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| 01:08 Uhr

Eltern sollten sich nicht beunruhigen lassen

Groß Leuthen.. Die Gesamtschule Groß Leuthen muss sich nicht um die Zukunft sorgen. Ihr Bestand ist vorerst gesichert. Doch es gibt Eltern, die sich sorgen , dass die Schule ihr Kind benachteiligen könnte (die RUNDSCHAU berichtete). Wir befragten dazu Schulleiter Andreas Kurzhals.



Von den Problemen in den Ämtern Oberspreewald und Lieberose, sich auf einen Gesamtschulstandort zu verständigen, profitiert Ihre Schule. Haben die Schüler beider Ämter das Überleben der Gesamtschule gesichert„
Wir haben auf jeden Fall Schüler aus dem Amt Lieberose, aus Goyatz, bekommen, nicht aber solche, die in die Straupitzer Grundschule gegangen sind. Mit den Schülern hatten wir zum Stichtag die Zahl von 40 Schülern überschritten. Damit war keine Sondergenehmigung zum Fortbestand mehr nötig.

Wie viele Schüler werden nach den Ferien eingeschult und aus welchen Bereichen kommen sie“ Wie hoch ist pro Klasse etwa der Anteil der, sagen wir „schwierigen“ Kinder„
Wir schulen 46 Mädchen und Jungen von den Grundschulen Gröditsch, Neu Lübbenau, Lübben und Goyatz/Lieberose ein. Es mussten sogar nach Anfragen von Schulämtern und Kinderheimen Schüler abgelehnt werden, weil die Klassen voll sind. Unter 46 Schülern sind neun Integrationskinder, also etwa 20 Prozent pro Klasse und nicht etwa 40 Prozent, wie in diesem Zusammenhang behauptet wurde.

Die Gesamtschule Groß Leuthen definiert sich als Integrations-, als Reformschule. Was ist darunter zu verstehen“
Normalerweise rede ich darüber eine halbe Stunde, erhielt die Schule doch gerade wegen ihrer Tätigkeit den Adolf-Reichwein-Preis. Also in Kürze: Wir haben uns 1992 die Aufgabe gestellt, Kinder aus Heimen der Region zu beschulen und in normale Klassenkollektive zu integrieren. Seit 1995 haben wir eine abweichende Organisationsform. So gibt es 100-Minuten-Module, Kurzarbeitsgemeinschaften, Sozialarbeit, Freizeitprojekte und vieles mehr. Die neue Organisation kommt allen Kindern zugute, zumal zwei zusätzliche Lehrkräfte bereit gestellt werden. Seit einigen Jahren stellen wir uns der Problematik, Lernbehinderte zu integrieren. Außerdem gibt es seit 2001 die Lernwerkstatt, in der wir Schüler, die die Schule total verweigerten, schrittweise an gemeinsames Arbeiten und Lernen heranführen.

Welche Auswirkungen hat das Konzept auf Bildungsinhalte und Abschlüsse„
Das Konzept stammt aus 1994, als die Frage des Erhalts der Schule nicht bestand. Dass es jetzt dazu beiträgt, ist richtig. Auswirkungen auf Bildungsinhalte gibt es nur insofern, als jeder nach seinen Fähigkeiten gefördert werden kann. Auf der Abschlussfeier der Zehnten war ich stolz, feststellen zu können, dass zwölf Schüler die Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe, 15 die Fachoberschulreife und 16 die erweiterte Berufsbildungsreife erreicht haben.

Was sagen Sie Eltern, die sich Sorgen machen“
Wir haben erfolgreiche Arbeit sowohl bei Schülern mit großen Lernproblemen als auch bei den leistungsstärkeren geleistet. Wir hoffen, dass sich daran auch in Zukunft nichts ändert. Eltern die noch Fragen haben, können bis 22. Juli im Sekretariat einen Termin vereinbaren.
Gespräch: Krino Müller