Von Andreas Staindl

Das Mehrgenerationenhaus (MGH) „Berstetreff“ in Lübben ist eine Erfolgsgeschichte. Es bringt Menschen aller Altersgruppen zusammen. Die Angebote sind so bunt und vielfältig wie das Leben und unter www.asb-luebben.de auch im Internet zu finden.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Lübben betreibt das MGH in der Gartengasse. Das ist nur durch die finanzielle Unterstützung des Landkreises Dahme-Spreewald möglich, der sich mit jährlich 40 000 Euro am Projekt beteiligt. Der ASB selbst legt noch einmal die gleiche Summe drauf, wie Sven Meier sagt. Der Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund machte während der Sitzung des Lübbener Bildungsausschusses kürzlich jedoch deutlich, dass „wir an unsere finanziellen Grenzen stoßen. Wenn wir Angebote weiterhin kostenlos vorhalten wollen, brauchen wir die Unterstützung der Stadt Lübben.“

Eine konkrete Summe wollte er nicht nennen. Der Geschäftsführer könne sich jedoch vorstellen, dass die Kommune dem ASB die benachbarte Turnhalle zur kostenfreien Nutzung überlässt. Die Halle werde ebenfalls für Angebote des MGH genutzt, etwa für den Rehabilitationssport (Reha-Sport) und den Herzsport.

Peter Rogalla (Die Linke) kann den Wunsch von Sven Meier „verstehen. Den Appell um Unterstützung gibt es schließlich schon länger, nur war der bisher immer unverbindlich, hatte dieser eher inoffiziellen Charakter. Wir müssen jetzt die nächste Stufe erreichen und über eine konkrete Unterstützung reden. Doch das wird wegen der bevorstehenden Kommunalwahl und der dann neuen Besetzung der Stadtverordnetenversammlung nicht vor Spätsommer, Frühherbst dieses Jahres“, weiß der Stadtverordnete aus Erfahrung. „Dann ist es aber zu spät, um noch Geld für den Haushalt in diesem Jahr einzustellen“, sagt Rogalla. Er könne sich eine Unterstützung durch die Kommune jedoch grundsätzlich vorstellen, denn „das MGH ist auf jeden Fall ein Gewinn für die Stadt Lübben“.

Der Ausschussvorsitzende Jens Richter (CDU) sieht das genauso, wünscht sich jedoch „konkrete Zahlen vom ASB, über die die Stadtverordneten dann entscheiden“. Sven Meier will einen entsprechenden Antrag einreichen. Er machte die Mitglieder des Bildungsausschusses noch auf einen weiteren Wunsch aufmerksam. Ihm zufolge würde der ASB gern ein angrenzendes Grundstück am Areal in der Gartengasse von der Stadt Lübben kaufen.

„Wir möchten unser Angebot erweitern, auch Wohnen für Menschen mit Demenz möglich machen“, sagt der Geschäftsführer. Der Kaufwunsch sei der Kommune seit zwei Jahren bekannt. Eine Eingangsbestätigung zumindest gebe es inzwischen. Die Stadtverordneten diskutieren Jens Richter zufolge derzeit mit der Stadtverwaltung über die Strategie, wie kommunale Grundstücke vergeben werden sollen: „Der ASB kann theoretisch ein Kaufinteresse bekunden, inklusive eines Konzepts.“

Peter Rogalla steht der geplanten Erweiterung positiv gegenüber: „So eine Idee kann man nur unterstützen. Es ist schon jetzt bemerkenswert, was der ASB aus dem Areal gemacht hat.“ Marco Sell (CDU) schlägt in die gleiche Kerbe: „Der ASB ist der größte soziale Player in Lübben. Was er aus der alten Schule und dem Umfeld gemacht hat, hätte niemand anderes so hinbekommen. Meine Unterstützung für eine Erweiterung hat der ASB.“