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| 17:42 Uhr

Feuerwehr
Bronto bekommt großen Bruder

 Mehr als 20 Jahre und mehr als 2000 Betriebsstunden hat der Hubretter mit Drehleiter der Lübbener Feuerwehr auf dem Zähler. Er hat große Bedeutung nicht nur fürs Löschen und Retten, sondern auch für andere Belange in der Stadt und in der Umgebung.
Mehr als 20 Jahre und mehr als 2000 Betriebsstunden hat der Hubretter mit Drehleiter der Lübbener Feuerwehr auf dem Zähler. Er hat große Bedeutung nicht nur fürs Löschen und Retten, sondern auch für andere Belange in der Stadt und in der Umgebung. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Das Hubrettungsfahrzeug der Lübbener Feuerwehr, oft einfach als „Bronto Skylift“ bezeichnet, ist wohlbekannt. Doch wie viele wichtige Funktionen es für die Stadt erfüllt, ist weniger offenkundig. Fiele es weg, hätte das einschneidende Folgen. Wenn alles gut geht, könnte es in etwa zwei Jahren einen Nachfolger für das Fahrzeug geben. Von Ingvil Schirling

Hagen Mooser sagt es mit einem Lächeln, aber der Ernst der Lage ist klar: Wenn am Hubrettungsfahrzeug der Lübbener Feuerwehr etwas „klemmt“, weiß der erfahrene Feuerwehrmann genau, wo er gegenhauen muss, um eine bestimmte Funktion wieder in Gang zu setzen. Viele Fahrzeuge, die in die Jahre kommen, entwickeln eben trotz Wartung und grundsätzlicher Funktionsfähigkeit kleine Macken. Da geht es dem VW Käfer auch nicht anders als dem „Bronto Skylift“. Wer einen älteren Wagen fährt, weiß das.

Ohne Bronto keine Baugenehmigung

Doch der Lübbener Hubretter, mit dem Luckauer Fahrzeug der einzige von zweien im gesamten LDS-Süden, ist zentral für die Aufgaben der Wehr und wird vielfältig eingesetzt. Und nicht nur das: Sogar künftige Baugenehmigungen sind von ihm abhängig. Denn gibt es ab drei Geschossen keinen zweiten Fluchtweg, muss ein Fahrzeug mit Drehleiter vorhanden sein, um im Notfall Menschen retten zu können.

Im praktischen Rettungseinsatz brachten die Jahre ebenfalls Veränderungen. Der Korb oben auf der Drehleiter des „Bronto“, wie er kurz und liebevoll genannt wird, ist „nur“ für 270 Kilogramm ausgelegt. Je nach Größe und Gewicht des Menschen, der gerettet werden muss, kann zunehmend seltener ein Notarzt mit hochfahren. Außer dem Korbführer, der die technischen Handgriffe beherrscht, und der Person, die gerettet werden muss, passt oft niemand mehr rein.

Feuerwehrmann muss auch Sanitäter sein

Das bedeutet in der Praxis, bestätigt Hagen Mooser, dass der Feuerwehrmann, wird ein Defibrillator mitgeführt, diesen oder andere Geräte zusätzlich festhalten muss – und im Notfall liegt es außerdem an ihm, erste Hilfe zu leisten und die Erstversorgung durchzuführen.

Damit dürfte deutlich sein, dass der Lübbener „Bronto“ größere Bedeutung hat als oft angenommen: Er rückt häufig bei Hilfeleistungen für andere aus und damit seinen Heimatstandort Lübben auch in ein gutes Licht, geben Hagen Mooser und Oliver Nopper von der Stadtwehrführung weiter zu bedenken. Fällt er weg, dürfte für Vier- und Mehrgeschosser ohne zweiten Fluchtweg  keine Baugenehmigung mehr ausgereicht werden. Ein größerer Korb ermöglicht bessere Rettungsbedingungen. Und das Innenministerium schreibt ein Hubrettungsfahrzeug für eine Stadt wie Lübben schlicht und ergreifend vor.

Die Montag von der Stadtverordnetenversammlung bewilligte Antragstellung auf Förderung eines „großen Bruders“ für den „Bronto“, der ab etwa 2021 dessen Aufgaben übernehmen könnte, ist denn auch direkt unterschrieben worden und am Dienstag über die Landkreisverwaltung auf den Dienstweg nach Potsdam gegangen. Gibt es genügend Bestellungen, können entsprechende Fahrzeuge gebaut werden. Die Lübbener bekämen eins mit motorisierter Drehleiter für – heutiger Stand – 610 000 Euro. Der „Bronto“ könnte perspektivisch mit seiner Generalüberholung von 2017 im Rücken noch für geschätzte 80 bis 85 000 Euro verkauft werden.