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Lübben
Fachtag in Lübben zeigt: Kinder spielen sich ins Leben

Die landesweite Fachtagung „Kinderpflege“ fand diesmal in Lübben statt. Etwa 90 Kindertagespflegepersonen aus dem Land Brandenburg haben daran teilgenommen.
Die landesweite Fachtagung „Kinderpflege“ fand diesmal in Lübben statt. Etwa 90 Kindertagespflegepersonen aus dem Land Brandenburg haben daran teilgenommen. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Landkreis Dahme-Spreewald organisierte erstmals landesweites Treffen mit viel Inhalt für Tagesmütter und -väter in Lübben

Kinder wollen die Welt entdecken. Das Spielen hilft ihnen dabei. Doch wie sollen Kinder spielen, und womit? Die landesweite Fachtagung „Kindertagespflege“ gab darauf Antworten.

Sie wurde erstmals vom Landkreis Dahme-Spreewald ausgerichtet und fand kürzlich in Lübben statt. Etwa 90 Tagesmütter und Tagesväter aus ganz Brandenburg beteiligten sich an der Tagung im Paul-Gerhardt-Gymnasium in der Kreisstadt.

Der Titel der Veranstaltung „Heute wieder nur gespielt? — Und doch ganz viel gelernt...“ war Programm. „Spielen ist der Hauptberuf jedes Kindes“, sagt Anke Blaschka vom Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg. „Durch Spielen begreift der Nachwuchs seine Umgebung und das Leben. Spiele sind anregend, spannend und kommunikativ. Sie stärken die Persönlichkeit eines Kindes.“

Kindertagespflegeeinrichtungen haben ihr zufolge einen zentralen Stellenwert, damit sich Kinder ins Leben spielen können. „Das Spielen nicht vergessen“, ermunterte Anke Blaschka die Teilnehmer der Fachtagung.

Diese sollten mit der Veranstaltung „stark gemacht werden. Wir wollen ihnen Argumentationshilfen gegenüber den Eltern an die Hand geben“, sagt Ria Segeth vom Jugendamt des Landkreises Dahme-Spreewald. Mit Vorträgen und Workshops wurden die Tagesmütter und -väter fit gemacht.

Antje Cori hat einen der Workshops geleitet. Die Kita-Leiterin in Zeesen (Königs Wusterhausen) hat den Teilnehmern gezeigt, wie sie Finger-und Handpuppen etwa für die Sprachförderung der Kinder  einsetzen können: „Die Mädchen und Jungen lernen spielend. Wir sind damit sehr erfolgreich.“

Kinder können ständig und überall spielen, allein oder gemeinsam mit anderen Mädchen und Jungen. Spielen fordert bei allen die geistige und körperliche Aktivität.

Die Erzieherin Solveig Brandenburg hat diese Erfahrung während ihrer Arbeit gemacht. Ihre Kita in Pätz (Bestensee) ist als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert. „Ich wünsche mir, dass auch Tagesmütter und –väter experimentieren, den Kindern die Möglichkeit geben, das Leben quasi zu erforschen. Es liegt mir am Herzen, ihnen die Scheu davor zu nehmen. Wenn sie ein Mal positive Erfahrungen gemacht haben, dann ist das Eis gebrochen.“ Solveig Brandenburg ermutigt: „Zurück zu altbekannten Spielen.“

Anregungen und Impulse gab es reichlich während der Fachtagung in der Aula des Lübbener Paul-Gerhardt-Gymnasiums. „Für viele Kinder ist es fast schon eine Qual, mal ohne technische Hilfsmittel auszukommen“, schildert Carsten Saß (CDU) seine Erfahrung. „Ein paar Kastanien machen es auch.“

Der Bildungsdezernent des Landkreises Dahme-Spreewald würdigte das Engagement von Kindertagespflegepersonen: „Sie leisten hervorragende Arbeit, obwohl sie sich zwischen Erlebnissen, pädagogischem Anspruch und Finanzen bewegen.“

75 Tagesmütter und –väter gibt es ihm zufolge im Dahme-Spreewald-Kreis. 44 000 sind es bundesweit. Sie betreuen Mädchen und Jungen bis zum dritten Lebensjahr.

Kristy Augustin (CDU), Mitglied des Brandenburger Landtags, bricht während des Fachtages eine Lanze für die Kindertagespflegepersonen. „Ihre Arbeit ist gleichrangig mit der in Kitas und Krippen“, sagt das Vorstandsmitglied des Landesverbands der Kindertagespflege in Brandenburg. „Doch sie stehen oft allein da. Wir als Landesverband sind ihre Interessenvertreter.“

Die jährliche Fachtagung „Kindertagespflege“ bietet Raum für Austausch und Impulse. Diese Chance wurde während der Veranstaltung in Lübben rege genutzt.