Wenn sie dann aber auf ihre Beete zeigt und erklärt, was sie wie gestaltet hat, belehrt sie den Besucher eines Besseren: Die Farbenvielfalt, mit der der Landhausgarten im vergangenen Sommer die Jury des Wettbewerbs begeistert hatte, sei ihr zu bunt geworden, sagt sie selbst mit einem kritischen Lächeln. Sie versucht, einige Sorten zurückzudrängen, anderen mehr Raum zu geben. Dennoch: So wunderbar gedeihenden Rittersporn kann sie nicht einfach herausreißen, auch wenn er gerade nicht ganz in ihr Konzept passt.
Reinhild Bergau nimmt das gelassen: Ein Garten, sagt sie, wandele sich über die Jahre. Manche Arten setzen sich von selbst stärker in Szene, andere gingen zurück. „Es dauert eben ein bisschen“ , sagt sie, übt sich in Geduld und führt ihren Garten mit sanften Eingriffen zu einem neuen Gesicht.
Der noch ganz junge Buchs soll sich stärker entwickeln, um die Rabatte am Gartentor zu beruhigen. An anderen Stellen drängt Reinhild Bergau das gelb leuchtende „Mädchenauge“ zurück, um den Rosen mehr Platz und Wirkungsraum zu gönnen.
Der Bergausche Garten in Klein Leuthen ist also im Wandel, was für viele andere Gärtner interessant sein dürfte. Schon im vergangenen Jahr hatte er wie die anderen, die ihre Törchen geöffnet hatten, viele Gäste angelockt. Damit ist auch am Sonntagvormittag zu rechnen. (is)