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Ein besonderes Miteinander seit der Geburt

Interessieren sich seit mehr als 20 Jahren füreinander. Von rechts: Andrea Schenker und ihre Tochter Aline, Angela Pehla und Anne aus Dürrenhofe, Dagmar Tornow und Felix aus Mittweide, Daniela Heilenz und Ulrike aus Leibchel, Kathleen Paschke und Carlo aus Niewitz sowie die Mütter Konstanze Rödel-Schwotzer (stehend) aus Lübben und Annett Schäfer (Freiwalde).
Interessieren sich seit mehr als 20 Jahren füreinander. Von rechts: Andrea Schenker und ihre Tochter Aline, Angela Pehla und Anne aus Dürrenhofe, Dagmar Tornow und Felix aus Mittweide, Daniela Heilenz und Ulrike aus Leibchel, Kathleen Paschke und Carlo aus Niewitz sowie die Mütter Konstanze Rödel-Schwotzer (stehend) aus Lübben und Annett Schäfer (Freiwalde). FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Sieben Kinder von sieben Müttern sind gemeinsam groß geworden. Nicht in einem Haushalt, sondern in verschiedenen Familien im Landkreis Dahme-Spreewald und im benachbarten Landkreis Oder-Spree. asd1

Und doch besteht eine besondere Beziehung: Die jungen Leute, alle Jahrgang 1996, treffen sich regelmäßig zwei Mal pro Jahr. Ihre Mütter sind auch dabei. Sie organisieren die Treffen. Klar, während der ersten Begegnung waren ihre Sprösslinge noch gar nicht geboren. Das war im Vorbereitungskurs für Schwangere vor mehr als 20 Jahren.

Als die Mädchen und Jungen auf der Welt waren, trafen sich die jungen Mütter zum Baby-Turnen. "Wir haben uns von Beginn an sehr gut verstanden", erzählt Andrea Schenker. "Auch nach dem Kurs sind wir im Kontakt geblieben und haben uns mit unseren Kindern privat getroffen." Die Lübbenerin war diesmal die Gastgeberin. Annett Schäfer aus Freiwalde (Unterspreewald) genießt diese Treffen. "Es ist spannend zu sehen, was aus uns und unserem Nachwuchs geworden ist. Zwischen uns Müttern und auch den Kindern sind längst Freundschaften entstanden." Die Themen haben sich im Laufe der zwei Jahrzehnte geändert. Ging es während der ersten Jahre um Fortschritte der Sprösslinge, um Geschenke zum Geburtstag oder zu Weihnachten, die Entwicklung in der Schule und anderes, stehen jetzt Gespräche etwa über Berufe sowie Freundinnen und Freunde der inzwischen jungen Erwachsenen im Mittelpunkt. "Auch wenn die Kinder jetzt groß sind, treffen wir uns zwei Mal pro Jahr", sagt Dagmar Tornow. "Wir wollen uns auch künftig für einander interessieren, Erfahrungen austauschen und Erlebnisse teilen."

Die Mutter aus Mittweide (Oder-Spree) hatte diesmal eine Überraschung dabei: Ein Foto-Album mit Bildern der Treffen während der vergangenen 20 Jahre. Jede Mutter durfte ein Exemplar mit nach Hause nehmen. "Es ist interessant zu sehen, wie sich die anderen sechs Kinder von einst entwickelt haben", sagt Felix Tornow. Er studiert inzwischen Luft-und Raumfahrttechnik. Aline Schenker will Erzieherin werden. Anne Pehla aus Dürrenhofe (Märkische Heide) entwickelt Anwendungssoftware. Auch sie freut sich auf die regelmäßigen Treffen: "Man erfährt immer etwas Neues."

Einige der jungen Leute haben gemeinsam das Abitur im Lübbener Paul-Gerhardt-Gymnasium gemacht. Vier waren sogar in einer Klasse. Inzwischen geht jeder seinen eigenen Weg. "Deshalb freuen wir uns umso mehr, wenn wir uns zwei Mal pro Jahr wiedersehen", sagt Carlo Paschke aus Niewitz (Unterspreewald). "Das sind immer ganz lustige Begegnungen."

Auch Ulrike Heilenz aus Leibchel (Märkische Heide) war gemeinsam mit ihrer Mutter zum Treffen kürzlich in Lübben gekommen. Die jungen Leute des Jahrgangs 1996 genießen ein kleines Privileg, denn ihre Geschwister sind bei den Begegnungen nicht dabei. Sie sind gemeinsam erwachsen, ihre Mütter reifer geworden. Jetzt fiebern alle dem ersten Polterabend und der ersten Geburt der nächsten Generation entgegen.