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| 01:18 Uhr

„Fahrstuhl-Mann schaft“ hielt in Atem

Lübben.. Vor 50 Jahren wurde in Lübben der Grundstein für eine Sportstätte gelegt, die heute noch beliebter Treffpunkt für Vergleiche mit Sportfreunden aus ganz Deutschland und manchmal auch aus dem Ausland ist: das Stadion „Völkerfreundschaft“ in den Spielbergen. Es ist untrennbar mit dem Wohl und Wehe des Lübbener Fußballs der jüngeren Vergangenheit verbunden. Morgen findet zum Jubiläum die Begegnung der Kicker von Grün-Weiß Lübben und dem 1. FC Union Berlin statt, und die Spannung ist kaum zu überbieten.


Für die „Anlage eines Sportplatzes in Lübben“ , so ist einem bautechnischen Kostenplan von 1953 zu entnehmen, wurde vom Staat damals die stolze Summe von 90 000 Mark eingeplant. Für die Vermessung - und die Fachleute hatten es 1953 bei anhaltenden Protesten der Garten-Anlieger gegen das Stadion nicht leicht - wurden lediglich Kosten in Höhe von 36,02 Mark eingestellt. Ob die Vermesser „Gefahren-Zulagen“ bekamen, besagen die Chroniken nicht. Der Grundstein wurde vor 50 Jahren gelegt. Am 8. Mai 1956 wurde die Sportstätte „Völkerfreundschaft“ feierlich eröffnet.

Hier war Dynamo Lübben zu Hause
Der Platz an der Spielbergstraße, später auch der Hartplatz an der benachbarten Berliner Chaussee, war die Heimstätte der Kicker von Dynamo Lübben. Die schrieben Fußball-Geschichte und wurden im Volksmund über all die Jahre, wechselnder Platzierungen in den Fußball-Ligen und Klassen wegen, scherzhaft-liebevoll als „Fahrstuhlmannschaft“ bezeichnet. Lübben repräsentierten die Fußballer immer, mit Fairness und Engagement.
Schon zu Anfang, um 1954, spielten die Kicker der SG Dynamo in der Spielunion Lübben/Luckau. Konrad Keutel, der Chronist des Vereins, erinnert sich, dass 1954 die Lübbener Jugendmannschaft in Berlin-Hohenschönhausen Dynamo Schwerin mit 3:0 besiegte. Schon damals standen Namen wie Ulrich Lehnigk, Günter Pyttlick und Günter Ziemainz für sportliche Qualität. 1957, erinnert sich Keutel, wurde Dynamo erstmals Meister und stieg in die Bezirksklasse auf. 1959 musste man wieder absteigen, um 1960 wieder diese Klasse zu erreichen. Hellmuth Franzka als Sektionsleiter scharte in der Folge Fußball-Enthusiasten um sich, die es schließlich schafften, den Aufstieg in die höchste Spielklasse des damaligen Bezirkes Cottbus zu erreichen.
Der Name Falk hat im Lübbener Fußball einen guten Klang. Karl Falk übernahm die hauptamtliche Trainer-Funktion und kümmerte sich auch um den Fußball-Nachwuchs. Eine Entscheidung, die sich für den Club auszahlen sollte. Nach Auf und Ab in der Tabelle schafften die Lübbener 1970/71 mit dem vierten Platz die bis dahin beste Platzierung in der Bezirksliga und steigerten sich vier Jahre später unter Trainer Karl Falk und seinen Kollegen bis zum Vizemeister.

Aufstieg, Abstieg, wieder Aufstieg
1977/78 erreichten die Lübbener sogar die DDR-Liga, aber der elfte Platz war denn doch der Abstiegsplatz zurück in die Bezirksliga. Ein Jahr später erneut der Aufstieg - für die Fans ein angenehmes Wechselbad der Gefühle. Fußballer-Namen wie die von Torwart Hannuschke, den Spielern Kühnel, Pohle, Weihrauch, Gohlke, Knut Falk, Chwalek, Kozur, Iwer, Mörl und Mechelke - um nur einige zu nennen - haben heute noch in Lübben und Umgebung einen guten Klang.
Die politische Wende brachte im Lübbener Sport Veränderungen. Aus Motor Lübben und Dynamo Lübben wurde 1991 der SV Grün-Weiß Lübben. Bereits 1991/92 schaffte es Trainer Jörg Schade mit seinen Kickern, in die Landesliga aufzusteigen, wo man drei Jahre später sogar einen vierten Platz erkämpfen konnte.
Spieler-Fluktuation ließ den Klassenerhalt zwar nicht zu, aber mit Trainer Knut Falk wurde ab der Saison 2000/01 der Kreismeister-Titel erkämpft und der Aufstieg in die Landesklasse erneut möglich. Zum Jubiläum der SV Grün-Weiß können die Kicker auf einen stolzen zweiten Platz in der Landesklasse Mitte verweisen.
Grund zum Feiern also. Am Dienstag mit dem Fußballfest in der Sportstätte „Völkerfreundschaft“ , zu dem die Elf des Bundesliga-Zweitligisten 1. FC Union Berlin ab 18 Uhr erwartet wird. Auch Hertha BSC Berlin hat Interesse am fußballbegeisterten Lübben gefunden: Für den 28. Juni ist in Berlin ein Termin vereinbart, in dem die Partnerschaft zwischen der Stadt Lübben und Hertha in einem Vertrag besiegelt werden wird. Ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art für Grün-Weiß Lübben und ihr bald 50-jähriges Stadion. (-ds)