dem Unterricht insgesamt nicht mehr als 45 Minuten auf ihr öffentliches Verkehrsmittel warten müssen, nach der Schule höchstens 60 Minuten. Die Wartezeit wird auf die maximalen 90 beziehungsweise 115 Minuten angerechnet.

Die Linke sieht eine „Überschreitung der Belastbarkeit“, wenn die Grundschüler regelmäßig länger als 45 Minuten in eine Richtung unterwegs sind, die Älteren mehr als 60 Minuten. Die Wartezeiten zwischen Busankunft und Schulbeginn, Schulende und Abfahrt sollen nicht länger als 30 beziehungsweise 45 Minuten sein.

Geklärt werden soll nun als nächster Schritt: Wie viele Kinder sind wo genau akut betroffen? Was würde eine Veränderung kosten? Gibt es kurzfristige, sogar „originelle“ Lösungen, wie Lothar Treder-Schmidt (SPD/Grüne) gefordert hatte?

Kinder, die länger als die beschlossenen Zeiten unterwegs wären, werden mit „Spezialtransporten“, meist Taxen oder Privatunternehmen, zur Schule gefahren. 2015 wurden 7000 Schüler für 2,5 Millionen Euro jährlich vom öffentlichen Nahverkehr transportiert und 700 für die gleiche Summe mithilfe des Spezialverkehrs zur Schule gebracht. Diese Zahlen brachte Bildungsausschussvorsitzende Martina Mieritz (SPD) in die Debatte ein. Sie zeigen: Spezialtransporte sind teuer.

Dazu kommt, dass der Fahrplan der öffentlichen Verkehrsmittel wie der RVS im Landkreis Dahme-Spreewald ein hochkomplexes Gebilde ist. All das wird voraussichtlich im Bildungsausschuss am 16. Januar Thema werden, ehe die Interessen und Möglichkeiten weiter abgewogen werden.