ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:33 Uhr

Nachbesserungen für Ausbau gefordert
„Zum Schluss stimmen die Leute immer mit den Füßen ab“

 Bernd Schoppe, Sigrid Erler und Thomas Fischer vertreten die Anwohnerinitiative und fordern vehement eine Querungshilfe am Mühlendamm im Rahmen des weiteren Ausbaus der B87 bis in die Frankfurter Straße hinein. Die Stadt will ihre Petition nun mit Rückenwind ans Ministerium weiterreichen – doch eine Entscheidung wird erst ein Gespräch mit dem Bauherrn bringen.
Bernd Schoppe, Sigrid Erler und Thomas Fischer vertreten die Anwohnerinitiative und fordern vehement eine Querungshilfe am Mühlendamm im Rahmen des weiteren Ausbaus der B87 bis in die Frankfurter Straße hinein. Die Stadt will ihre Petition nun mit Rückenwind ans Ministerium weiterreichen – doch eine Entscheidung wird erst ein Gespräch mit dem Bauherrn bringen. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. Drei Lübbener machen sich für mehr Sicherheit und Lärmminderung beim weiteren Ausbau der B 87 ab Mühlendamm stark. Ihre Petition könnte ans Ministerium gehen – unabhängig davon, was die Einwohner aus den zwei wichtigen Nachbesserungen machen. Von Ingvil Schirling

Wer momentan die Bagger und Bauarbeiter am Houwald-Damm sieht, darf gedanklich in der Zeit ein paar Monate vorspulen. Nächstes Jahr sollen sie einige Hundert Meter weiter stehen und den Ausbau der B 87 zwischen Mühlendamm und Frankfurter Straße/Dreilindenweg fortführen. Zur Stunde steht das vorgeschaltete Planfeststellungsverfahren kurz vor dem Beschluss. Ende Januar haben drei Lübbener angesetzt, per Petition noch drei wichtige Verbesserungen mit einzubringen – auf die sie seit Jahren hinwirken. Und dies sieht aktuell ganz erfolgversprechend aus.

Thomas Fischer, Karl Beule und Bernd Schoppe sind in Lübben nicht ganz unbekannt. Thomas Fischer darf dem Nabu zugeordnet werden, kämpft mit der Bürgerinitiative Treppendorf gegen die Ortsumgehung und ist auch sonst um kritische Nachfragen nicht verlegen. Karl Beule hat als Vorstandsmitglied viele Jahre lang die Spreewaldbank geführt. Mit Bernd Schoppe und einer Anwohnerinitiative fordern sie genau drei Veränderungen: Erstens: Eine Querungshilfe am Mühlendamm. Zweitens: Die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen und Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume sollen möglichst im selben Abschnitt erfolgen, zur Not in der nahen Innenstadt. Drittens: Die Rad- und Fußwege sollen in dem gesamten Abschnitt getrennt geführt werden.

Dafür soll sich die Stadt Lübben einsetzen, fordert das Trio, und zwar aus genau zwei Gründen: Einmal, um den Anforderungen an den Status Erholungsort der Kreisstadt zu genügen. Und zum Zweiten, noch viel wichtiger, um die „Belange unserer Kinder und Senioren beim guten und notwendigen Ausbau der B 87 in angemessener Art und Weise und in ausreichendem Umfang gegenüber den zuständigen Institutionen zu vertreten“.

Bei der Stadt Lübben treffen die drei – nach anfänglicher Zurückhaltung – jetzt offenbar auf offene Türen. Das ergibt sich aus der Antwort auf ihre Petition, die die Verwaltung ausgearbeitet hatte, und aus der Diskussion im Hauptausschuss dazu. Entschieden wird voraussichtlich in der Stadtverordnetenversammlung am 21. März.

Das könnte bedeuten, dass die Petition mit Rückenwind auf die Reise nach Potsdam geht, ans Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, „verbunden mit der Bitte, dass das Landesamt für Straßenwesen ein gemeinsames Gespräch mit Ihnen, als Petenten, und Vertretern der Stadt zu Ihren Anträgen führt“, heißt es im Antwortschreiben.

Denn: „Auch aus Sicht der Stadt sind Querungshilfen im Bereich des Mühlendamms unerlässlich“, heißt es weiter. In der Planung sei das berücksichtigt. Details über Bordabsenkungen sollen noch abgestimmt werden.

Wer jetzt verwirrt ist, muss wissen: Querungshilfe ist nicht gleich Querungshilfe. Bisher vorgesehen sind eine Verengung der Straße, die bessere Einsicht bringen soll, sowie die Absenkung der Borde an den Querstraßen. Die Petenten fordern allerdings mehr, beispielsweise einen Zebrastreifen. Auf den soll die Stadt hinwirken, wenn die jetzt geplanten Maßnahmen nicht ausreichend sind.

Auch bei den Grünpflanzungen in der Stadt – statt wie geplant an der Landesstraße nach Neu Zauche – ist die Verwaltung auf der Seite der Petenten. Und ebenso hätte sie lieber getrennte Geh- und Radwege statt einen gemeinsamen, weil beide Verkehrsteilnehmer – Fußgänger und Radler – damit sicherer leben.

Nur: Benutzen diese dann auch die vorgesehenen Verbesserungen? „Am Schluss stimmen die Leute immer mit den Füßen ab“, warf Jens Richter (CDU/Grüne) in die Debatte ein. Frank Neumann als Fachbereichsleiter Bau hält das auch für eine Frage der Beschilderung. Ob das am Ende klappt, trieb auch Paul Bruse (Die Stadtfraktion) um, schließlich ist das Verkehrsaufkommen an der Stelle „schon sehr hoch“.

Zunächst aber muss der Inhalt der Petition – sofern sie beschlossen wird – in der Planung festgeschrieben werden. Dafür muss der Landesbetrieb umgestimmt werden.