Bei Alt Zauche mussten die Feuerwehrleute und Bauhofmitarbeiter die marode und deshalb gesperrte Nordumfluter-Brücke betreten, um den völlig durchnässten Deich schnell genug mit Sandsäcken verstärken zu können. “Umso unverständlicher ist es für uns, dass der Förderantrag zur Instandsetzung dieser für den Hochwasserschutz so wichtigen Brücke jetzt abgelehnt worden ist„, sagt der Amtsdirektor. Die Begründung sei: Die finanziellen Mittel seien nicht da.

Der Deich-Zustand ist im Oberspreewald teilweise generell schlecht, stellt Boschan fest. Deshalb hatten die Feuerwehren während des Sommerhochwassers zwei Tage und Nächte lang mehr als tausend Sandsäcke füllen und teilweise auch in aller Eile verbauen müssen. “An den Hochwasserschutzanlagen gibt es dringenden Handlungsbedarf„, mahnt Bernd Boschan an. Glücklicherweise sei die rekonstruierte Brücke in Neu Zauche rechtzeitig einsatzfähig gewesen.

Der zweitwichtigste Übergang auf die andere Nordumfluter-Seite in Alt Zauche werde allerdings im Ernstfall, “der bei uns eingetreten war„, auch gebraucht, betont der Amtsdirektor. Der Förderantrag sei vom Regionalforum befürwortet, vom Fördergeldgeber, dem Land, aber abgelehnt worden. Bernd Boschans eindringlicher Appell geht deshalb an das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) in Cottbus und den Landkreis Dahme-Spreewald, die für den Katastrophenschutz im Hochwasserfall verantwortlich sind. “An der Stelle muss dringend Veto eingelegt werden„, sagt Bernd Boschan.

Nordumfluter-Brücke:
Die Pionierbrücke Alt Zauche musste vor knapp zwei Jahren wegen mangelnder Tragfähigkeit für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Die Sanierungskosten in Höhe von 250 000 Euro übersteigen die Finanzkraft der Gemeinde. Das Bauwerk ist älter als 40 Jahre.