Von Ingvil Schirling

Die Dorfgemeinschaft Briesensee hatte einen Traum – seit 20 Jahren. In dem Dorf am idyllischen Briesener See sollte ein Haus für die Gemeinschaft entstehen. Jetzt nimmt es sichtbar Gestalt an. Dem Richtfest im Februar folgte der Innenausbau, der mittlerweile weit fortgeschritten ist. Seit kurzem sind die Fenster eingebaut, die künftigen Formen sind sehr gut erkennbar. Einige freie Ziegelreihen am Dach deuten an: Hier soll zur Vorderseite ein Vordach entstehen, unter dem es sich geschützt sitzen lässt. Die vom Dorf her zu sehenden Wände sind bereits verklinkert; die Rückseite wird verputzt.

500 000 Euro soll das Gebäude kosten. „Und die werden wir auch brauchen“, sagt Bauamtsleiterin Annett Joppich von der Amtsverwaltung Lieberose-Oberspeewald. Die Summe beruht auf einstimmigen Beschlüssen in der Gemeindevertretung Neu Zauche/Briesensee. Auch der Nachbarort unterstützte so den lang gehegten Briesenseer Traum. Nun wird er umgesetzt „Wir liegen voll im Plan“, schätzt Annett Joppich ein.

Links neben dem barrierefreien Eingang liegt der Versammlungsraum für bis zu 90 Personen. Licht und hoch reicht er bis unter die Dachbalken. Sämtliche Veranstaltungen in der Gemeinde können hier künftig stattfinden, Vereine können ihn ebenso nutzen.

Dahinter verbirgt sich eine kleine Küche mit Durchreiche, daneben liegt der Wirtschaftsraum. Die Sanitärräume sollen ebenfalls rollstuhl- und rollatorgängig werden.

Etwas versteckt auf der rechten Seite neben einem kurzen, schmalen Flur befindet sich ein zusätzlicher, kleiner Versammlungsraum. Er entstand aus praktischen Gründen für Treffen kleinerer Runden, beispielsweise Vereinsvorständen oder dem Ortsbeirat. Tagen nur diese, wollen aber das Dorfgemeinschaftshaus dafür nutzen, muss es im Winter nicht komplett geheizt werden. Der kleine Raum kommt für Planungen, Absprachen und Entscheidungen deutlich schneller auf Betriebstemperatur.

Die Fußböden werden in den Sanitärbereichen gefliest, für den großen Versammlungsraum ist Parkett vorgesehen, die übrigen Räume werden mit Vinyl ausgestattet.

Der rechte Teil des Hauses mit den kleineren Räumen ist mit einer Zwischendecke vom Dachboden getrennt, der künftig auch als Lager dienen wird. Eine kleine Luke verbindet ihn via Treppe mit dem Erdgeschoss. Er soll unter anderem Material und Gegenstände des Briesenseer Traditionsvereins aufnehmen, die derzeit in den zwei Garagen zwischengelagert werden, die extra zu diesem Zweck vor zwei Jahren errichtet wurden.

Schon jetzt strahlt das Haus weit über seine Funktion als Treffpunkt hinaus. Denn die Initiative vor Ort ist enorm. Sehr vieles entsteht mit Hilfe von Spendengeldern und Sponsoren aus dem Dorf. „Bei solchen Projekten muss Initiative vor Ort auch da sein“, bestätigt Annett Joppich. Damit der 20 Jahre lang währende Traum, an dessen Umsetzung seit etwa fünf Jahren konkret gearbeitet wird und der seit neun Monaten Stein auf Stein wahr wird, im Sommer planmäßig eröffnet werden kann.