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| 17:29 Uhr

Straßenbau
Blütenpracht oder Verkehrs-Chaos

Auf dem neuen Parkplatz Am Burglehn in Lübben werden in diesen Tagen Zierkirschen gepflanzt. Vorher erhalten sie einen Rückschnitt, den Viola Maßnigk von der Lübbenauer Firma Gala Bau Molle GmbH vornimmt.
Auf dem neuen Parkplatz Am Burglehn in Lübben werden in diesen Tagen Zierkirschen gepflanzt. Vorher erhalten sie einen Rückschnitt, den Viola Maßnigk von der Lübbenauer Firma Gala Bau Molle GmbH vornimmt.
Lübben. Beim Ausbau des Lübbener Houwald-Damms könnten acht Zierkirschen im Wege stehen. Von Ingrid Hoberg

Wer im Internet nach Fotos von Lübben sucht, findet unzählige Aufnahmen mit den herrlich blühenden Zierkirschen am Schloss. Noch vor wenigen Tagen konnte dieses Bild auch in Natur bewundert werden. Die Blütenpracht erfreut seit Jahren im Frühling Lübbener wie Besucher der Stadt. Und so schmerzt es, sich vorzustellen, dass die acht Bäume dem Straßenbau geopfert werden könnten.

Damit wollen sich auch die Stadtverordneten nicht so einfach abfinden. Benjamin Kaiser (Fraktion CDU/Grüne) richtete in der Stadtverordnetenversammlung eine Anfrage an die Verwaltung, was die weitere Planung für den Ausbau des Ernst-von-Houwald-Dammes vorsieht. Bereits im Mai 2017 hatte seine Fraktion eine Beschlussvorlage eingebracht, in der der Erhalt der japanischen Kirschbäume unbedingt zum Vertragsbestandteil mit den beteiligten Auftragnehmern werden sollte.

Nach langer Diskussion war damals die Vorlage von den Einreichern zurückgezogen worden - im Vertrauen darauf, dass sich auch die Verwaltung für den Erhalt der Bäume in den Planungsgesprächen einsetzen wird. Stadtplanerin Karin Jacobsen hatte bereits 2017 darauf verwiesen, dass nur ein enger Raum für die Baumaßnahme zur Verfügung steht. Auf private Grundstücke könne nicht zurückgegriffen werden. Doch bei Maßnahmen an Bundesstraßen sei in der Regel die einspurige Führung des Verkehrs zu gewährleisten. Das geht nur mit einer Baustraße. Um die Sicherheitsabstände von 2,50 Metern einzuhalten, hoffte sie damals auf das Einkürzen der Kirschbäume als günstigste Variante, um das Lichtraumprofil zu erreichen.

Nun informierte Bürgermeister Lars Kolan (SPD), dass das Büro Degat einen Plan zu Baustelleneinrichtung erarbeitet hat. Demnach bleibt Lübben die Wahl zwischen Beelzebub und Teufel, zwischen Dauerstau und Abholzen. „Wir haben die Wahl zwischen einem anderthalb- bis zweijährigen Verkehrschaos, wenn eine Ampel den Verkehr an der Baustelle regelt, oder die Kirschen müssen weichen, um zwei Spuren offen zu halten“, sagte Kolan.

Müssen die Bäume gefällt werden, dann sollen große nachgepflanzt werden. Geprüft werden soll auch, ob es eine Chance zum Umsetzen der Bäume gibt. „Die Kosten-Nutzen-Prüfung läuft“, ergänzte er. Im nächsten Bauausschuss soll darüber diskutiert werden, wie der Verkehr während der Bauzeit flüssig gehalten werden kann. Der Stau auf dem Houwald-Damm hat Auswirkungen auf den gesamten innerstädtischen Verkehr. Im Herbst, nach dem Spreewaldfest, sollten die Tiefbauarbeiten einschließlich Querung an der Schlossinsel beginnen.

Im Blauen Wunder wird es eine Anhörung zum Ausbau der B 87 geben. Eingeladen sind all jene, die Einwendungen geltend gemacht hatten. Andreas Rieger (Fraktion CDU/Grüne) verwies darauf, dass die Stadtverordnetenversammlung Einwendungen hatte und somit müssten die Abgeordneten teilnehmen dürfen. Der Bürgermeister sicherte zu, dass eine entsprechende Anfrage an das Landratsamt weitergegeben werde.

Der Ernst-von-Houwald-Damm ist schon jetzt ein Nadelöhr des Lübbener Straßenverkehrs. Die Kirschbäume könnten deshalb fallen.
Der Ernst-von-Houwald-Damm ist schon jetzt ein Nadelöhr des Lübbener Straßenverkehrs. Die Kirschbäume könnten deshalb fallen.