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| 03:00 Uhr

Erst Wölfe und Elche – jetzt Wasser

Holzpfähle sind am Montag verladen worden. Sie werden in die Zerkwitzer Kahnfahrt eingebaut, um die Ufer zu stabilisieren.
Holzpfähle sind am Montag verladen worden. Sie werden in die Zerkwitzer Kahnfahrt eingebaut, um die Ufer zu stabilisieren. FOTO: jg
Lübbenau. Die Bürgerinititaive "Grundwasser" in Lübbenau spricht sich für einen Managementplan aus, den es im Land beispielsweise für Wölfe oder Elche gibt. Damit soll eine Vielzahl von Vorhaben koordiniert werden. Jan Gloßmann

Regen. Immer wieder Regen. Es gab Zeiten, da verging kaum ein (Regen-)Tag, an dem sich die Bürgerinititative Grundwasser in Lübbenau nicht zu Wort gemeldet hätte - mit Forderungen, Hinweisen, Anregungen, auch Vorwürfen. Und heute? Ruht, um im Bild zu bleiben, still der See. Dabei sind die Probleme nicht kleiner geworden. Das Wasser ist da, von unten und auch wieder von oben. Es fließt mehr schlecht als recht ab; und es steht so hoch, das selbst die Arbeiten der Zerkwitzer Kahnfahrt unterbrochen werden mussten (siehe Kasten). Die Bürgerinitiative steht derweil vor Veränderungen, schmiedet aber Pläne zu "Ideen für heute und morgen". Sprecher Helmut Knothe hat sein Amt abgegeben. Am 13. Juni soll in einer internen Mitgliederversammlung ein neues Sprechergremium gewählt werden (17 Uhr, GWG). Denn die Aufgaben sind nicht weniger geworden. Das große Ziel: "Kein Grundwasser mehr in einem Wohnhaus". Etwa 370 Gebäude sind betroffen in der Stadt, und die Bürgerinitiative will eine Flächenlösung, und, wo eine solche nicht greift, auch Lösungen für einzelne Häuser. Dafür soll es nach ihrer Vorstellung einen Managementplan Grundwasser geben, in dem die Aufgaben für alle beteiligten Gremien, Verbände, Ämter und Behörden geht. Was für Wolf und Elch oder auch die braune Spree im Land möglich ist, soll es auch fürs Lübbenauer Wasser geben. Denn das Wasser bringt, wo es zu viel wird, aus Sicht der Initiative Schäden an Bauten, bedroht Vermieter und die Lebensqualität der Bürger, beeinträchtigt Touristen und "stört das friedliche Zusammenleben der Bürger von Lübbenau". Den durchaus harschen Tönen in einem Positionspapier folgt eine dann doch nüchterne Bestandsaufnahme: "Die Probleme sind erkannt, Geld steht bereit, an Lösungen wird gearbeitet." Zudem hat das Umweltressort aus Potsdam einen Ministeriellen als Koordinator geschickt. Es ist im Fluss, heißt es. Und so sagt der Landtagsabgeordnete Werner-Siegwart Schippel (SPD): "Die nötigen Schritte müssen nach und nach abgearbeitet werden, selbst wenn das die Geduld der Lübbenauer weiter strapazieren wird." Im September folgt ein großer Test, ob mit den Krimnitzer Pumpen der Grundwasserstand dauerhaft beeinflussbar ist.

Zum Thema:
Der Ausbau der Zerkwitzer Kahnfahrt ist ins Stocken geraten. Das Wasser stand nach den Regenfällen zu hoch, um die Arbeiten fortzusetzen. Möglicherweise kann es am heutigen Dienstag weitergehen. Die verlängerte Zerkwitzer Kahnfahrt wird beräumt uns gestaltet, damit das Regenwasser künftig besser aus der Lübbenauer Neustadt abfließen kann. Die Arbeiten dauern laut Plan bis Ende August.