Von Andreas Staindl

Fünf Bürger der Kreisstadt sind mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Lübben ausgezeichnet worden. Eine siebenköpfige Jury hatte sie aus 17 Vorschlägen ausgewählt. „Das war keine leichte Aufgabe“, sagt Bürgermeister Lars Kolan (SPD). „Es ist nicht einfach, ein Ehrenamt zu bewerten. Jeder der Nominierten hätte es verdient gehabt.“ Wer tatsächlich den Preis bekam, das blieb bis zum Ehrenamtsempfang am Freitagabend im Neuhaus in Lübben ein Geheimnis. Lediglich die fünf Vorschlagenden waren eingeweiht. Lars Kolan würdigte die Ehrenamtlichen - allesamt Männer: „Sie schauen nicht weg, sondern engagieren sich, helfen anderen Menschen, bringen sich aktiv in die Gesellschaft ein. Das verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung.“

Schon mehrmals im unregelmäßigen Abstand hat Lübben ehrenamtlich tätige Bürger ausgezeichnet - zuletzt 2017. Die Stadtverordnetenversammlung hat sich inzwischen für eine regelmäßige Ehrung stark gemacht (die RUNDSCHAU berichtete). Jeder konnte Vorschläge machen. Von Sport und Feuerwehr waren diesmal keine Kandidaten dabei. Dafür aus Bereichen, die nicht immer im Mittelpunkt stehen.

Laudatoren würdigten die Geehrten. Helmut Haß übernahm das für Rolf Ebert. Er hob dessen Beharrlichkeit und Beständigkeit sowie sein hohes und umfangreiches historisches Wissen hervor. „Rolf Ebert hat sehr viel für die Bewahrung unserer Stadtgeschichte getan“, sagt Helmut Haß. „Er hinterlässt mit seinen Werken, Beiträgen und Büchern nachfolgenden Generationen historische Zeitzeugnisse von Lübben.“ Vom Heimatforscher Rolf Ebert stammt auch das mehr als 800 Seiten dicke Buch über die Geschichte der Stadt Lübben. Helmut Haß nennt das Werk liebevoll „Der dicker Ebert“.

Marit Dietrich und Olaf Stöbe hielten die Laudatio für Dieter Günzel, „dessen Herz seit mehr als 30 Jahren für den Tourismus schlägt“. Er hat das Erholungswesen nach der Wende in Lübben aufgebaut, erst den Fremdenverkehrsverein, später den Tourismusverein mit gegründet. Von 1990 an saß er im Vorstand dieser Vereine. Seit 2009 ist er Ehrenvorsitzender. Zahlreiche touristische Projekte in Lübben tragen seine Handschrift. „Dieter Günzel hat viel für den Tourismus in unserer Stadt getan“, sagen Marit Dietrich und Olaf Stöbe. Der Geehrte hatte „nicht mit der Auszeichnung gerechnet. Dass ich geehrt wurde beweist, dass sich der Tourismus in Lübben hervorragend entwickelt.“

Ines Mularczyk hielt die Laudatio, die Georg Schaper für Franz Richter geschrieben hatte. Richter, langjähriger Ortsvorsteher in Steinkirchen, hat sich für zahlreiche Projekte im Lübbener Stadtteil-wie etwa die Badestelle und den Kindergarten-stark gemacht, sich zudem als sachkundiger Einwohner in die Kommunalpolitik eingemischt. Zudem arbeitet er an der Verwirklichung eines großen Traums - der Fertigstellung der Chronik über Steinkirchen. Seine „Menschlichkeit und Herzlichkeit“ wurden in der Laudatio besonders hervorgehoben. Ingrid Richter nahm den Ehrenamtspreis für ihren Mann entgegengen.

Lutz Bombach dagegen nahm den Preis persönlich in Empfang. Seine erste Reaktion: „Sie sehen heute einen sprachlosen Psychologen.“ Er ist Gründungsmitglied des Vereins „Horizonte“, der sich um chronisch psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen kümmert. Seit 1995 gibt es den Verein, genauso lange sitzt Lutz Bombach im Vorstand. Seit 2012 ist er der Vorsitzende. „Wir freuen uns, dass sein langjähriges Engagement gewürdigt wird“, sagt Viola Klopfleisch. Die Geschäftsführerin des Vereins hielt die Laudatio.

Falkner Schwarz hatte dieses Aufgabe für Guido Zepke übernommen. Zepke ist Kreisgewässerwart des Kreisanglerverbands Lübben. „Er hat enormes Fachwissen und großen Anteil am Erhalt zahlreicher Fischarten“, sagt der Laudator. „Ihm ist es zu verdanken, dass selbst ausgestorbene Arten wieder im Spreewald heimisch sind. Er hat seine Handschrift in Sachen Fisch hinterlassen.“ Auch für Guido Zepke kam die Auszeichnung überraschend: „Ich bin sprachlos. Ohne meine Familie wäre mein ehrenamtliches Engagement nicht möglich.“ Für Lars Kolan sind alle fünf Preisträger „eine gute Wahl“. Einen sechsten hätte er gern auch geehrt. „Weil ich ihn als gutherzigen und hilfsbereiten Menschen kennengelernt habe, er ein Vorbild für uns ist und am meisten genannt wurde, als es um Kandidaten für den Ehrenamtspreis ging.“ Doch Horst Fiedler ist vor einigen Wochen verstorben (die RUNDSCHAU berichtete). Während der Feierstunde am Freitag wurde an ihn gedacht. Im nächsten Jahr sollen erneut Ehrenamtspreise verliehen werden.