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| 18:39 Uhr

Bluesnacht in Lübben
Musikalisch durch die Nacht

 Für charaktervollen Blues hat unter anderem die Band „Proart“ aus Ilmenau gesorgt. Tino Kahl (hinten rechts), Organisator der Lübbener Bluesnacht, war dabei auch an der Gitarre zu hören.
Für charaktervollen Blues hat unter anderem die Band „Proart“ aus Ilmenau gesorgt. Tino Kahl (hinten rechts), Organisator der Lübbener Bluesnacht, war dabei auch an der Gitarre zu hören. FOTO: Benjamin Wepprich
Förderverein Lübbener Musikschüler hat erste Bluesnacht im Wappensaal veranstaltet. Von Benjamin Wepprich

„Dieses Konzert ist leider ausverkauft“ stand am Samstagabend auf den Werbeplakaten und Aufstellern rund um den Eingangsbereich des Wappensaals vom Lübbener Schloss. Eingeladen hatte der Musiker und Gitarrenlehrer Tino Kahl im Namen des Fördervereins Lübbener Musikschüler e.V. zur ersten Lübbener Bluesnacht. Das Konzert kam beim Publikum gut an.

Breit gefächert war das musikalisch Dargebotene: drei Musikgruppen – davon zwei Bands der Kreismusikschule und ein Solokünstler – standen auf dem Plan. Wer den Wappensaal betrat, merkte schnell, dass der Funke der Begeisterung auch auf die zahlreich anwesenden Zuschauer übersprang.

Die Bluesnacht beginnt mit dem schon fast souveränen Auftritt der Musikschulband „Tangled Cables“,. Die vier jugendliche Mitlieder Eddi Giebner, Lotti Goch, Jakob Zielke und Ilka Lehmann waren mit einer Auswahl an eigenen und gecoverten Popsongs zu hören waren und überzeugten Auf Anhieb. So mancher Zuhörer hätte  sich sicherlich eine kleine Zugabe gewünscht. Seit 2016 tritt die Kombo in dieser Konstellation auf und ist schon ein kleiner Edelstein, welcher stimmlich und instrumentalisch begeistert, was sich auch letztlich im Applaus widerspiegelt.

Fast nahtlos direkt im Anschluss betritt die zweite Band des Abends die Bühne: die „Rocksleepers“. Die Mitvierziger haben hauptsächlich Rockmusik und viele langsame Stücke im Gepäck. „Tino Kahl hat uns heute hier her eingeladen, um heute zu spielen und wir sind auch eigentlich eine Musikschulband, da tatsächlich alle Mitglieder von uns noch Musikunterricht haben“, erklärt die Bandleaderin Kathrin Rumi. Zusammen spielen sie seit 2015 in der Band, obwohl die meisten allesamt schon davor und allein Musik machten. Auch bei dieser Darbietung spart das Publikum nicht an begeisternden Applaus, der wiederum in die Vorstellung des nächsten Sängers und Musiktextschreibers Moritz Ecker mündet.

Der Musiker reiste unlängst mit seinem Fahrrad von Berlin in den Süden Australiens und spielt in Lübben die Songs seines neu erscheinenden Albums, in denen er seine Eindrücke der Reise verarbeitet.

„Wir sehen uns ein bisschen als Lokalpatrioten und kennen eine der Bands persönlich“, sagt der Lübbener Thomas Tensfeld. „Normalerweise geht das Licht in Lübben sonst auch schon früher aus, deswegen hoffen wir, dass diese Veranstaltung so fortgeführt wird“, ergänzt er. Zu erwähnen sei auch der mehrfach erwähnte Wunsch nach einer größeren Location, in der auch das Tanzbein geschwungen werden kann.

„Als Fans der auftretenden Bands sind wir bei fast allen Auftritten dabei. Tino Kahl bemüht sich zudem, dass hier in Lübben etwas los ist und das sollte man auch unterstützen, vor allem in so einer schönen Location wie dem Wappensaal“ sagen Diana Morch und Sibylle Gwiszcz.

Hauptakt des Abends ist unbestritten die Band „Proart“, aus der zahlreiche Musiker namhafter Band hervorgegangen sind. „Proart“ spielten bereits in den 1980er-Jahren regelmäßig in der Spreewaldregion. Die beiden Brüder Andreas und Walter Geyer geben der Band seither ein Gesicht und sind fester Bestandteil der deutschen Bluesszene.

Die Band hat sich nach der Rockblueswelle in den 1980er-Jahren stilistisch immer mehr geöffnet und ist bekannt für ihren anspruchsvollen Bandsound. Die Band verjüngte sich in den vergangenen Jahren immer wieder und spielt in ihrer Besetzung mit einer Hammondorgel und einem großen Bläsersatz.

„Wir sind ganz zufrieden mit der Resonanz auf das Konzert und sagen ‚Danke‘ an die Stadt Lübben für die breite Unterstützung“, sagt Organisator Tino Kahl. Eine Fortsetzung schließt er keinesfalls aus. „Wir wollen das hier auf jedem Fall weiter etablieren und die Konzerte im nächsten Jahr als eine Art Festival fortführen“, verspricht er am Ende des Abends.