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| 19:06 Uhr

Eine Zukunft für die Kannomühle

Verwunschen liegt die Stallscheune der ehemaligen Kannomühle hinter Bäumen im Hochwald zwischen Alt und Neu Zauche. Kahnfährleute wollen dem alten Gemäuer neues Leben einhauchen.
Verwunschen liegt die Stallscheune der ehemaligen Kannomühle hinter Bäumen im Hochwald zwischen Alt und Neu Zauche. Kahnfährleute wollen dem alten Gemäuer neues Leben einhauchen. FOTO: Archiv
Neu Zauche. Eine Gruppe von Fährleuten will die halb verfallene Kannomühle zwischen Alt und Neu Zauche wiederbeleben. Mit einem Museum und gastronomischer Versorgung in geringem Umfang könnte die ehemalige Mühle, später Forsthaus, perspektivisch zu einem neuen touristischen Anziehungspunkt für Kahnfährgäste werden. Ingvil Schirling

Das Vorhaben steht bereits auf einer Liste möglicher Projekte für Leader-Förderung. Die Kofinanzierung ist indessen noch offen. Auch die Planung steht noch ganz am Anfang. Bei einer Kahnfahrt haben die Fährleute ihre Idee Vertretern von Forstwirtschaft, Landkreis- und Amtsverwaltung sowie den Landtagsabgeordneten Sylvia Lehmann und Matthias Platzeck (SPD) vorgestellt.

Dirk Jerol-Ebenau ordnete denn auch richtig ein, dass die Veranstaltung "ein bisschen Wahlkampf" und ein bisschen "eigenes Anliegen" war. Sylvia Lehmann kandidiert wieder für ein Landtagsmandat. Matthias Platzeck, ehemaliger Ministerpräsident Brandenburgs, hatte für den Wahlkampf Unterstützung zugesichert. Am Ende war er überzeugt: "Ich finde die Idee gut. Es ist immer toll, wenn sich Einwohner zusammentun und versuchen, etwas zu bewegen. Mit ihrem Projekt denken die Fährleute an die nächsten Jahrzehnte und würden eine Attraktion schaffen, die auch der kommenden Generation nutzt."

Acht Fährleute haben sich das Projekt auf die Fahnen geschrieben und sich zum Verein Kannomühle Spreewald zusammengetan. Sie wollen das halbverfallene Backhaus instand setzen, die Stallscheune restaurieren und zum Museum mit kleinem Versorgungsbetrieb ausbauen. Geplant ist außerdem, ein kleines Mühlrad einzusetzen - um Energie für den Eigenbedarf zu produzieren und um die frühere Technik zu illustrieren. Die bereits komplett verfallene Forsthausruine soll sichtbar gemacht werden.

Ziel ist es, das ehemals beliebte Ausflugsziel wieder zu einem Anziehungspunkt im Spreewald zu machen - touristisch ebenso wie historisch. Daher wollen sich die Fährleute gleichzeitig mit anderen Angeboten vernetzen - beispielsweise den Fontane-Wanderweg wieder besser nutzbar machen, vor allem für Fußgänger. Außerdem wollen sie die Zufahrt zum Neu Zaucher Hafen, die derzeit eine löchrige Sandpiste ist, perspektivisch mit einer Schwarzdecke überziehen lassen.

Zum Thema:
Die Kannomühle gehört mit ihrer Ersterwähnung von 1648 zu den ältesten Mühlen im Spreewaldgebiet. 131 Jahre war sie Dirk Jerol-Ebenau zufolge im Besitz der Müllerfamilie Kanno, daher der Name. 1854 brannte sie ab, wurde wieder aufgebaut, verkauft und über den Umweg in gräflichem Besitz zum Forsthaus umfunktioniert. Mit dem Bau der Spreewaldbahn erlebte sie ihre touristische Blütezeit in den 1930er-Jahren.