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| 18:45 Uhr

Ehrenamt
Ehrliches Danke an Ehrenamtler

Dieter Dünnbier
Dieter Dünnbier FOTO: Silke Wentingmann-Kovarik / FLB
Lübben. Fußball-Ehrenamtsbeauftragte würdigt die Spielmacher im Hintergrund.

Ohne das Ehrenamt kommen Vereine nicht aus. Besonders im Fußball ist es gefragt.

Seit 20 Jahren würdigt der DFB gemeinsam mit seinen Landesverbänden in der „Aktion Ehrenamt“ unermüdlich Engagierte in den Vereinen. Sie als Ehrenamtsbeauftragter des Fußball-Landesverband Brandenburg kennen über die vielen Jahre, in denen Sie ihr Amt innehaben, hunderte von fleißigen Helfern. Was charakterisiert einen verdienstvollen Ehrenamtler Ihrer Meinung nach?

Dünnbier Die Beantwortung dieser Frage lässt sich am besten mit Namen verbinden. In mehr als 15 Jahren, da ich diese Aktion begleiten durfte, habe ich viele, viele der so genannten „Spielmacher im Hintergrund“ kennen gelernt. Dies sind zuallererst Menschen, die sich nicht selbst in den Vordergrund rücken, sondern ihr Ehrenamt im wahrsten Sinne des Wortes als eine unbezahlte Arbeit für den Sport, für den Fußball in den Vereinen sehen. Sich selbst für Auszeichnungen vorzuschlagen oder bewusst auf diese abzuzielen, dies kommt für diese Personen nicht infrage! Stellvertretend, und diese will ich so verstanden wissen – also stellvertretend – stehen für diese umsichtige, vielfältige und engagierte Fleißarbeit solche Sportfreunde wie Reinhard Schmidt vom SV Wacker 09 Cottbus-Ströbitz, Ralf Kutz aus Walddrehna, Jörg Schumacher aus Doberlug-Kirchhain oder Thomas Guttke vom SV Blau-Weiß Straupitz. Und für die jüngere Generation ist stellvertretend zum Beispiel Anja Weberchen vom SV Adler Klinge zu nennen.

20 Jahre sind eine lange Zeit. Hat sich das Ehrenamt als solches gewandelt?

Dünnbier Eine gute Frage. Ich glaube Ehrenamt bleibt Ehrenamt, egal wo dies stattfindet. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen und den jeweiligen Herausforderungen gehen dann auch die spezifischen Anforderungen einher. So gesehen, glaube ich, hat das Ehrenamt zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung gewonnen. Der DFB hat dies mit Einführung seiner „Aktion Ehrenamt“ bereits 1997 so auf den Weg gebracht. Kurz gesagt, Fußball ist mittlerweile mehr als 1:0.

Wer ein Ehrenamt ausübt, geht meist aber auch einem „normalen Beruf“ nach. Der Spagat zwischen Familie, Beruf und Hobby kann manchmal sicher recht groß sein …

Dünnbier … was sicher nicht von der Hand zu weisen ist. Eben diesen Spagat hinzubekommen, für sich selbst aber auch mit Blick auf die Familie, macht ja gerade den Anspruch aus. Die Gemeinschaft im Verein, das Miteinander generell, kann hier sehr förderlich und hilfreich sein. Und nicht „von oben herab“ agieren, sondern, so oft es geht, den Konsens suchen, sich im Interesse des Sports – und nicht so sehr aus Eigennutz – für Entwicklungen und ehrenamtliche Anerkennung einzusetzen, lässt diesen Spagat dann eher gelingen. Und im Übrigen: Wenn es dann noch an der Seite der Ehrenamtlichen ein Hauptamt, egal ob in der Kommune oder im Verband, gibt, welches den ehrenamtlichen Einsatz begleitet, und zwar unbürokratisch, überlegt, sach- und zielorientiert – ganz im Interesse der Allgemeinheit –, bleibt die Freude am ehrenamtlichen Handeln am längsten erhalten.

Was würden Sie einem an ehrenamtlichem Engagement interessierten Menschen mit auf den Weg geben?

Dünnbier Man sollte sich nicht „verbiegen“, nur um in ein Amt zu gelangen. Ehrenamtliche Arbeit an der Basis wird ohnehin in erster Linie getragen – ich wiederhole mich – vom Miteinander und nicht davon, den anderen zu bevormunden oder vorzuführen. Ehrenamtliches Engagement orientiert sich doch vor allem am Gemeinwohl, dies sollte uns immer wieder bewusst sein.

Anlässlich des Tages des Ehrenamtes am 5. Dezember wurde in den Medien viel über die Freizeitarbeiter in verschiedensten Bereichen berichtet. Sind Sie mit der Würdigung der Leistung der Ehrenamtler zufrieden?

Dünnbier Ich kann hier nur für den Teil des Fußballsports sprechen. Es wird sicher immer einige geben, die fragen: „Warum der und nicht ich“? Doch die Würdigung von Ehrenamtlern kann nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen. Und eine Anerkennung in einem vielleicht kleinen aber würdigen Rahmen ist auch etwas, um ein ehrliches „Danke“ zu vermitteln.

Mit Dieter Dünnbier
sprach Silke Wentingmann-Kovarik