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Eine Begegnung auf Augenhöhe

Sie alle sind begeistert von der Stimme und der Musik Daniel Schuhmachers. Insgesamt waren 75 Fans aus sechs Ländern zum ersten Treffen mit dem Sänger (rechts neben der Karte) in den Lindenhof in Lübben-Treppendorf gekommen.
Sie alle sind begeistert von der Stimme und der Musik Daniel Schuhmachers. Insgesamt waren 75 Fans aus sechs Ländern zum ersten Treffen mit dem Sänger (rechts neben der Karte) in den Lindenhof in Lübben-Treppendorf gekommen. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Lübben. Stammzuschauer von "Deutschland sucht den Superstar" werden sich noch an ihn erinnern: Daniel Schuhmacher gewann 2009 die Castingshow. Der Mädchenschwarm von damals ist erwachsen geworden – auch musikalisch. Am Samstag war er in Lübben. Birgit Keilbach / bkh1

"Wir sind beim Zappen durch Zufall auf DSDS gekommen. Das haben wir vorher nie geguckt. Daniel stand da und sang. Und wir dachten: ‚Wow, was für eine Stimme‘", erzählt Jutta Pudenz. Von da an gehörte die Castingshow zum Samstagabendprogramm. Von Runde zu Runde fieberte das Ehepaar im Wohnzimmer in Klein Radden mit dem Sänger mit. "Damals war alles noch live mit Band, ein ganz anderer Sound", blickt Jutta Pudenz zurück.

Zu dieser Zeit war sie selbst noch ein Spreewälder Original - als Postbotin im Lagunendorf Lehde brachte sie Briefe und Pakete von April bis Oktober per Kahn von Haus zu Haus. Als Daniel Schuhmacher gewonnen hatte, setzte sich die damals 57-Jährige erstmals an einen PC. "Ich wollte ja weiter seinen Werdegang verfolgen und fand Konzerttermine und Gleichgesinnte im Netz", erzählt Jutta Pudenz. Erste Kontakte zu anderen Fans entstanden, und 2010 reiste sie mit ihrem Mann gemeinsam zum ersten Konzert nach Köln. "Dort trafen sich alle, die sich vorher nur vom Schreiben her kannten."

Inzwischen im Ruhestand, können sich die zwei Klein Raddener mehr Konzerte ihres Idols anschauen. 28 000 Kilometer seien sie in diesem Jahr schon gefahren, waren in Österreich und in Daniel Schuhmachers Heimatstadt Pfullendorf am Bodensee.

Zusage im vergangenen Jahr

Die Idee zum Fantreffen habe es schon länger gegeben, "2015 beim Konzert in Trostberg hat er zugesagt". Jutta Pudenz organisierte Ort, Quartiere, Abendessen und Programm, über eine geschlossene Facebook-Gruppe tauschten sich die Fans aus. 75 waren am Samstag nach Lübben-Treppendorf gekommen, wo das Treffen mit dem Sänger im Gasthof und Hotel "Lindengarten" stattfand. Auf einer großen Deutschlandkarte steckte jeder ein Fähnchen an seinen Heimatort. Auch aus Spanien, Frankreich, Portugal, der Schweiz und Österreich waren Anhänger angereist. Ein Fan hatte eine Flipchart-Tafel mit Konzertfotos des Sängers aus den vergangenen sieben Jahren vorbereitet, auf der jeder unterschreiben konnte.

Interview mit Daniel Schuhmacher von 2010

Auch Jaqueline Rodé aus Paris und ihre Schwester Susanne Rodé aus Saarbrücken waren nach Lübben gekommen. "Es ist für uns eine Riesenfreude, wenn er auftritt. Ich finde die Art, wie er singt, super, seinen Charme und seine Konzerte sind immer besonders nett", nannte die Pariserin den Grund dafür. Mindestens 20 Konzerte habe sie bereits besucht. Das heute sei ein besonderes, "denn er kann uns auch ein bisschen besser kennenlernen". Lydia Hiller hat bei der Castingshow gleichfalls mitgefiebert. "Er war mein Favorit und dabei ist es geblieben", sagt die Berlinerin, die im Rollstuhl sitzt. Dennoch schaute sie sich jedes Konzert in Berlin an und kam mit dem Taxi nach Lübben. "Die Chance, ihn so privat zu treffen, gibt es ja nicht oft. Mir gefällt seine Stimme und seine menschliche, freundliche Art, wie er mit uns Fans umgeht", sagt Lydia Hiller.

Neues Album im November

Bei Sabine Goertz aus Bielefeld punktet der Sänger nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit seiner offenen, ehrlichen und sensiblen Art. "Man hört in seinen Songs, dass er auch Herz hat, und besonders seine Balladen berühren mich sehr", beschreibt sie ihre Beweggründe, ihn auf vielen Konzerten zu begleiten.

Für Daniel Schuhmacher ist es ein "super Gefühl, so viele treue Fans zu haben. Die meisten sind schon seit sieben Jahren dabei. Sie mögen mich und meine Musik und dafür bin ich sehr dankbar." Er nehme sich gern Zeit für sie, und dieses Treffen sei für ihn eine Begegnung auf Augenhöhe. "Ich freue mich total, heute für sie zu singen", sagt er. Im November werde er sein neues Album herausbringen, an dem er drei Jahre lang gemeinsam mit dem Produzenten Marcus Loeber aus Hamburg gearbeitet habe. "Es nennt sich Projekt Dsfzke, aber das Geheimnis wird erst zur Veröffentlichung gelüftet", auch die Fans werden an diesem Abend noch keinen Titel davon hören. Dafür bekommen sie einen Querschnitt jener Songs, die sie in den sieben vergangenen Jahren schon oft mitgesungen haben. Dann wird es dämmrig im Saal des Gasthauses. Daniel Schuhmacher beginnt zu singen. Und eine treue Fangemeinde zückt Kameras und schwingt im sanften Rhythmus Leuchtstäbe.