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| 02:46 Uhr

Erstmals ein schwimmender Wolf im Spreewald fotografiert

Ein Wolf überquert am Samstag, den 28.1.2017, gegen 13:30 Uhr den Nordumfluter zwischen Burg und Byhleguhre.
Ein Wolf überquert am Samstag, den 28.1.2017, gegen 13:30 Uhr den Nordumfluter zwischen Burg und Byhleguhre. FOTO: Kathi Pump
Spreewald. Hobbyfotografin Kathi Pump aus Kolkwitz hatte Glück mit ihrer Kamera. Der Vierbeiner durchschwamm vor ihren Augen den Nordumfluter. Frank Hilbert

Zum ersten Mal ist jetzt ein schwimmender Wolf im Spreewald fotografisch dokumentiert worden. Das hat auf Nachfrage Thomas Frey, Pressereferent im Landesamt für Umwelt, bestätigt, dem die seltenen Aufnahmen inzwischen vorliegen.

Gelungen sind die außergewöhnlichen Fotos der Kolkwitzer Hobbyfotografin Kathi Pump am Samstag gegen 13.30 Uhr am Nordumfluter, der sich zwischen Burg und Byhleguhre erstreckt. "Der Wolf war ziemlich schnell im Wasser. Es waren so viele Rehe und Schwäne in der Nähe, aber der Gute hatte es eilig", berichtet Kathi Pump.

Telemetrische Studien hätten gezeigt, dass Wölfe mehr als 70 Kilometer pro Tag zurücklegen können, betont Frey. Dabei würden sie sich in Wald-, Heide- und Sukzessionsgebieten am sichersten fühlen und nach Möglichkeit menschliche Siedlungen, landwirtschaftliche Nutzflächen und Felder meiden oder diese Gebiete meist nur in der Nacht durchlaufen. "Dennoch sind in unserer stark besiedelten und von Landschaftszerschneidungen geprägten Kulturlandschaft auch Sichtbeobachtungen am Tag durchaus möglich. Vielleicht ist das Tier auch gestört worden", sagt Thomas Frey. Das nächste Wolfsvorkommen befinde sich in der Lieberoser Heide.

Dass dabei ein Wolf auch durch Wasser schwimme, sei keine Besonderheit. "Wölfe sind gute Schwimmer und können auch große Flüsse durchqueren", heißt es weiter aus dem Landesamt. Dass es sich dabei möglicherweise um einen Wolfshybriden (Wolf-Hund-Mischling) handeln könne, wird ausgeschlossen. Das Landesamt für Umwelt arbeite eng mit dem Senckenberg Institut Gelnhausen zusammen, das bundesweit genetische Proben im Rahmen des Wolfsmonitorings, darunter alle Wolfstotfunde aus dem Land Brandenburg, untersucht. "Es gibt keinerlei Nachweise von Wolfshybriden im Land Brandenburg", betont Thomas Frey.

Wie viele Wölfe derzeit in Südbrandenburg leben, könne er nicht exakt sagen. Hintergrund sei die Tatsache, dass Wölfe in Rudeln leben, die aus den beiden Elterntieren und den Nachkommen der zurückliegenden zwei Jahre bestehen. "Jungwölfe wandern mit zehn bis 22 Monaten ab und suchen sich ein neues Revier. Die Anzahl der Wölfe innerhalb eines Familienrudels schwankt im Jahresverlauf. Dies ist davon abhängig, wie viele Wölfe geboren werden, wie viele vorjährige Wölfe im Rudel verbleiben und wie hoch die Sterblichkeit ist", sagt Thomas Frey.

Die aktuellen Wolfsnachweise sind aus der Verbreitungskarte unter folgendem Link ersichtlich:
http://www.lugv.brandenburg.de/cms/media.php/lbm1.a.3310.de/wolf_nachw.pdf