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| 13:23 Uhr

Offene Ateliers
Erst spät von der Kunstmalerei geküsst

 Petra Gwosch (2.v.r.) im Gespräch mit Malkollegin Jutta Schulze (r.) und Lübbens Türmerin Vera Städter.
Petra Gwosch (2.v.r.) im Gespräch mit Malkollegin Jutta Schulze (r.) und Lübbens Türmerin Vera Städter. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Die Lübbenerin Petra Gwosch malt Motive aus dem Spreewald und zeigte am Wochenende ihre Werke. Von Andreas Staindl

Es gibt Dinge, die machen neugierig. Weil sie so außergewöhnlich sind. Auch der künstlerische Werdegang von Petra Gwosch ist ungewöhnlich. Sie wurde erst spät von der Kunstmalerei geküsst. Mit Mitte 50 hatte es sie „einfach erwischt“, wie sie sagt. Das ist jetzt vier Jahre her. Vom ersten Pinselstrich bis heute hat sich die Lübbenerin erstaunlich schnell entwickelt. Ihre Bilder sind längst in Ausstellungen zu sehen, sorgen für Aufmerksamkeit in der Szene.

Petra Gwosch malt in Öl und ausschließlich Motive aus dem Spreewald. Die Lagunenlandschaft fasziniert sie. Hier fühlt sie sich wohl, holt sie sich die Kraft für ihre künstlerische Arbeit. „Mich reizt besonders das Alte, das Historische.“ Gebäude in typischer Spreewälder Bauweise sind auf vielen ihrer Werke zu sehen. Nicht einfach so in die Landschaft gesetzt, sondern immer am Wasser. „Gewässer gehören für mich dazu.“ Die fast 60-Jährige nimmt Fotografien als Vorlage. Sie übernimmt nicht jedes Detail, beschränkt sich auf das Wesentliche.

Der Blick auf ihre Bilder beruhigt. Es sind schnörkellose Werke, die aber genau das aussagen, was den Spreewald so reizvoll macht. Mal hat sie eine alte Scheune, dann wieder einen Heuschober oder einfach nur die Stimmung bei auf- und untergehender Sonne gemalt - immer mit Wasser kombiniert. Der Hafen am „Waldschlösschen“ in Burg ist ebenso festgehalten wie das das Logierhaus „Zum fröhlichen Hecht“ in Lehde oder Motive aus Kaupen bei Lübbenau. Das Gros ihrer Motive stammt aus dem Oberspreewald, vor allem aus Lehde und Burg. „Es gibt einfach kaum geeignete Objekte in und um Lübben am Wasser,“ erklärt Petra Gwosch.

Zum Tag des offenen Ateliers lud die Künstlerin in den Verkaufsraum des Autoservice Thinius in der Frankfurter Straße in Lübben. Der Unternehmer bietet ihr nicht nur diese Gelegenheit, sondern auch Platz, um Bilder dauerhaft dort auszustellen.

Dass sie erst 2015 nach einem „wilden Einkauf von Farben, Pinseln und anderen Materialien“ zur Malerei kam, ist kaum zu glauben. Einfach, weil ihre Arbeiten eine professionelle Handschrift besitzen. Den ersten Versuchen in Acryl, Aquarell und Kreide beispielsweise folgte schon bald die Entscheidung, in Öl zu malen. Petra Gwosch bringt sich die Technik selbst bei, probiert viel, liest, schaut sich Videos an, experimentiert. Eher zufällig gemerkt hat sie, „dass man auch mit Küchenpapier wunderbar malen kann“.

Ihre Erfahrungen teilt sie gern mit anderen Künstlern. Jutta Schulze aus Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) ist eine von ihnen. Sie malt schon seit fast 30 Jahren verschiedene Motive wie etwa Blumen, Gesichter und das Meer. Einige ihrer Werke hatte sie jetzt mit in Lübben und zeigte sie gemeinsam mit Petra Gwosch in der Frankfurter Straße. „Ich war im vergangenen Jahr als Besucherin hier zum Tag des offenen Ateliers und gleich begeistert“, erzählt die Malerin aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz. „Diesmal wollte ich auch Werke von mir zeigen. In Schwarzheide gibt es kaum Gelegenheit dazu. In Lübben ist die Kunstszene und das Interesse viel größer.“

Und in der Tat hatten zahlreiche Ateliers in Lübben und Umland am Wochenende geöffnet. Besucher ließen sich inspirieren oder kamen mit den Künstlern ins Gespräch. Auch Petra Gwosch und Jutta Schulze führten anregende Gespräche. Die Lübbenerin, die hauptberuflich als Arzthelferin arbeitet, wünscht sich, „dass noch mehr Künstler, die sich bis jetzt noch nicht trauen, gemeinsam mit mir hier im Verkaufsraum ausstellen“. Sie selbst ist dort mit einer Dauerausstellung präsent. Infos im Internet unter www.malstuebchen-petra-gwosch.com.

 Petra Gwosch (2.v.r.) im Gespräch mit Malkollegin Jutta Schulze (r.) und Lübbens Türmerin Vera Städter.
Petra Gwosch (2.v.r.) im Gespräch mit Malkollegin Jutta Schulze (r.) und Lübbens Türmerin Vera Städter. FOTO: Andreas Staindl