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| 02:58 Uhr

Drei Szenarien für Spreewald-Fließe

Im Schlepziger Bereich (Andros Teich) bietet der wieder angeschlossene Altarm an der Quaasspree Rückzugs- und Laichmöglichkeiten für die Fische.
Im Schlepziger Bereich (Andros Teich) bietet der wieder angeschlossene Altarm an der Quaasspree Rückzugs- und Laichmöglichkeiten für die Fische. FOTO: Zweckverband Gewässerrandstreifenprojekt
Lübben. Ob und wie das Gewässerrandstreifenprojekt im Landkreis Dahme-Spreewald in Zusammenarbeit mit der Stadt Lübben, den Ämtern Unterspreewald und Lieberose/Oberspreewald fortgesetzt werden kann, soll geprüft werden. Erste Überlegungen laufen – die Nachbarkreise, bisher mitbeteiligt, sind aufgrund ihrer Finanzsituation außen vor. Ingvil Schirling und Ingrid Hoberg

Zum 31. Dezember 2014 soll der Zweckverband Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald abgewickelt werden. Eigentlich. Doch einige Projekte sind noch nicht abgeschlossen, wären aus naturschutzfachlicher Sicht aber vielversprechend. Das brachte Martin Wille, Landrat a.D. und jetzt SPD-Kreistagsabgeordneter, und Frank Selbitz (UBL/Grüne und Pro Lübben in der Stadtverordnetenversammlung) dazu, die Köpfe zusammenzustecken. Könnten Lübben und der Landkreis Dahme-Spreewald das Millionenvorhaben - in bescheidenerem Umfang - fortführen? Und wenn ja, wie?

Diese Fragen werden auf Kreis- und Stadtebene derzeit diskutiert. Am heutigen Mittwoch will sich der Kreistag (Beginn 16 Uhr, Reutergasse 12 in Lübben) damit auseinandersetzen, am Montag gab der Hauptausschuss Lübben bereits grünes Licht für die Stadtverordneten, sich um das Thema weiter zu kümmern.

Die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße haben ihren Ausstieg aufgrund schwieriger Haushaltslagen bereits angekündigt. Da sie mit Haushaltsicherungskonzepten arbeiten, seien freiwillige Ausgaben wie die Weiterführung des Naturschutz-Großprojekts nicht genehmigungsfähig, so Wille. Der Landkreis-Verwaltung zufolge sind aber vor allem Projekte auf LDS-Terrain noch offen.

Die Liquidierung würde bis 2015 fast 90 000 Euro kosten. Die Zukunft des Gewässerrandstreifenprojektes wird dabei in drei Szenarien gesehen: Abwicklung, Fortbestehen auf Sparflamme oder Weiterführung mit Büro und Projektmanagement. Das Sparflammen-Szenario ohne Management und Büro, bis weitere Fördermittel akquiriert werden können, würde bis 2018 rund 46 000 Euro kosten. Die "große Variante" beliefe sich auf etwas mehr als 120 000 Euro.

Unklar ist noch, wie die Weiterführung - in die beispielsweise auch das Amt Unterspreewald einbezogen werden könnte - ganz konkret aussehen soll. Die Wasser- und Bodenverbände haben offenbar bereits signalisiert, als Träger von Projekten mit zur Verfügung zu stehen. Doch die dritte Variante birgt auch ein Risiko: Können die Personalkosten für das Projektmanagement nicht über Fördermittel getragen oder erwirtschaftet werden, blieben sie an Landkreis, Lübben und eventuell den beiden Ämtern hängen. Ein Ausstieg aber "wäre nicht zielführend, weil vieles noch nicht durchgeführt wurde", argumentierte Wille im Hauptausschuss mit Blick auf ökologische Aspekte wie auch den Tourismus. "Wir müssen mit dem Wasser im Spreewald vernünftig arbeiten", betonte er im Zusammenhang mit der aktuellen Hochwassersituation.

Fördermittel für zukünftige Projekte könnten nur fließen, wenn zwei Kommunen als Träger auftreten, sagte Wille und regte an, dass Lübben bei Folgeprojekten dabei sein könnte. Aber auch das Amt Unterspreewald könnte eingebunden werden, und aus dem Amt Lieberose/Oberspreewald gebe es ebenfalls Interesse an der Zusammenarbeit.

Auf den Gemarkungen der beteiligten Kommunen könnten die neuen Projekte realisiert werden, so Wille. Die von Pro Lübben eingebrachte Vorlage, ergänzt um die beiden Ämter, fand die Zustimmung der anderen Fraktionen. In der Stadtverordnetenversammlung im September sollen die Ergebnisse des Prüfauftrags vorgestellt werden - ebenso wie im Kreistag.

Zum Thema:
Seit 2001 gibt es das Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald. Es kümmert sich um Altarmanschlüsse, Uferstrukturen oder die Aufhebung von ökologischen Wanderbarrieren. Im Jahr 2003 waren dafür noch rund 12,4 Millionen Euro anvisiert. Bewilligt wurden schließlich 6,8 Millionen Euro. Bis zum Ende des Projektes am 31. Dezember 2014 sollen noch 7,7 Millionen Euro in Wasserbau-Projekte investiert werden.