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| 02:43 Uhr

Ein Lichtblick für das Wehr bei Hartmannsdorf

Lübben/Unterspreewald. Warum tut sich nichts am Hartmannsdorfer Wehr? Diese Frage beschäftigt die Lübbener immer drängender in der gut angelaufenen Tourismussaison. Denn der Gurkenrad- und Europa-Wanderweg E 10, der über die Anlage führt, ist gesperrt. Ein weiteres Ärgernis: Im Unterspreewald ist die untere Puhlstromschleuse zu. Ingrid Hoberg

Im Dezember 2015 herrschte Zuversicht: Bürgermeister Lars Kolan (SPD) und Jörg Wiesner, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands "Nördlicher Spreewald", unterzeichneten den Vertrag zur Erneuerung der Querung für Fußgänger und Radfahrer über das Hartmannsdorfer Wehr. Mit dem Wehr soll dieser neue Weg gebaut werden.

Doch es tut sich nichts - stattdessen ist der Weg gesperrt und nicht einmal eine Umleitung ausgeschildert, wie Thomas Kaiser (Wir von hier) in der Stadtverordnetenversammlung kritisierte. "Damit ist die einzige Spreequerung zwischen Lübben und Schlepzig geschlossen worden", stellt auch Landtagsabgeordneter Péter Vida (BVB Freie Wähler) in seiner Kleinen Anfrage an die Landesregierung zum Wehrneubau Hartmannsdorf fest. Er fragt unter anderem, ob ein Provisorium für Fußgänger möglich ist oder eine Umleitung durch den Kriegbusch ausgeschildert werden kann. Mit einer Antwort rechnet er in etwa drei Wochen.

Dass die Arbeiten am Wehr noch nicht begonnen haben, liegt an den bisher nicht bereitgestellten finanziellen Mitteln. Finanz- und Umweltministerium verhandeln gegenwärtig über Verwaltungsvorschriften, so Wiesner. Der Wasser- und Bodenverband setzt im Auftrag des Landes die geplanten Vorhaben um.

Doch einen Lichtblick gibt es. Der Verbandschef rechnet damit, dass im August mit bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen werden kann. Das sind die Baustellenzufahrten ab Börnichen zum Wehr und durch Hartmannsdorf. Auch die Kahnrolle soll fertig werden. "Es erfolgen separate Ausschreibungen, wir wollen die Mittel für dieses Jahr nicht verfallen lassen", betont er.

Die Sperrung der unteren Puhlstromschleuse zwischen Leibsch und Groß Wasserburg ist für die dort ansässigen Kahnfährleute ein Ärgernis. "Anfang Mai ist die Schleuse gesperrt worden - solch eine Maßnahme ist vor Pfingsten eine Katastrophe", sagt Kahnfährmann Frank Zeller und spricht auch für seine Kollegen von Neu Lübbenau bis Wasserburg. Gerade die beliebten zweistündigen Touren seien jetzt nicht mehr möglich.

"Seit sechs Jahren gibt es eine Schadensanzeige für diese Schleuse", erklärt Jörg Wiesner. Der Verband ist auch mit dieser Maßnahme beauftragt worden. "Die Schleusentore sind durchgefault, das ist für Paddelboote gefährlich", sagt er. Statt der in den 1990er-Jahren bevorzugten Holztore soll nun im nächsten Jahr mit Stahl gebaut werden. Die Planung werde 2016 finanziert, dann könnte 2017 gebaut werden - doch nur, wenn bis dahin das dafür notwendige Geld vom Land zur Verfügung steht.