Steven Zimmermann wird Elektroniker, Fachrichtung Energie-und Gebäudetechnik. Sein Traumberuf war das nicht gerade. Der Lübbener wollte ursprünglich Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik werden. Elektroniker hatte er nicht auf dem Schirm. "Ich hatte keine oder falsche Vorstellungen von diesem Beruf."

Inzwischen ist der junge Mann angekommen. "Meine Arbeit ist total spannend und begeistert mich. Ich mag es, knifflige Fälle zu lösen."

Das hat Jens Kurrar offenbar schon frühzeitig gespürt. Der Geschäftsführer der Dörr GmbH hatte Zimmermanns Bewerbung als Anlagenmechaniker-Azubi auf dem Tisch, bot ihm jedoch die Alternative Elektroniker an. Die guten Noten des jungen Mannes sprachen dafür. Steven Zimmermann absolvierte ein dreitägiges Praktikum im Unternehmen und änderte seinen Berufswunsch. Er lernt jetzt, Heizungs- und Lüftungsanlagen zu programmieren, auch Solar- und Warmwasseranlagen miteinander zu verbinden, nimmt klassische Hausinstallation vor. Derzeit programmiert der Azubi einen Pufferspeicher für eine Solaranlage.

Wissbegieriger Azubi

"Steven ist zuverlässig und wissbegierig", sagt Jens Kurrar. "Er passt sehr gut in unser Team." Der Geschäftsführer hält viel von seinem Azubi, würdigt dessen Lernfortschritte. "Ich bin stolz darauf, dass er schon komplizierte Pläne allein erstellt. Wenn Steven dran bleibt und so weiter macht, hat er eine große Zukunft bei uns." Nach Aussage des Dörr-Geschäftsführers besetzt der angehende Elektroniker eine Nische, weil er Gewerke übergreifend arbeiten und eingesetzt werden kann. Dass Jens Kurrar den jungen Mann fördert, ist auch "aus der Not heraus entstanden. Der Fachkräftemangel bereitet uns Probleme."

Steven Zimmermann soll eines davon lösen. Derzeit absolviert er sein drittes Ausbildungsjahr, wechselt zwischen Theorie und Praxis. Schon bald könnte der 19-Jährige einen Mitarbeiter ersetzen, der demnächst in den Ruhestand geht. Der angehende Elek troniker stellt sich der Herausforderung: "Meine Arbeit ist spannend, allerdings nicht einfach. Doch genau das Knifflige liegt mir. Es hilft, dass ich Spaß an komplexen Aufgaben und sehr viel Geduld bei der Lösung habe."

Die Handwerkskammer (HWK) würdigte jetzt seine Ausbildungsleistung. Sie sei damit einer Empfehlung der Berufsschule gefolgt, wie der HWK-Geschäftsführer Knut Deutscher sagt. Voraussetzung für den Titel "Lehrling des Monats" sei ein Notendurchschnitt nicht schlechter als 2,0. "Zudem berücksichtigen wir die unterschiedlichen Gewerke und Regionen", erklärt Knut Deutscher. "Die Ehrung ist auch eine Würdigung der jeweiligen Unternehmen."

Bisher immer die Wahl gehabt

Fünf Auszubildende lernen derzeit in der Dörr GmbH in Lübben, wie Jens Kurrar sagt. "Bis jetzt hatten wir immer das Glück, unter mehreren Bewerbern auswählen zu können." Kerngeschäft des Unternehmens sind Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallationen inklusive der gesamten Mess-, Steuerungs-und Regeltechnik. "Wir bauen inzwischen Touchscreens ein, von denen Soll- und Ist-Werte abgelesen werden", erklärt der Geschäftsführer. "Um so etwas zu programmieren, ist es wichtig, Aufbau und Arbeitsweise der Anlage zu kennen."

Wer ebenfalls Elektroniker werden und nicht bis zu nächsten Jahr warten möchte, hat ab sofort gute Chancen, eine Ausbildung im Kammerbezirk der Handwerkskammer Cottbus zu beginnen, heißt es von dort. Acht Lehrstellen zum Elektroniker seien derzeit noch unbesetzt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hwk-cottbus.de .