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Klimaschutz
Klimaschutz in Schule und Kita

Lübben. Die Stadt Lübben will schonenden Umgang mit Ressourcen im Alltag vermitteln.

Die Stadt Lübben will das Energiesparmodell „fifty/fifty“ an kommunalen Bildungseinrichtungen einführen. Die altersgerechte Wissensvermittlung durch praktische Tätigkeiten steht im Mittelpunkt des Umweltbildungsprojekts.  Ziel ist es, Energie in Kitas und Schulen einzusparen. Das eingesparte Geld sollen sich die Träger des Objekts und die jeweilige Einrichtung teilen.

Lübbens Klimaschutzmanager Matthias Städter hält ein Einsparpotenzial von etwa zehn Prozent für möglich, wie er in den Fachausschüssen für Bildung und für Bau darlegte. Ziel sei es, Strom, Wasser und Wärme einzusparen. Um das zu erreichen, sollen Nutzer der Einrichtungen für einen intelligenten Umgang mit Energie sensibilisiert und die jeweiligen Hausmeister geschult werden. Das Modell enthält laut Klimaschutzmanager „einen pädagogischen Ansatz, weil es das Bewusstsein der Schüler zum Energiesparen entwickelt und fördert“.

Die Mitglieder des Bildungsausschusses begrüßten das Projekt und empfahlen den Stadtverordneten in ihrer Sitzung, der Einführung des Energiesparmodells zuzustimmen. Ausschussvorsitzender Jens Richter (CDU/Grüne) stört sich allerdings daran, „dass nicht alle freien Träger in der Stadt gleich behandelt werden“. Die Kommune wird, so die Beschlussvorlage der Verwaltung, die Einrichtungen bei der Finanzierung des Eigenanteils unterstützen, die kommunale Objekte nutzen. Matthias Städter verteidigt diesen Ansatz: „Die Einsparungen kommen dem Eigentümer zugute. Und alle beteiligten Gebäude, bis auf das der evangelischen Kita, gehören der Stadt Lübben.“

Jens Richter überzeugt das nicht: „Was spricht dagegen, dass die Stadt den Eigenanteil jeder beteiligten Einrichtung übernimmt? Das Energiesparmodell ist doch schließlich ein Lernprozess für alle Kinder.“ Im Hauptausschuss stellte er erneut diese Frage, doch der Blick zum Kämmerer zeigte an, dass dies im Haushalt nicht darstellbar wäre.

Peter Rogalla (Die Linke) sagt: „Jeder Träger muss doch an Einsparungen interessiert sein. Wir als Kommune haben gar keinen Einfluss darauf, wer am Projekt teilnimmt und wer nicht.“ Die evangelische Grundschule habe ihre Bereitschaft zur Teilnahme laut Klimaschutzmanager wegen des Eigenanteils wieder zurückgezogen. Er bedauert das, denn „es gibt Erfahrungen, dass die Einsparungen höher sind als die Kosten“. Etwa 1300 Euro betragen ihm zufolge die jährlichen Kosten pro Objekt; Förderung ist möglich. Vom Projektmanagement werden auch Pädagogen und technisches Personal in den Häusern geschult.

Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren. Marco Sell (CDU/Grüne) findet das Vorhaben „sehr toll, weil es das Umweltbewusstsein des Nachwuchses schärft. Es ist ein kleiner Baustein des Klimaschutzkonzepts in Lübben.“ Rund 1550 Kinder und Jugendliche werden laut Verwaltung allein in der Kreisstadt mit dem Energiesparmodell erreicht. Die Stadt Luckau und die Gemeinde Märkische Heide beteiligen sich mit ihren Bildungseinrichtungen ebenfalls am Projekt (die RUNDSCHAU berichtete). Insgesamt beteiligen sich 22 Einrichtungen: 16 Kitas und Horte, vier Grundschulen sowie zwei Oberschulen mit. Lübben übernimmt die Projektleitung. Die interkommunale Zusammenarbeit zu den Klimaschutzmaßnahmen entstand aus den Bewerbungsunterlagen des Stadt-Umland-Wettbewerbs. Obwohl keine Berücksichtigung erfolgte, wollen die Partner an den vereinbarten Zielen festhalten.

Bereits im Bildungsausschuss im Oktober 2016 war das Projekt vorgestellt worden und hatte Zustimmung gefunden. Ganz so überzeugt waren Mitglieder des Bauausschusses in der aktuellen Diskussionsrunde dann doch nicht. Zweifel am Sinn des Projekts äußerte unter anderem Sabine Minetzke (Pro Lübben). Der bauliche Zustand des Gebäudes entscheide über die Energieeffizienz.

Auch im Hauptausschuss gab es am Ende der Diskussion Zustimmung für das Projekt. Am 21.Dezember kommt die Stadtverordnetenversammlung zu letzten Beratung in diesem Jahr zusammen und wird über die Einführung des Energiesparmodells „Fifty/Fifty“ entscheiden. Fördermittel vorausgesetzt, könnte das Projekt mit der nächsten Heizperiode beginnen und bis 2022 laufen. Der Bürgermeister muss ermächtigt werden, die notwendigen Kooperationsverträge abzuschließen.