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| 12:47 Uhr

Europa
Für ein gemeinsames Europa

Landrat Stephan Loge und Kreistagsvorsitzender Martin Wille (beide oben) haben in Lübben im Rahmen der Europa-Woche sieben Europa-Urkunden übergeben an Walter Exner und Cezary Sadrakula (Luckau), Agnieszka Smikalla (Mittenwalde), Dr. Karlheinz Bendzko, Cornelia Gronau (Schulzendorf) sowie die Lübbener Martina Schreiber und Klaus Mietusch (nicht anwesend).
Landrat Stephan Loge und Kreistagsvorsitzender Martin Wille (beide oben) haben in Lübben im Rahmen der Europa-Woche sieben Europa-Urkunden übergeben an Walter Exner und Cezary Sadrakula (Luckau), Agnieszka Smikalla (Mittenwalde), Dr. Karlheinz Bendzko, Cornelia Gronau (Schulzendorf) sowie die Lübbener Martina Schreiber und Klaus Mietusch (nicht anwesend). FOTO: LR / Ingrid Hoberg
Lübben. Der Landkreis Dahme-Spreewald würdigt in einer Feierstunde engagierte Menschen. Von Ingrid Hoberg

Die Europa-Woche wird im Landkreis Dahme-Spreewald zum Anlass genommen, nicht nur auf die Bedeutung der europäischen Idee von Demokratie, Freiheit und Toleranz hinzuweisen, sondern auch Menschen für ihren persönlichen Einsatz für Völkerverständigung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu danken. So sind am Mittwoch im Rahmen einer Feierstunde in Lübben von Landrat Stephan Loge und dem Kreistagsvorsitzenden Martin Wille (beide SPD) sieben Europa-Urkunden verliehen worden.

Der Landkreis sei seit Jahren bestrebt, den europäischen Gedanken im Alltag zu festigen und die Nachbarschaft zu pflegen, sagte Landrat Loge. Dass sich 42 Prozent der Brandenburger nach einer aktuellen Umfrage wieder Kontrollen an der Grenze zu Polen wünschen, stößt bei ihm auf Unverständnis. „Die Europäische Union müsste erfunden werden, wenn es sie nicht schon gäbe“, betonte er.

„Gute Europa-Projekte und partnerschaftliche Kontakte sind die besten Argumente für ein gemeinsames Europa“, sagte der Landrat und verwies darauf, dass in LDS seit dem Jahr 2011 insgesamt 33 Personen und gemeinnützige Vereine mit der Europa-Urkunde geehrt wurden. Zum achten Mal sind nun Ehrenamtliche und gemeinnützige Vereine gemeinsam mit ihren ausländischen Partnern ausgezeichnet worden.

Luckau hatte Walter Exner und Cezary Sadrakula nominiert. „Als die Stadt vor der Herausforderung stand, Menschlichkeit zu zeigen, hat sich Walter Exner engagiert“, sagte Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Im Februar 2016 war von der Stadt ein Fahrdienst eingerichtet worden, der ein Jahr später vom Verein Mensch Luckau übernommen wurde. Nach dem Ende eines Sonderprogramms, das den Einsatz von Walter Exner als Fahrer ermöglichte, stand nur noch das Auto zur Verfügung. Allein dem ehrenamtlichen Engagement von Walter Exner sei es bis jetzt zu verdanken, dass der Fahrdienst weitergeführt werden konnte. Seit mehr als zwei Jahren ist dieser nun ein Bestandteil der Alltagsintegration für die in Luckau lebenden Geflüchteten.

Das Engagement von Cezary Sadrakula, Bürgermeister von Slawa, der polnischen Partnerstadt von Luckau, ist ebenfalls gewürdigt worden. Er lebe den europäischen Gedanken und engagiere sich über das Maß der beruflichen Anforderungen hinaus, hieß es in der Begründung. „Er hat Menschen zusammengebracht und gemeinsame Perspektiven entwickelt“, sagte sein Luckauer Amtskollege.

Martina Schreiber und Klaus Mietusch sind vom Städtepartnerschaftsverein Lübben nominiert worden. „Wir tanzen nur, ich bin beeindruckt, was die anderen so machen“, sagte Martina Schreiber. Dabei ist das Engagement der Wild Dancing Boots, einer Tanzgruppe für Aktive im Alter von zehn bis 63 Jahren, nicht zu unterschätzen. Nicht nur in Lübben, sondern über die Kreisgrenzen hinaus hat der generationsübergreifende Verein seinen Platz gefunden. Seit 2009 finden regelmäßig Besuche und Auftritte in der Partnerstadt Wolsztyn statt. „Der grenzüberschreitende Austausch erreichte inzwischen die polnische Hauptstadt“, stellte Landrat Loge in seiner Laudatio fest. Die Vereinsvorsitzende nahm die Europa-Urkunde entgegen.

Ebenfalls im Rahmen des Engagements für die Städtepartnerschaft zwischen den Kreisstädten Lübben und Wolsztyn ist der Sportverein Blau-Weiß Lubolz 1930 geehrt worden. Gemeinsame Trainings verbinden die Nachwuchskicker. Klaus Mietusch vom Verein konnte an der Veranstaltung nicht teilnehmen, wie der Landrat informierte.

Mit der Europa-Urkunde sind  weiterhin geehrt worden: Agnieszka Smikalla (Stadt Mittenwalde), Dr. Karlheinz Bendzko (nominiert von der LDS-Kreistagsfraktion Die Linke) und Cornelia Gronau (nominiert vom Seniorenbeirat Schulzendorf).

Die Auszeichnungsveranstaltung im Strandcafé Lübben ist von Nicole Bullan und Johanna Miertsch von der Kunst- und Musikschule Luckau musikalisch umrahmt worden. Martin Wille, auch Vorsitzender des Europavereins Dahme-Spreewald, wünschte sich, dass im nächsten Jahr mehr junge Leute geehrt werden, die sich mit dem europäischen Gedanken beschäftigen.