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| 17:11 Uhr

Feuerwehreinsatz
Erneut Waldbrand bei Guhlen

Wieder lodern die Flammen in der Lieberoser Heide. Zum Löschen wurde auch der Hubschrauber eingesetzt.
Wieder lodern die Flammen in der Lieberoser Heide. Zum Löschen wurde auch der Hubschrauber eingesetzt. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Guhlen/Lieberose. Bei Klein Liebitz brennen zwei Hektar. Landrat dankt beim Kreistag Einsatzkräften.  Von Ingvil Schirling

Theoretisch ist die „Waldbrandsaison“ in Brandenburger Gehölzen zwar seit Beginn des Herbstmonats Oktober um. Praktisch ist allerdings am Mittwochnachmittag erneut ein Feuer ausgebrochen. Der Brandherd war zwischen Butzen und Lamsfeld rechts der Verbindungsstraße in Richtung Lieberoser Heide gemeldet worden. Zeitgleich fand der Kreistag im Landkreis-Verwaltungsgebäude an der Lübbener Reutergasse statt. Dort informierte Landrat Stephan Loge (SPD) gleich zu Beginn der Sitzung über diesen neuerlichen Ausbruch eines Feuers, schätzte ein, dass die örtlichen Feuerwehren die Situation im Griff hätten und dankte ausführlich allen Einsatzkräften und Helfern dieses „brandheißen“ Sommers.

Im Verlauf des Mittwochs brach ein zweiter Brand aus. Die rund zwei Hektar Waldboden standen auch am Donnerstagmittag noch in Flammen, etwa zwei Kilometer vom Ort Klein Liebitz entfernt, von diesem aus gesehen allerdings hinter einem sehr breiten Brandschutzstreifen. Der Brandherd befindet sich in der „roten Zone“ der Lieberoser Heide, bestätigt der Landkreis Dahme-Spreewald, also einem Gebiet, das wegen der Munitionsbelastung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz nicht betreten werden darf.

Der Polizeihubschrauber kam zum Einsatz, um die Brandherde und deren Ausmaß festzustellen, ergänzt die Polizei. Personen oder Sachwerte seien nicht in Gefahr. Im Rahmen der Ermittlungen zu den Brandursachen kam die bereits bestehende Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei zum Einsatz, der bis zur Stunde andauert.

Mit dem Hinweis auf die aktuellen Brände begann Landrat Stephan Loge seinen Bericht im Kreistag und leitete über auf die äußerst schwierige Situation in der Lieberoser Heide. Dort waren immer wieder Brandherde aufgeflammt. Ein Großeinsatz im September erstreckte sich über 14 Tage und betraf 200 Hek-
tar, erinnerte Loge. Dabei war unter anderem auch ein Moorkörper betroffen.

Insgesamt 800 Hektar seien verbrannt, „alles schwarz“, sagte Loge vor den Abgeordneten. Er war mehrfach im Gebiet, darunter auch mit Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD). Weil großflächig munitionsbelastetes Gelände betroffen war, konnte nur eingeschränkt gelöscht werden, in der Regel mit Hubschraubern aus der Luft. Vom Boden aus dämmten die Wehren die Ausbreitung an Brandschutzschneisen ein.

Dabei war – erstmalig sehr intensiv – ein Räumpanzer der Bundeswehr im Einsatz (die LR berichtete). Seine Aufgabe war es, größere Schneisen zu schlagen, von denen aus das Feuer in Schach gehalten werden konnten. Im Inneren der Brandherde blieb allerdings teilweise nur, die Flächen abbrennen zu lassen.

 Loge nutzte seinen Bericht, um allen Helfern ausdrücklich zu danken. Er schloss neben den ehrenamtlichen Feuerwehrleuten andere Unterstützer mit ein: Landwirtschaftsbetriebe, die mit Treckern geholfen hatten, Freunde und Bekannte der Klein Liebitzer, deren Evakuierung im Sommer diskutiert und vorbereitet worden war, dann aber doch nicht durchgeführt werden musste. Ebenso würdigte Loge die Arbeitgeber der Feuerwehrleute, die trotz der häufigen und lange andauernden Einsätze Verständnis dafür aufbrachten, dass ihre Mitarbeiter „ehrenamtlich das Gemeinwohl und unser aller Hab und Gut schützen“. Loge schloss: „Was hier geleistet wurde, verdient meine Hochachtung.“

 Neben der großzügigen Ausgabe von maximal 72 000 Freikarten von Tropical Islands will auch die Stiftung Naturlandschaften ihren Dank ausdrücken. Loge zufolge ist eine Veranstaltung im November in Vorbereitung.