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Eine Felge mit Erinnerungen

Ehemalige Schützlinge und sportliche Wegbegleiter aus Lübben und Umgebung erinnern mit einer gestalteten Felge an Eberhard Pöschkes Zeit in der Spreewaldstadt. Sie haben die Felge während Pöschkes 80. Geburtstag am Sonntag überreicht.
Ehemalige Schützlinge und sportliche Wegbegleiter aus Lübben und Umgebung erinnern mit einer gestalteten Felge an Eberhard Pöschkes Zeit in der Spreewaldstadt. Sie haben die Felge während Pöschkes 80. Geburtstag am Sonntag überreicht. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Eberhard Pöschke ist einer der erfolgreichsten Radsporttrainer weltweit. Seine Schützlinge haben unzählige Siege und Medaillen bei nationalen und internationalen Welttitelkämpfen errungen. Auch als Funktionär widmet er sein Leben dem Radsport. Am gestrigen Sonntag feierte der Cottbuser seinen 80.Geburtstag. Spuren seiner Kariere gibt es auch in Lübben. Weggefährten aus der Spreewaldstadt haben dem Jubilar gestern persönlich gratuliert. Andreas Staindl / asd1

Es sollte etwas Besonderes sein, das Geschenk für Eberhard Pöschke zu seinem 80. Geburtstag. Etwas, das nicht gleich wieder in die Ecke gestellt wird, wie Horst Karras sagt. Der Lübbener ist neben Heinz Kensy, Ulrich Haschenz, Theo Heinke, Horst Stegk, Werner Bock und anderen einer der Initiatoren der besonderen Würdigung des Jubilars. Zahlreiche weitere Radsportler, Kunstradfahrer und Radballer aus Lübben und Umgebung vorwiegend der 1950/60er Jahre haben sich am Geschenk beteiligt. Nicht einfach so mit Geld.

Sie haben alte Fotos herausgesucht, in Erinnerungen gekramt. Das, was ihnen von den vielen Begegnungen und Erlebnissen mit Eberhard Pöschke am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben ist, haben sie aufgeschrieben. Die einzelnen Anekdoten sind an einer Fahrradfelge befestigt worden, das besondere Geschenk der Gratulanten aus Lübben. Die Felge ist zudem gespickt mit Bildern früherer Schützlinge des Jubilars aus der Spreewaldstadt: Volker Winkler, Jürgen Kummer, Heiko Salzwedel, Thorsten Rund, Olaf Pollack beispielsweise - Zeugnisse einer großen Trainerkarriere.

"Eberhard Pöschke hat sich diese Ehrung redlich verdient", sagt Horst Karras. Auch er hat eine Anekdote beigesteuert, sich an eine "sehr strapaziöse Radfahrt" über viele Kilometer und hohe Berge mit dem heute 80-Jährigen erinnert. Max Kirchner schmunzelt noch heute über einen Wettkampf in Straupitz (Lieberose/Oberspreewald), "bei dem wir ein bisschen über die Stränge geschlagen haben". Die jungen Radballer hatten dem damaligen Straupitzer Bürgermeister einen Eimer Wasser über den Kopf gegossen. Der Jubilar Pöschke wird sich schmunzelnd daran erinnern.

Auch Hans-Richard Groschke, DDR-Meister der Schüler im Kunstradfahren, hat eine besondere Episode aus der Zeit mit Eberhard Pöschke drauf. 1952, nach einem Wettkampf in Luckau, konnte Groschke wegen Auseinandersetzungen mit Luckauer Jugendlichen nicht wie geplant nach Hause fahren. Er und seine Partnerin sind dann mit dem Kunstrad in ihre Heimatstadt zurückgefahren: "Eineinhalb Stunden habe wir von Luckau nach Lübben gebraucht."

Werner Bock erinnert sich an ein Rennen in Finsterwalde, das er gemeinsam mit dem Jubilar gefahren ist. Günter Schade hat aufgeschrieben, wie er den 80-Jährigen kennengelernt hat. Der heutige Schlepziger (Unterspreewald) habe damals noch in Ragow (Lübbenau) gewohnt. Als Pöschke mit seinen Rennfahrern während einer Trainingsfahrt bei ihm vorbeikam, fühlte er sich angespornt und lieferte sich eine "Hetzjagd" mit den Rennfahrern. Eberhard Pöschke war offenbar beeindruckt und lud Günter Schade zum Radsporttraining ein.

Waldemar Lehmann aus Waldow (Unterspreewald) weiß noch genau, "wie mir Eberhard Pöschke das Schlenkern mit dem Rad austreiben wollte". Für den Bezirksmeistertitel im Einzelzeitfahren hatte es für den heutigen Ortsvorsteher im Unterspreewalddorf dennoch gereicht. Bei vielen Radsportlern in Lübben und Umgebung hat Eberhard Pöschke die Liebe zum Radsport geweckt. Mancher ist noch immer mit dem Rennrad unterwegs.

Zu den zahlreichen Gratulanten gehörten auch Ministerpräsident Dietmar Woidke, mit dem die Radsportlegende Eberhard Pöschke eine langjährige Freundschaft verbindet, Ministerin Martina Münch sowie der Dezernent Berndt Weiße für die Stadt Cottbus.