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| 18:05 Uhr

Explosion
Rettungseinsatz bei Börnichen

Fast 40 Einsatzkräfte von freiwilligen Feuerwehren aus der Stadt Lübben und weiteren Wehren des Landkreises sowie Polizei und Rettungskräfte sind gestern nach der Explosion im Spreewerk vor Ort gewesen. Es wurde ein beheizbares Zelt aufgestellt.
Fast 40 Einsatzkräfte von freiwilligen Feuerwehren aus der Stadt Lübben und weiteren Wehren des Landkreises sowie Polizei und Rettungskräfte sind gestern nach der Explosion im Spreewerk vor Ort gewesen. Es wurde ein beheizbares Zelt aufgestellt. FOTO: Ingrid Hoberg / LR
Lübben. Nach der Explosion auf dem Gelände des Spreewerks Lübben wird ein Mann vermisst.

Gegen 10 Uhr hat es am Freitag im Spreewerk Lübben eine Detonation gegeben. Die freiwilligen Feuerwehren der Stadt Lübben sind alarmiert worden und dann weitere Kräfte aus dem Landkreis angefordert worden. Schnell stellt sich heraus, dass ein Spreewerk-Mitarbeiter (55) vermisst wird, ein weiterer Mann (53) hat einen Schock erlitten, wie Polizeisprecherin Ines Filon informiert.

„Wir sind mit 37 Leuten im Einsatz“, sagt Henry Strasen, stellvertretender Kreisbrandmeister. Die Einsatzstelle befindet sich an der Landesstraße in Börnichen hinter der Bushaltestelle in Richtung Schlepzig. Das Betriebsgelände darf nicht betreten werden. „Eigensicherung geht vor“; erklärt Strasen. Die Landespolizei hat einen Hubschrauber im Einsatz, der das Gebäude von oben fotografiert, in dem sich die Explosion ereignet hat. Die erste Auswertung zeigt, dass eine Produktionshalle an einer Ecke stark beschädigt ist, es qualmt.

In der Zwischenzeit ist ein beheizbares Zelt aufgebaut worden. Die Mitarbeiter des Spreewerks, die sich am Rettungspunkt 2213 direkt neben der Waldschule versammelt hatten, können sich aufwärmen. Sie sind blass, wortkarg, frieren nicht nur wegen der Temperaturen um null Grad. Bei der Nachricht „Explosion im Spreewerk“ am Freitag haben Lübbener sofort die Geschehnisse vom November 2002 wieder im Gedächtnis. Bei einer Bombenexplosion wurden damals vier Männer getötet. Als Ursache war von Kriminaltechnikern ermittelt worden, das wahrscheinlich ein Verbindungsstück während eines manuellen Vorgangs in die Sprengstofffüllung einer Bombe gefallen war und dadurch eine Kettenreaktion ausgelöst wurde. Vier Bomben waren explodiert. 2001 hatte es einen Großbrand gegeben, der damals das Laborgebäude und angrenzende Lagerräume erfasst.

An der Einsatzstelle herrscht während der ganzen Zeit gespanntes Warten. Noch kann keiner auf das Gelände. Ein Roboter, moderne Polizeitechnik, ist angefordert, worden. Er wird Bilder zur weiteren Beurteilung der Lage liefern. Am Nachmittag kann dann die Feuerwehr Glutnester löschen. Gegen 15 Uhr kommt das Technische Hilfswerk wie angefordert, um Sicherungsarbeiten an der beschädigten Betriebshalle vorzunehmen. Wie Polizeisprecherin Filon betont, wird die Ermittlung der Ursache Zeit in Anspruch nehmen. Sprengstoffexperten der Polizei werden zu den Ermittlungen herangezogen.

Frank Neumann, stellvertretender Lübbener Bürgermeister, ist am Vormittag mit Mitarbeitern zum Unfallort gefahren, Bürgermeister Lars Kolan ist am frühen Freitagnachmittag vorzeitig von einer Dienstreise zurückgekommen und direkt zur Unfallstelle gefahren, um sich ein Bild von der Lage zu machen, ebenso Landrat Stephan Loge. Die Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald als zuständige Behörde hatte am 17. Juni 2017 plamäßig die letzte Stabsrahmenübung durchgeführt. Dabei wurden die Abläufe im Katastrophenschutzstab und dessen Koordinierungsgruppe sowie das Zusammenspiel mit der Technischen Einsatzleitung der Feuerwehr geprobt.

In der Waldschule „Zum Specht“ haben sich am Freitag Kinder aufgehalten. Manfred Meehs hat sich gekümmert,dass die Kinder mit dem Bus nach Lübben zurückgebracht werden. Der Waldschullehrer hatte gleich den Landkreis informiert, sodass ein Fahrzeug geschickt werden konnte.

Die an das Gelände angrenzende Landesstraße 42 und die Bundesstraße 87 werden bis auf weiteres gesperrt bleiben, teilt die Polizei mit.