Das Motiv: Das Museum sei bislang von Cottbus-Besuchern noch allzu häufig übersehen worden, so das ein Blickfang hätte geschaffen werden müssen, wie es heißt. Flankiert wird der Findling jetzt von drei kleineren Findlingen und einem Edelstahlfahnenmast mit Werbefahne. Dem Spaziergänger in der Sprem signalisiert fortan ein Blick in die Mühlenstraße: Hier gibt es etwas Interessantes zu sehen.
Die etwa 70 Zentimeter breite und ebenso hohe Bronzefigur ist in der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer gegossen worden. Ihre kompakte Form deutet darauf hin, „dass es in den Fließen manchen fetten Fisch gibt“ , sagt ihr Schöpfer. Sie habe Attribute einer Amphibie wie Kiemen, große Hände und Füße. Aber auch eine kräftige Muskulatur und manche menschliche Eigenschaft.
„Ich habe in der sorbischen Sagenwelt nach einer Sympathiefigur gesucht“ , erzählt Peter Buth. Beim Wassermann sei er schließlich fündig geworden.
Die Figur sitzt auf einem tischhohen Findling. Peter Buth: „Vor oder nach dem Museumsbesuch kann man sich an ihn anlehnen, ihm den Arm um die Schulter legen und sich fotografieren lassen.“ Besonders gespannt ist der Künstler, „wo sich die ersten blanken Stellen auf der grünen Patina zeigen werden“ . Denn Anfassen sei ausdrücklich erlaubt.
Auch wenn der Zeitgenosse aus Bronze etwas von einem Buddha habe, wie der Künstler sagt, sei das Thema nicht tierisch ernst, sondern durchaus mit einem Augenzwinkern zu sehen. In einem ursprünglichen Entwurf habe die Figur gar, von einem Zufallsgenerator gesteuert, Wasser in Richtung Gehsteig gespuckt. „Man merkt es, dreht sich um und da ist nichts“ , so der Künstler. „Die Leute werden aufgehalten und lesen die Ankündigungen des Museums.“
Von dieser Idee habe er sich allerdings aus technischen (und vielleicht auch versicherungstechnischen) Gründen verabschieden müssen, erklärt Buth. Der Schalk steckt dennoch in seinem kleinen Gesellen, der viel von einem Kobold hat. Schließlich habe der Wassermann oder Nyx der Sage nach Mädchen geneckt, sagt Buth. Und die allzu widerspenstigen sogar ins Wasser gezogen. „Und wenn sich ein Bauer unflätig benommen hat, dann hat der Nyx schon mal seine Wiesen unter Wasser gesetzt. Einem anderen hat er durch den Sumpf geholfen, wenn er sich nach einem langen Abend im Moor verirrt hatte.“