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| 02:43 Uhr

Dorfzentrum für alle Generationen

Wie der künftige Mühlenhof aussehen soll, war Thema der Rundschau-Sommertour in Schönwalde. Über die Entwicklung des Ortsteils der Gemeinde Schönwald und die Notwendigkeit der Kita-Erweiterung informierte Bürgermeister Roland Gefreiter (l.) anhand konkreter Zahlen.
Wie der künftige Mühlenhof aussehen soll, war Thema der Rundschau-Sommertour in Schönwalde. Über die Entwicklung des Ortsteils der Gemeinde Schönwald und die Notwendigkeit der Kita-Erweiterung informierte Bürgermeister Roland Gefreiter (l.) anhand konkreter Zahlen. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Schönwalde. Die Vor-Ort-Besichtigung im Freien fiel beim Sommertouren-Auftakt gestern aus. Das war aber kein Problem. Birgit Keilbach / bkh1

Im Speisesaal der Grundschule hatten sich ohnehin ortskundige Zuhörer eingefunden. Während draußen der Regen prasselte, bekamen sie ein anschauliches Bild davon, wie sich der Ortskern in den kommenden Jahren entwickeln wird.

"Unser Dorf hat Zukunft" - das ist für diesen Ortsteil der Gemeinde Schönwald absolut zutreffend, wie Bürgermeister Roland Gefreiter anhand konkreter Fakten darlegte. Die Einwohnerzahl steigt, der Häuserbau boomt, Kita und Schule platzen aus den Nähten. Die zahlreichen Unternehmen im Ort bieten 218 Menschen Arbeit, was knapp einem Viertel der Einwohnerzahl entspricht. "Acht Azubis kommen ab September dazu", ergänzte Roland Gefreiter. Elf Vereine sorgen für ein attraktives Dorfleben. Einer davon ist der 2011 gegründete Mühlenverein. Mit seinem Vorhaben, eine historische Paltrock-Windmühle im Ort aufzubauen, brachte er den berühmten Stein ins Rollen. Denn der künftige Mühlenhof auf dem Areal gegenüber dem Standort von Schule und Kita ist zu einem Gemeinschaftsprojekt geworden, mit dem das Ortsbild und die Infrastruktur deutlich aufgewertet werden.

Das Mühlenhof-Ensemble wird neben der Mühle und Werkstatt auch Einkaufsmarkt, Schaubäckerei, Sparkasse und eine Anlage für betreutes Wohnen sowie eine Tagespflege und Sozialstation umfassen. Ein zentraler Anlaufpunkt für Einwohner, Touristen und Eltern aus den umliegenden Ortschaften, deren Kinder Kita und Schule besuchen.

Eine solche Entwicklung habe er noch nicht erlebt, "wie aus dem kleinen Impuls des Mühlenbaus ein so großes Gemeinschaftsprojekt entsteht, sagte Matthias Reese von den "RW plus Architekten" in Berlin. Er stellte die Details der Bebauung vor. Dabei orientierten sich die Planer an der ortsüblichen historischen Architektur. Drei- oder Vierseitenhöfe sowie wechselnde Ansichten von Giebel oder Hausfront gehören dazu. Häuser werden maximal zweigeschossig gebaut, Laubengänge in der oberen Etage sind für die altersgerechten Wohnungen angedacht. Mit dem Mühlenhof und einem Generationenhof sollen zwei Areale unterschiedlicher Nutzung entstehen. Parkplätze werden kleinteilig angelegt und den Gebäuden zugeordnet.

Während diese Planung demnächst öffentlich ausgelegt wird, wird aktuell bereits eine weitere auf den Weg gebracht. Die Kita im Ort reicht nicht mehr aus. "Wir haben bis Ende 2017 bereits absehbar eine Überkapazität von sechs Kindern", informierte Unterspreewald-Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU). Kurzfristig werde eine Wohnung im Erdgeschoss der Amtsverwaltung als Notbetreuung für bis zu zehn Kinder hergerichtet. Den Vorentwurf für die Erweiterung der Kita stellte Mattias Reese vor. Demnach muss der alte Stall einem Neubau weichen. Dieser soll parallel zur Kita errichtet werden. Ein Verbindungsgang verknüpft beide Gebäude. Im neuen Kita-Haus sollen drei neue Gruppenräume im Erdgeschoss sowie ein Bewegungsraum und ein Besprechungsraum im Obergeschoss Platz finden. Architektonisch soll sich das Gebäude harmonisch zwischen dem Fachwerk-"Haus Kullick" und der bestehenden Kita einfügen.

"Das mit der Kita war heute neu für mich", sagte die Schönwalderin Rita Jess, die bisher alle Info-Veranstaltungen zum Mühlenhof besuchte. "Dass es nötig ist, sieht man ja täglich", fügte sie an. Der Mühlenhof sei für die Schönwalder eine wichtige Sache mit schöner Außenwirkung, erklärte Knut Morgner. "Damit können wir den Zuzüglern aus der Stadt zeigen, dass bei uns die Infrastruktur vorhanden ist, von der Kita über Schule, Einkauf, Arzt bis zum passenden Zuhause für die Älteren."