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| 01:10 Uhr

„Es ist alles eine Frage der Psyche“

Lieberose.. Wer sich beim Pferde- und Spezialmarkt am Samstag zwischen den zahlreichen Verkaufsständen nach den zum Kauf angebotenen Pferden suchte, erlebte eine Enttäuschung.

Zwar konnte man sich mit Kleidung, Keramik und Nippes aller Art eindecken, doch die Hauptattraktion, die wiehernden Vierbeiner, fehlten fast völlig.
„Das kann man heute echt vergessen“ , lautete Egon Jurks Urteil. Seit zehn Jahren komme er hierher, aber so schlecht gelaufen sei es noch nie. Für seinen Haflinger hatte der Händler aus Weißack nur einen Interessenten.
Insgesamt standen an diesem Tag nur neun Pferde zum Verkauf. „Früher waren es Hunderte und in den letzten Jahren wenigstens um die 30“ , erinnerte sich Werner Knick aus Sielow. Der Einbruch sei gekommen, „als man zu jedem Pferd, das man auf dem Markt verkaufen wollte, auch einen Pass haben musste. Die Kosten bei der Beantragung und Untersuchung schrecken viele ab.“
Es habe damals viele „Wald- und Wiesenzüchter“ gegeben, die einfach drauflos gezüchtet hätten, erinnert sich der rüstige Rentner. „Natürlich war das nicht optimal, aber je mehr Händler da sind, umso mehr wird gehandelt und man treibt die Stimmung nach oben. Das hat alles was mit der Psyche zu tun“ , erzählte Werner Knick.
In Punkto Pferde, speziell Haflinger, kann ihm keiner so schnell etwas vormachen. Einem guten Gespräch über Pferdezucht und -haltung ist er nie abgeneigt. So verbrachte er dann auch den Samstag mit Fachsimpeln.
Während Pferde und deren Besitzer geduldig auf interessierte Käufer warteten, ging es auf dem restlichen Teil des Marktes etwas belebter zu. An den Spezialständen zur Pferdeausstattung wurde ebenfalls gehandelt. Sattlermeister Klaus Sallmann aus Altsorgefeld war zwar ohne Pferde, dafür aber mit viel Zubehör angereist. „Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es sind zwar Besucher da, jedoch bei weitem nicht so viele, wie in den letzten Jahren.“
Schon gegen 14 Uhr hatten die meisten Händler vom Regen und dem geringen Interesse die Nase voll und traten den Heimweg an. Wiederkommen wollen sie jedoch alle. „Ich bin immer hergekommen und werde das auch in den nächsten Jahren tun“ , so Egon Jurk. (ar)