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| 02:40 Uhr

Erste Wolfswache will Politiker in Brandenburg mobilisieren

Glühwein und Tee wärmen bei der Wolfswache.
Glühwein und Tee wärmen bei der Wolfswache. FOTO: privat
Leibsch. Nachdem eine Wildkamera einen Wolf direkt am Zaun seiner Mutterkuhherde in Leibsch im Unterspreewald aufgenommen hat, hatte Landwirt Frank Michelchen über die sozialen Netzwerke für Samstag zur Lagerfeuerwache aufgerufen. 25 Frauen und Männer – benachbarte Landwirte, Pferdehalter, der Hoftierarzt, Freunde und Bekannte – waren gekommen, zieht Michelchen Resümee zur ersten von ihm organisierten Wolfswache. red/pos

Von 20 Uhr bis Mitternacht wurde diese zum Schutz der Kälber an der Weide bei Leibsch abgehalten. "Bei Bratwurst, Tee und Glühwein wurde am Lagerfeuer bei minus sechs Grad angeregt über Wölfe und die vielen ungelösten Probleme in der Weidetierhaltung mit den Wölfen diskutiert", so Frank Michelchen.

"Natürlich können wir das nicht jede Nacht tun", räumt er weiter ein. Daher will er diese Wache als einen "Hilferuf an Brandenburgs Politiker, endlich ein echtes Wolfsmanagement zu beginnen", verstanden wissen. Bestehende Möglichkeiten im Naturschutzrecht, über Ausnahmeregelungen Schäden abzuwenden, müssten konsequent genutzt werden. "Wenn sich Wölfe unseren Weiden und Dörfern nähern, müssen sie zur Gefahrenabwehr geschossen werden", fordert Michelchen, der auch Wolfsbeauftragter des Brandenburger Bauernbundes ist. Umweltminister Jörg Vogelsänger müsse noch in diesem Jahr eine entsprechende Verordnung erlassen. Von der von Nabu-Präsident Olaf Tschimke und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks unterstützten Aussage in der "Hart aber Fair"-Sendung am vergangenen Montag, "der Wolf gehört in Deutschland zum allgemeinen Lebensrisiko", distanzieren sich Michelchen und seine Mitstreiter. Dazu gibt es noch Gelegenheit, denn Michelchen kündigt an, dass dieses Treffen von Landwirten und anderen Interessierten nicht das Letzte gewesen sei.