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| 17:39 Uhr

Entwicklung des Erholungsorts
Schwielochsee-Konferenz: Marketing ist wichtig, stimmen muss es auch

 Der Schwielochsee gilt mit seinen gut 13 Quadratkilometern als der größte natürliche See Brandenburgs und ist ein Paradies für Wassersportler.
Der Schwielochsee gilt mit seinen gut 13 Quadratkilometern als der größte natürliche See Brandenburgs und ist ein Paradies für Wassersportler. FOTO: LR / Tourismus -Entwicklungsgesellsch
Goyatz. Tourismusanbieter zeigen in Goyatz Grenzen auf, die die Entwicklung des Ortes – noch – einschränken können. Von Ingvil Schirling

Die Entwicklungskonzeption für den Erholungsort Goyatz ist bei den Gästen der Schwielochsee-Konferenz am Mittwoch zwar grundsätzlich begrüßt worden. Doch in der Diskussionsrunde gab es Hinweise auf Grenzen. Geöffnete Gaststätten, ehrliche Zeiten und das richtige Marketing spielten eine Rolle.

Dass beispielsweise Trebatsch keine Gaststätte mehr habe, wurde bedauernd zur Kenntnis genommen. Bürgermeister Rainer Hilgenfeld, der die Konferenz im Restaurant Hafenterrassen leitete, sieht das Problem durchaus auch in seiner Gemeinde Schwielochsee. „Das Kneipensterben hat schon zu DDR-Zeiten angefangen“, sagte er. „Wenn man die Gastronomie nicht hat, kann man die touristische Entwicklung nicht vorantreiben. Das eine bedingt das andere.“

Die Infos müssen stimmen

Doch das Thema hat noch eine ganz andere Seite, machte Jana Lopper als Geschäftsführerin der TEG deutlich. Bei ihr laufen die Fäden der Angebote in der Schwielochsee-Region zusammen – und in die jeweiligen Übersichten, ob gedruckt oder im Internet, werden die Gaststätten mit ihren Öffnungszeiten aufgenommen. Auf der Seite www.teg-lds.de sind sie unter dem Reiter Tourismus direkt abrufbar.

Die vom Anbieter angegebenen Informationen und Zeiten sollten stimmen, mahnte sie. Das unterstrich Thomas Hähle als Bürgermeister von Friedland: „Wenn die Gaststätte bis 23 Uhr geöffnet hat, erwartet der Gast, dass er dort bis 22.30 Uhr etwas zu essen bekommt“, sagte er. Dennoch räumte er ein: „Wenn du 60 Kilometer Fahrrad fährst und links und rechts nichts findest“, dann würde das beste Marketing wenig nützen.

Kinderspielplatz gefragt

Probleme bei der Infrastruktur wurden darüber hinaus angesprochen. Gewünscht wurde ein zentraler Kinderspielplatz in Goyatz. Das nahm Annett Joppich als Leiterin des Amts für Bildung, Kultur und Bauwesen in der Verwaltung zum Anlass darzulegen, was diese bereits angeschoben und an Projekten abgeschlossen hat. Anträge auf Förderung sind beispielsweise für einen künftigen Wasserspielplatz am See gestellt, der Teil des Entwicklungskonzeptes ist. „Wir haben auch Wirtschaftswege beantragt, um die Radwegekonzeption erweitern zu können“, sagte sie und erinnerte an das Großprojekt Ludwig-Leichhardt-Schule, die vergangenen Sommer für mehrere Hunderttausend Euro eine neue Außensportanlage bekommen hatte.

Ob diese nicht auch für Jugendliche außerhalb der Schulzeiten geöffnet werden könnte, regte ein Gast aus Zaue an – doch „wir haben leider immer wieder das Problem, das Vandalismus eine Rolle spielt“, wandte Annett Joppich ein. Die 24-Stunden-Toilette an der Tourist-Info sei wegen Beschädigungen inzwischen eingeschränkt geöffnet.

Einwohner profitieren

In Bezug auf das eigentliche Thema, die Entwicklung von Goyatz und der Region, machte sie deutlich: „Wird der Tourismus gestärkt, profitieren auch die Einwohner.“

Und diese Stärkung geschieht trotz aller Hemmnisse unter anderem durch das Marketing. Mit von der Partie der Schwielochsee-Konferenz war Annette Ernst vom Tourismusverband Spreewald, mit dem die TEG eng zusammenarbeitet. Ihr zufolge wird aktiv um Gäste aus Dänemark, Schweden und der Schweiz geworben – weil sie oft zahlungskräftig sind und weil vor allem die Schweizer Deutsch verstehen. Von Anbieterseite sei „ein großes Manko, dass viele noch nicht gut genug Englisch können, obwohl es besser wird“, schätzte sie ein. Innerhalb Deutschlands wird an erster Stelle um Berliner, Brandenburger und Sachsen geworben; dazu seien die Touristiker auf Messen in Dresden und Leipzig präsent.

 Der Schwielochsee gilt mit seinen gut 13 Quadratkilometern als der größte natürliche See Brandenburgs und ist ein Paradies für Wassersportler.
Der Schwielochsee gilt mit seinen gut 13 Quadratkilometern als der größte natürliche See Brandenburgs und ist ein Paradies für Wassersportler. FOTO: LR / Tourismus -Entwicklungsgesellsch