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| 16:45 Uhr

Entlastung in Sicht
Ein Modulbau für die Jahn-Schule

Auf der Grünfläche rechts zwischen Turnhalle (rechts, nicht im Bild) und der Schule mit Hort soll ein neues Haus in Modulbauweise entstehen, um die Platzsituation an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule zu entspannen.
Auf der Grünfläche rechts zwischen Turnhalle (rechts, nicht im Bild) und der Schule mit Hort soll ein neues Haus in Modulbauweise entstehen, um die Platzsituation an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule zu entspannen. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Platzprobleme vor allem in der Mensa sollen damit bis Frühjahr 2019 gelöst sein

Dieser Tagesordnungspunkt war mit Spannung erwartet worden: Am Donnerstag stellte Architekt Marko Docter in der Stadtverordnetenversammlung die Pläne für eine temporäre Übergangslösung an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule vor. Seit Jahren herrscht dort größte Platznot, vor allem bei der Essensausgabe in der Mensa, letztlich aber insgesamt. Lange waren mögliche Lösungen entwickelt worden. Zuletzt entwickelte sich die Debatte um den Ausbau der Schule hin zu der Idee, einen dritten Grundschulstandort in der Stadt Lübben aufzubauen. Die dringend notwendige, mehr noch: überfällige Abhilfe an der Jahn-Grundschule war damit nicht infrage gestellt worden und wurde nun präsentiert. Ergebnis: einhellige Zufriedenheit.

Im Sitzungssaal unterm Dach des Rathauses schwitzten die Abgeordneten gemeinsam mit Eltern- und Schulvertretern, darunter Direktor Jürgen Scheinpflug. Architekt Marko Docter stellte drei Varianten vor: einen Modulbau zum Kauf beziehungsweise zur Miete oder einen Massivbau. Entscheidender Faktor zwischen Modulbau-Kauf und Massivbau ist die Zeit. Der Modulbau, letztlich ein Fertighaus in Schulgröße, könnte schon im April 2019 fertig werden, wenngleich das ein ehrgeiziges Ziel ist. Der Massivbau würde sich bis Mitte 2020 hinziehen.

Der große Unterschied zwischen Modulbau-Kauf und Modulbau-Miete wiederum ist das Geld: Knapp 700 000 Euro mehr würde das Haus in der Mietvariante kosten. Eine gekaufte Modulvariante wird sich nach der Kenntnis vom Donnerstag auf 2,32 Millionen Euro Bau- und Nebenkosten belaufen.

Entstehen soll das Haus zwischen Turnhalle und Schule/Hort, wo jetzt eine Grünfläche ist. Mehrere Faktoren sprechen für diesen Standort im Vergleich zu einem zweiten, der sich quasi „hinter“ der Schule Richtung Gubener Tor befinden würde. Abstandsflächen aus Brandschutzgründen, Wegesysteme, Anlieferung nannte Marko Docter als Gründe für den Standort zwischen Turnhalle und Hort/Schule.

Auf insgesamt 550 bis 570 Quadratmetern sollen im Erdgeschoss ein Speiseraum für bis zu 160 Personen entstehen. Mit einer Größe von knapp 190 Quadratmetern könnte er auch zu zwei Gruppenräumen umgebaut werden. Weitere zwei Gruppenräume sind im der Turnhalle zugewandten Seite des Gebäudes geplant, dazu WC, Garderobe, Personalräume und ein Raum für die Essensausgabe. Lager, Technik, Windfang und Treppe sollen an der Giebelseite Richtung Hort untergebracht werden.

Das Obergeschoss wird durch ein Brückenbauteil als Gang mit der Schule verbunden. Zugänglich sein soll dieser von dem Raum aus, der jetzt noch der stellvertretenden Schulleitung vorbehalten ist. Diese bekommt ein neues Zimmer als Anbau in Verlängerung des Ganges, angrenzend an das bisherige Lehrerzimmer, das ebenso wie das Direktorat so bleibt.

Der neue Gang soll so breit werden, dass – wenn der Brandschutz es zulässt – möglicherweise auch Garderoben darin einen Platz finden können. Er führt in den zweiten Stock des neuen Hauses. Dort sollen dann drei knapp 61 Quadratmeter große und vier gut 40 Quadratmeter große Gruppenräume entstehen, weiterhin Toiletten und ein kleiner Raum (17,4 Quadratmeter) für die Horterzieher.

Im Erdgeschoss entstünden neu 502, im Obergeschoss 560 Quadratmeter – keine allzu kleine Übergangslösung, die, wie Marko Docter sagte, „so lange stehen soll, wie sie gebraucht wird“.

Schulleiter Jürgen Scheinpflug nannte die Pläne „eine tiefgründige Arbeit, die uns überzeugt hat“. Insbesondere „die Verbindung auf der zweiten Etage ist ein kluger Schachzug, den wir voll mitgehen können.“ Das gelte auch für die Zeitplanung, obwohl das Problem an der Schule drängt. „So ein Bau braucht aber Zeit, und es soll ja auch etwas Ordentliches entstehen.“

Er empfahl, zur Aufteilung der Horträume Kontakt mit dem Hort aufzunehmen und kritisierte, dass er die Pläne erst am Tag der Sitzung bekommen habe.

Andreas Rieger (CDU/Grüne) erinnerte daran, dass „die Planung für die Sanierung des Schulbaus trotzdem angegangen werden muss“. Für die Umsetzung der Lösung als Modulvariante mit Kauf sprachen sich die Abgeordneten einstimmig aus.