| 02:41 Uhr

Eulen-Schilder aufgestellt

Der Tatort-Kommissar Hans-Joachim Wagner (Mitte) hilft Eulen-Schilder aufzustellen. Mitglieder der Bürgerinitiative "Klein Leuthen bewahren" haben 18 dieser Hinweisschilder kürzlich im Landschaftsschutzgebiet Groß Leuthener See/Dollgensee aufgestellt. Eines der Schilder (an der Brücke zur Weide) wurde laut dem BI-Sprecher Peter Müller schon herausgerissen und gestohlen.
Der Tatort-Kommissar Hans-Joachim Wagner (Mitte) hilft Eulen-Schilder aufzustellen. Mitglieder der Bürgerinitiative "Klein Leuthen bewahren" haben 18 dieser Hinweisschilder kürzlich im Landschaftsschutzgebiet Groß Leuthener See/Dollgensee aufgestellt. Eines der Schilder (an der Brücke zur Weide) wurde laut dem BI-Sprecher Peter Müller schon herausgerissen und gestohlen. FOTO: A. Staindl/asd1
Klein Leuthen. Die Bürgerinitiative (BI) "Klein Leuthen bewahren" (Märkische Heide) hat Eulen-Schilder im Landschaftsschutzgebiet (LSG) Groß Leuthener See/Dollgensee aufgestellt. Durch die Hinweisschilder sollen mehr Menschen für das Schutzgebiet und seinen Erhalt sensibilisiert werden. Andreas Staindl / asd1

Das Landschaftsschutzgebiet Groß Leuthener See/Dollgensee ist bis vor Kurzem als solches nicht mehr zu erkennen gewesen. Die Hinweisschilder verschwanden im Laufe der Zeit. Eulen-Schilder machen das Schutzgebiet jetzt wieder kenntlich. Mitglieder der BI "Klein Leuthen bewahren" haben sie aufgestellt. Mit Spaten, Bohrer und anderem Werkzeug ausgestattet, war die Gruppe zu den vorher bestimmten Standorten gezogen. 18 Schilder wurden auf der etwa 835 Hektar großen Fläche verteilt.

Das LSG wurde 1968 eingerichtet. Es ermöglicht einen unverbauten Blick in die Landschaft. Doch der ist seit 2012 in Gefahr. Damals wurde bekannt, dass ein ortsansässiger Landwirt einen Rinderstall mitten im LSG errichten und damit seinen Tierbestand vervielfachen will (die RUNDSCHAU berichtete).

Einwohner des kleinen Dorfs wollten das nicht hinnehmen und gründeten eine Bürgerinitiative. Sie wollen eine Zerstörung des Schutzgebiets und der Dorfidylle verhindern. Der Konflikt ist bis heute nicht gelöst. Die Baugenehmigung für den Rinderstall wurde nicht zurückgezogen, wie Peter Müller sagt. Der Sprecher der BI in Klein Leuthen ist dennoch optimistisch, weil zwei Klagen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen den Landkreis Dahme-Spreewald als Baugenehmigungsbehörde ihm zufolge schon erfolgreich waren. Ein Baustopp konnte 2014 erreicht werden. In einem langwierigen Hauptverfahren soll die aus Sicht der Bürgerinitiative rechtswidrige Baugenehmigung endgültig aus der Welt geschafft werden.

Die BI engagiert sich inzwischen weiter für das Landschaftsschutzgebiet. Sie hatte der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald sowie der Gemeinde Märkische Heide angeboten, im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements neue Eulen-Schilder rund um das LSG aufzustellen. "Wir haben passende Standorte vorgeschlagen, die von den Behörden geprüft und genehmigt wurden", erzählt Peter Müller. "Der Landkreis hat die Schilder zur Verfügung gestellt. Ich bin sehr froh über die gute Zusammenarbeit mit den Behörden."

Die Bürgerinitiative will weiter gegen die Zerstörung des Landschaftsschutzgebiets kämpfen, aber auch die Dorfgemeinschaft stärken und den Ort verschönern. Sie hat prominente Unterstützung erhalten. Hans-Joachim Wagner unterstützt die BI, er hat ebenfalls geholfen, Eulen-Schilder aufzustellen. Der Schauspieler, der ab diesem Jahr als Tatort-Kommissar im Fernsehen zu sehen ist, hat ein Haus in Klein Leuthen gekauft, wie er sagt. Er setzt sich dafür ein, die idyllische Landschaft rund um das Sackgassendorf in der Märkischen Heide zu erhalten.

Infos über die Bürgerinitiative unter www.kleinleuthen.de .