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| 16:48 Uhr

Jahreshauptversammlung
Eine Feuerwehr setzt Maßstäbe

 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr in Lubolz waren auch während der Ganztagsübung 2018 auf der Deponie in Lübben dabei.
Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr in Lubolz waren auch während der Ganztagsübung 2018 auf der Deponie in Lübben dabei. FOTO: Andreas Staindl
Lubolz. Wehrleitung in Lubolz freut sich über steigende Mitgliederzahlen. Von Andreas Staindl

Die Freiwillige Feuerwehr in Lubolz setzt Maßstäbe. Sie sichert nicht nur den Brandschutz und kurbelt das gesellige Leben in Lübbens Ortsteil an, sie wächst auch. „Immer mehr Leute machen bei uns mit“, sagte der Ortswehrführer Maik Köllnick während der Jahresversammlung am Samstagabend. „Das Interesse, sich in der Freiwilligen Feuerwehr in unserem Dorf zu engagieren, steigt. Seit vielen Jahren ist es uns wieder gelungen, nicht nur zugezogene Einwohner sondern auch jüngere Lubolzer für uns zu begeistern und sie für eine Ausbildung zu gewinnen.“

Das hat Folgen. Der Altersdurchschnitt der Ortsfeuerwehr liegt inzwischen unter 37 Jahre. Die Jugendfeuerwehr hat erstmals die Stärke der aktiven Einsatzkräfte erreicht. Das Interesse des Nachwuchses ist so groß, „dass wir neben der Jugendwehr auch eine Kidswehr bilden mussten“, erzählt Franziska Bullan, die sich gemeinsam mit Christopher Breszgott um den Feuerwehrnachwuchs in Lubolz kümmert. 133 Mitglieder zählt die Wehr insgesamt – inklusive Nachwuchs sowie Alters-und Ehrenabteilung. 23 aktive Kameradinnen und Kameraden gibt es.

Sie sind zu 13 Einsätzen im vergangenen Jahr ausgerückt. Das Gros fand im ersten Halbjahr statt. Maik Köllnick sieht durchaus „Potential für mehr Einsätze. Unser Ausbildungsstand ist hervorragend. Auch unsere Ausrückzeiten können sich sehen lassen. Das hat sich erst kürzlich während des Wohnungsbrands in Lübben gezeigt, bei dem unsere Kräfte nach zehn Minuten als Erste am Einsatzort waren und unser Kamerad Sebastian Kulla den Einsatz leitete.“

Lars Kolan (SPD) würdigte dieses besondere Engagement. Lübbens Bürgermeister dankte am Samstagabend auch allen anderen Feuerwehrleuten in Lubolz: „Die Feuerwehr hier im Dorf sichert nicht nur den Brandschutz, sie hält auch die Gemeinschaft zusammen.“ Die positive Entwicklung hat Folgen. Weil immer mehr Einwohner in der Feuerwehr mitmachen, ist es im Gerätehaus – das mit dem Dorfgemeinschaftshaus ein Objekt bildet – längst zu eng geworden. Es gibt nicht genügend Platz für die Einsatzkräfte und die Jugendfeuerwehr. Spinde fehlen, Einsatzkleidung muss an einer Leiter aufgehängt werden. Der Umkleidebereich ist zu eng, es gibt Probleme mit dem Unfallschutz.

Das Thema ist nicht neu, wurde schon im vergangenen Jahr angesprochen, wegen fehlender Förderung jedoch noch nicht realisiert. „Doch jetzt ist der Bedarf so groß, dass wir gar nicht länger warten können“, sagt der Bürgermeister. „Zur Not müssen wir den Anbau zu Hundert Prozent aus unserem eigenen Haushalt finanzieren. Doch das ist eine politische Entscheidung.“ Ihm zufolge werde die Erweiterung derzeit geplant, die Ortsfeuerwehr soll einbezogen werden. Spinde seien bestellt, sollen spätestens im März dieses Jahres zur Verfügung stehen.

Peter Rogalla (Die Linke) wünscht sich „dass die Stadt ihr Versprechen auch hält, denn die Probleme hier in Lubolz sind alle lösbar.“ Dass drei der fünf Fraktionen der Lübbener Stadtverordnetenversammlung während der Jahresversammlung der Ortsfeuerwehr anwesend waren, ist für ihn ein „deutliches Zeichen, dass uns das Thema Feuerwehr interessiert und am Herzen liegt“. Für eine spezielle Herausforderung allerdings werden Lösungen gesucht.

Maik Köllnick hat auf die sinkende Akzeptanz der Arbeit der Feuerwehr hingewiesen, von zumindest verbalen Konfrontationen mit Anwohnern berichtet. „Es ist richtig und wichtig, damit in die Öffentlichkeit zu gehen“, sagt der Stadtwehrführer Oliver Nopper. Er dankte nicht nur den Einsatzkräften in Lubolz sondern auch deren Partnern für ihr Verständnis.

Der Feuerwehr-und Traditionsverein unterstützt die Freiwillige Feuerwehr im Dorf seit zwei Jahren. „Wir konnten unsere Mitgliederzahl von zehn auf 20 verdoppeln“, erzählt der Vorsitzende Benjamin Müller. Und, dass es gelungen ist, zahlreiche Sponsoren zu gewinnen. Für den Lübbenauer Bürgermeister Lars Kolan zeigt das, „wie wertgeschätzt die Feuerwehr in Lubolz in der Region wird“.